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    <title>Streifzüge durch Stuttgart, Wien und mehr</title>
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    <description>Ich bin Landei und muss manchmal raus. Bei meinen Städtetrips bewege ich mich am liebsten abseits der Touristenpfade. Oft bin ich in Stuttgart und in Wien, hin und wieder ganz woanders. Überall freue ich mich über witzige Begegnungen und kuriose Orte. Aber auch hinter jeder normalen Hausecke findet man meist etwas Besonderes. Du kannst einfach mitlesen oder aus meinen Geschichten Anregungen sammeln für deine nächste Reise.</description>
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      <title>Streifzüge durch Stuttgart, Wien und mehr</title>
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    <item>
      <title>Reise durch den Nachthimmel: Urania Sternenwarte Wien</title>
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      <description>Auf der Urania Sternenwarte den Blick in den Himmel genießen und zum Mond reisen.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Wenn es einem unten zu bunt wird – einfach in die Sterne schaun
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/Urania.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Beim ersten Mal verlaufe ich mich auf dem Weg hoch zur Urania Sternenwarte, denn das Gebäude beherbergt auch ein Restaurant mit Bar und so lande ich auf einer wilden Party und werde empfangen von hämmernden Beats und einer bunten, jungen Gästemischung. Duzende Hände weisen mir wippend den Weg: Treppe wieder runter, um das Gebäude rum, andere Treppe hoch.
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ich war bislang einmal im Sommer und einmal im Winter auf der Urania Sternenwarte. Im Sommer waren wir nur acht Besucher, das sind ideale Bedingungen, um lange Blicke durch das Teleskop werfen zu können. Es lohnt sich also, einen Termin auszuwählen, bei dem rund herum so viel los ist, dass so gut wie kein Mensch auf die Idee kommt, in die Sterne zu gucken.  Für mich ist es ohnehin eine verrückte Idee: Eine Sternenwarte vermute ich eher im lichtarmen Raum. Die Urania Sternenwarte Wien befindet sich aber mitten in der Stadt, neben dem Donaukanal, unweit vom Schwedenplatz. Hier ist es nie richtig dunkel. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Eine Sternenwarte mitten in der Stadt -wie passt das zusammen?
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Genau genommen beginnt die Geschichte der Urania Wien schon im Jahr 1883: Der deutsche Astronom Max Wilhelm Meyer war nach Wien gekommen, wo er an der Universität als Assistent historische wie zukünftige Sonnenfinsternisse berechnen sollte. Er hielt nebenbei volkskundliche Vorträge und entwickelte die Idee einer volksbildenden Institution. 1885 wurde er allerdings nach Berlin abberufen – und dort gründete er mit Wilhelm Foerster die Berliner Urania, um einem Laienpublikum Wissenschaft zugänglich zu machen. Und jetzt?
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Berliner Urania wird Wiener Vorbild
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Urania ist in der griechischen Mythologie die Muse der Sternenkunde. Und die Muse kam auch nach Wien: Die Wiener Urania wurde nach dem Vorbild der Urania Berlin im Jahr 1897 gegründet und am 7. Mai 1898 anlässlich der Jubiläumsausstellung zum 50-Jahre-Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I im Wiener Prater als provisorische Urania eröffnet. Sie war als Vorläuferin einer Urania gedacht, die nach der Jubiläumsausstellung in der Inneren Stadt als bleibende Institution errichtet werden sollte. Bis dahin vergingen noch ein paar Jahre mit Verhandlungen und um die finanziellen Mittel zusammenzubekommen. Mit der Planung des Neubaus betraute man den Jugendstilarchitekten Max Fabiani, einen Schüler Otto Wagners. Am 20. Mai 1910 öffnete die Urania Sternwarte erstmals ihre Kuppel – pünktlich zur Wiederkehr des Halleyschen Kometen. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Das Bildungsangebot in dem neuen Urania-Gebäude wurde währenddessen erweitert und neben dem üblichen Kursprogramm gab es auch viele Dichterlesungen, bei denen junge Literaten aus ihren Werken lasen, darunter Thomas Mann, Arthur Schnitzler, Hermann Hesse, Hugo von Hofmnannsthal und viele mehr. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           In den Jahren 2001 bis 2003 wurde die gesamte Urania generalsaniert – auch die Sternwarte erhielt eine neue Kuppel sowie ein modernes Teleskop und wurde technisch auf den neuesten Stand gebracht. Heute gehört die Urania Sternwarte zur Wiener Volkshochschulen GmbH.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Die Urania Sternenwarte in Wien bietet trotz Stadtlicht beeindruckende Blicke in den Himmel
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Als älteste öffentlich zugängliche Volkssternwarte Österreichs bietet die Urania übrigens trotz des allgegenwärtigen Stadtlichts eindrucksvolle Blicke in die Welt der Astronomie. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ich bin bei meinem ersten Besuch schon in dem Moment hin und weg, als sich die Kuppel öffnet und ein Stück Sternenhimmel freigibt. Und, auch wenn es hier um den Himmel geht, komme ich nicht umhin, mir einen Moment zu gönnen, um den grandiosen Ausblick über die Lichter der Stadt zu genießen. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Wir stehen im Kreis und lauschen unserer Guide, einer Astrophysikstudentin, die uns erklärt, was wir gleich durch das Teleskop betrachten werden. Dann schauen wir alle der Reihe nach durch das Teleskop in den Himmel. In mir kehrt eine angenehme Ruhe ein. Der ganze Weltentrubel mit allen erdenklichen Push-Nachrichten auf dem Handy gerät in den Hintergrund. Das Licht der Sterne braucht Millionen von Jahren, bis es bei uns ist. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Was wir sehen, sind Momentaufnahmen, die genau genommen schon wieder Geschichte sind. Aber die Sterne blinken eifrig weiter, neue entstehen und die Astrophysik entschlüsselt akribisch Rätsel um Rätsel des Universums. Neue Erkenntnisse widerlegen altes Wissen und dem Universum ist das, was wir hier treiben – um es wienerisch zu sagen – eh wurscht. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Den Schritten von Neil Armstrong auf dem Mond folgen
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Der letzte Leckerbissen, den wir zu sehen bekommen, ist der Mond. Und, ja, der Blick ist gigantisch. Ich habe nichts vergleichbar Schönes im Internet gefunden, als ich nach meinem Sternenwarten-Besuch nach Mondbildern suche. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Man meint, die ersten Fußabdrücke Neil Armstrongs aus dem Jahr 1969 entdecken zu können. Nein, natürlich nicht, aber ich sehe Krater, Vertiefungen, Licht und Schatten, erkenne eine Landschaft und das ist gigantisch. Als ich das zweite Mal auf der Sternenwarte bin, gibt es ein weiteres Highlight. Den Saturn. Deutlich sehe ich die Ringe des Saturn, die das ausgedehnteste und hellste Ringsystem im Sonnensystem bilden, bestehend aus unzähligen Eis- und Gesteinspartikeln. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ein bisschen wird mir bei diesem zweiten Mal flau im Magen, wenn die Beobachtungskuppel rotiert und ich folge dem Tipp, während des Drehens auf den Boden zu schauen. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Und am Ende der Veranstaltung fühle ich mich beschwingt, denn es gibt zum Glück weitaus Größeres, als uns Menschen.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 06 Feb 2026 17:53:44 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Feuerwache im Maurengebirge</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Das Massif des Maures - außergewöhnliche Begegnung
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20250904_142547.jpg" alt="Blick in das Maurengebirge"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Die Dämmerung breitet sich in der Umgebung aus und zu hören ist nur der beruhigende, blubbernde Motor unseres alten VW Käfers. Ansonsten hört man kein Geräusch. Ein bisschen fühlt es sich an wie nach Neuschnee, alles scheint in Watte gepackt. Da wir uns aber mitten in einem Naturschutzgebiet befinden, ist das unnatürlich. Normalerweise kündigen Vögel mit ihrem Abendgesang die Nacht an, hier ist es absolut still. Auch der Wind verursacht kein Blätterrauschen. Denn die Korkeichen am Straßenrand und auf den Hügeln um uns herum tragen kein einziges Blatt mehr, obwohl es erst September ist. Und die Baumstämme und Äste der Bäume sind kohlrabenschwarz. Es fühlt sich an, als würden wir durch eine Mad Max Kulisse fahren nach einer Apokalypse. Auch der Geruch ist nicht der nach frischem Wald.
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Zugetragen hat sich das im Jahr 1990. Wir waren als Studenten auf Tour und fröhlich gestimmt von der Route Napoleon abgefahren. Nun  durchquerten wir zum ersten Mal das südfranzösische Maurengebirge in Richtung Côte d’Azur. Es war auch das erste Mal, dass wir die Auswirkungen eines  verheerenden Waldbrandes gigantischen Ausmaßes unmittelbar erlebten, es sollte nicht das letzte Mal sein. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Woher kommt der Name Massif des Maures?
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Das Gebirge befindet sich zwischen Hyères und Fréjus im Departement Var. Es erstreckt sich über eine Fläche von 135 000 Hektar und ist 60 km breit, über 130 km lang und bis zu 780 m hoch. Der Name der Gebirgskette, Massif des Maures (Maurengebirge), hat seinen Namen von der dunklen Farbe des Gesteins und seiner Bewaldung mit Kork- und Steineichen und ist wohl auf das okzitanische Wort maouro (schwarz) zurückzuführen. Der Name hat sich mit den Jahrhunderten immer wieder verändert: Montem Maurum, Maura, la Maura im Jahre 1529, las Mauras de Bormettas. Historiker und Linguisten vermuten, dass der Name „montagne noire“ (schwarzer Berg), zuerst im Singular als „la noire“ (der Schwarze) benutzt wurde (la Maura, in Latein und Provenzalisch) und später auch im Plural, da das Gebirge mehrere Gipfel aufweist. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Zahlreiche markante Aussichtspunkte ermöglichen fantastische Ausblicke über die imposante Küste und kilometerweite Wälder im Landesinneren. Wer die Ruhe abseits der Touristenströme liebt und dem hippen Côte d’Azur-Lifestyle ab und zu den Rücken kehren möchte, ist hier goldrichtig. Man kann wandern und abgelegene Weingüter besichtigen, die, wie beispielsweise das Weingut Domaine Murennes, aufgrund schwerer Erreichbarkeit auch der Resistance einen Rückzugsort boten. Darüber schreibe ich aber ein anderes Mal.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Mit der Waldbrandgefahr leben
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Auffällig im Massif de Maures sind allgegenwärtig Warn- und Verbotsschilder, die bei bestimmten Wetterlagen das Begehen der Wege verbieten, um damit die Gefahr von Waldbränden einzudämmen. Damit muss man rechnen und das ist auch gut so. Denn leider sind Waldbrände im Maurengebirge keine einmalige Katastrophe, sondern treten immer wieder auf. Sie gehen nicht immer glimpflich aus. Bei einigen der Brände starben Menschen. Bei allen Bränden sind Natur und Tiere betroffen. Die Korkeichen erholen sich meist wieder schnell, das gilt nicht für die ebenfalls ansässigen Schirmpinien, ganz zu schweige von den Tieren, die nicht schnell genug das Weite suchen können. Die Natur kann sich über mehrere Jahre hinweg regenerieren, die Landschaft wird aber eine andere sein. Und immer, wirklich immer, sind hunderte von Feuerwehrmännern bei den Waldbränden im Einsatz, um die Feuer zu bekämpfen, manchmal viele Tage lang und immer bis zur Erschöpfung und in der Hoffnung und mit Blick auf Wind und Wetter, ob sich das Schlimmste verhindern lässt. Warum schreibe ich darüber?
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Feuerwehrmänner: Helden auf Abruf
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Die Idee entstand diesen Sommer, als wir an einem wundervollen sonnigen Septembertag bei bestem Wetter oberhalb des Örtchens Bormes les Mimosas steil bergan durch den Korkeichenwald zur Chapelle Notre Dame de Constance wandern. Der Blick von oben ist herrlich. Nach einem etwa 30-minütigen Fußweg und mächtig durchgeschwitzt genießen wir den Ausblick über die Küste und die Inseln Iles d'Or und Iles du Levant von der Kapelle aus.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ein Stück weiter befindet sich eine Aussichtsplattform mit 360-Grad-Aussicht. Bei näherem Hinsehen fallen mir von weitem zwei Menschen in tieforangen Oberteilen auf, die auf der Plattform sitzen und sich unterhalten.  Es sind Feuerwehrmänner, die hier Feuerwache halten. Für mich sind das zwei der Helden des Maurengebirges und ich möchte sie kennenlernen. Endlich zahlt sich für mich aus, dass ich seit etwa einem Jahr mein Schulfranzösisch mit einem Online-Kurs aufpoliere. Auffällig ist die Ruhe, die die beiden ausstrahlen. Das ist mir vertraut vom Kontakt zu Menschen, deren Arbeit darin besteht, in Ausnahmesituationen besonnen funktionieren zu müssen. Sehr entspannt und zugewandt gehen sie auf meine unperfekt auf Französisch formulierten Fragen ein. Oft treffe ich mittlerweile auf Französinnen und Franzosen, die lieber aufs Englische ausweichen, als Geduld für mein B1-Sprachniveau aufzubringen. Wir kommen ins Gespräch und unterhalten uns über Urlaube mit dem Wohnmobil, der eine der beiden fährt ein Hymermobil und ist davon begeistert. Als wir ihm berichten, dass wir etwa 40 km entfernt vom Hymer-Stammsitz in Deutschland unsere Heimat haben, ist er begeistert: „Eh bien, le monde est petit.“ (Die Welt ist klein.) Unsere Gesprächsthemen streifen nur am Rande die großen Brände von 2021 und 2017, die hier noch allen in Erinnerung sind.  Vielleicht ist das normal.  Es ist auf jeden Fall verständlich: Die beiden Feuerwehrmänner müssen sich konzentriert fokussieren, wenn Gefahr im Verzug ist. Jetzt plaudern sie, aber immer mit aufmerksamem Rund-um-Blick über die bewaldeten Hügel und immer mit halbem Ohr am Funkgerät, aus dem, begleitet von Knarzen und Rauschen, kurze Meldungen eingehen. Das ist der Moment, indem ich beschließe, den Blog über die Begegnung mit den beiden Feuerwehrmännern  zu schreiben. Für mich sind sie stellvertretend für alle, die für die Sicherheit im Maurengebirge sorgen. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Eine Präventionskampagne liefert nützliche Informationen für Touristen und Einheimischen:
           &#xD;
      &lt;a href="https://www.prevention-incendie-foret.com/"&gt;&#xD;
        
            https://www.prevention-incendie-foret.com/
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Konkrete Verhaltenstipps für Waldbesuche gibt es hier:
           &#xD;
      &lt;a href="https://www.prevention-incendie-foret.com/pratiques-a-risque/en-foret-interdiction-de-faire-feu"&gt;&#xD;
        
            https://www.prevention-incendie-foret.com/pratiques-a-risque/en-foret-interdiction-de-faire-feu
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Die Risikomeldungen werden zwischen Juni und September täglich aktualisiert:
           &#xD;
      &lt;a href="/"&gt;&#xD;
        
            Zugangskarte zu den Waldgebieten des Var und Arbeitsvorschriften in den Waldgebieten des Var
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 16 Nov 2025 14:26:59 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Viel Gelassenheit in Flensburg</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/viel-gelassenheit-in-flensburg</link>
      <description>Flensburger Punkte will keiner. Für Rum, Plopp und eine aufregende Geschichte lohnt sich dennoch ein Besuch.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Fischbrötchen, Rum, Plopp und Förde.
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  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/Flensburg-5.jpg"/&gt;&#xD;
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         Viele Autofahrer fürchten sich vor „Punkten in Flensburg“, denn hier befindet sich das Kraftfahrt-Bundesamt. Der eine oder andere weiß, dass Beate Uhse den ersten Sexshop der Welt in Flensburg gegründet hat. Dieser war 1962 Grundstein für ihr späteres millionenschweres Uhse-Imperium. Und manch ein Biertrinker kennt das berühmte Plopp, welches das Flensburger Bier auszeichnet. Aber wer weiß schon, warum im Bundestag auch Dänemark eine Rolle spielt und wieso das auch mit Flensburg zusammenhängt?
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           Helle Nächte - entspannte Tage
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           Wir verbringen eine Urlaubswoche in Flensburg, nahe Wassersleben in einer kleinen Dachgeschoss-Maisonettewohnung in einem der für die Region typischen Klinkerhäuser mitten in einem deutsch-dänischen Wohngebiet. Dänemark ist einen Katzensprung entfernt. Das Erste, was mich überrascht, sind die hellen Nächte. Anfang Juni geht die Sonne erst um 22 Uhr unter. Ein Spaziergang in der Abenddämmerung ist problemlos bis 23 Uhr möglich. Und wenn ich morgens vom Vogelgezwitscher aufwache, ist es nicht, wie zuhause, 5 Uhr, sondern 3 Uhr. Das liegt daran, dass wir uns 54° 47′ nördlicher Breite befinden. Somit haben wir ausgehend vom südlichsten Deutschland sechs Breitengrade überquert. 
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           Flensburg ist eigentlich keine typische Stadt für Urlauber. Wer hier ankert, wird in den Alltags-Flow integriert, man schwingt einfach mit, egal, ob man mit dem Linienbus ins Stadtzentrum fährt, an der Förde für die leckersten Fischbrötchen in langer Schlange mit der einheimischen Bevölkerung ansteht oder bei einer Führung durch die Flensburger Brauerei in unmittelbarer Nähe der Europa-Universität gemeinsam mit zahlreichen Studenten rund um die Braukessel schwitzt. 
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            Flensburg ist das Stehaufmännchen unter den Städten
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           Flensburg blickt gelassen auf eine sehr bewegte Geschichte zurück, anders als viele Städteberühmtheiten, die daraus einen Hype machen würden: 
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Am Inneren Bereich der Flensburger Förde war bereits um die Mitte des 12. Jahrhunderts eine Handels- und Fischersiedlung entstanden. Historiker vermuten, dass es dafür mehrere Gründe gegeben hat. Zum einen galt der Ort als sicherer Hafen vor starken Winden und zum anderen kreuzten sich hier zwei wichtige Handelsrouten. Und außerdem gab viele Heringe in der Förde. 
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           1284 bekam der Ort vom dänischen König Erik Glipping die Stadtrechte verliehen. Bestätigt wurde dieses von Herzog Waldemar IV von Schleswig. Man darf allerdings nicht meinen, dass es von nun an stetig bergauf ging mit der Stadt. Sie wurde im Verlauf ihrer Geschichte immer wieder gebeutelt. Dazu zählten Seuchen, die aufgrund der im Hafen ankernden Schiffe schnell ihr Ziel erreichten, ebenso, wie kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Dänen und der Hanse und Holstein, Sturmfluten, Stadtbrände und mehr. 
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Von all dem ließen sich die Flensburger aber nicht unterkriegen und machten ihre Heimat nach dem Niedergang der Hanse im 16. Jahrhundert zu einer bedeutenden Handelsstadt. Die Kaufleute handelten bis ins Mittelmeer, nach Grönland und in die Karibik. Wichtige Güter waren Heringe, Zucker und Tran. Beendet wurde diese erste Blütezeit durch den Dreißigjährigen Krieg und die Dänisch-Schwedischen Kriege. Doch auch danach rappelte sich die Stadt wieder auf und erlebte im 18. Jahrhundert eine zweite Blüte, diesmal durch den Rumhandel.
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            Der Karibik nah, dem Rum noch näher 
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Die Geschichte des Flensburger Rums ist eng verbunden mit dem Zeitalter der Seefahrt, der Eroberungen und Entdeckungen. Dass es dazu kam, verdankt Flensburg seiner ehemaligen Zugehörigkeit zum dänischen Königreich. Man muss wissen, dass die Stadt über 400 Jahre unter dänischer Krone war. Dänemark wiederum gehörte zu den ersten Kolonialmächten in Europa. So zählten zum dänischen Gesamtstaat neben Norwegen, den Herzogtümern Schleswig und Holstein, den Färöer Inseln, Grönland, Island, einem kleinen Teil der afrikanischen Goldküste und den indischen Kolonien Tranquebar, Serampore und Nicobars auch Dänisch Westindien mit seinen drei kleinen Inseln St. Thomas, St. John und St. Croix.
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Und Flensburg war im 18. Jahrhundert neben Kopenhagen und Altona einer der bedeutendsten Handelshäfen für die Schiffe der Westindien-Flotte. Auf der Suche nach Zucker brachen die Seefahrer in die karibischen Kolonien auf und brachten den Rohrzucker nach Flensburg – und später den Rum. Wer sich mehr für Rum und seine Geschichte interessiert, wird hier fündig: 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;a href="https://www.braasch.sh/das-museum/flensburger-rumgeschichte/"&gt;&#xD;
        
            https://www.braasch.sh/das-museum/flensburger-rumgeschichte/
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Auch der Sklavenhandel spielte in dem Zusammenhang eine große Rolle, das wurde lange Zeit verdrängt. Die Stadt wuchs über ihre Mauern hinaus und wurde nach Kopenhagen zum zweitgrößten Hafen im dänischen Gesamtstaat. Doch auch diese Zeit hielt nicht ewig.
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    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Deutschland oder Dänemark - 1920 musste man sich entscheiden
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    &lt;/div&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 kam die Stadt zu Preußen, und die hochdeutsche Sprache prägte zunehmend das Leben. Auch architektonisch drückten die Preußen der Stadt ihren Stempel auf, zahlreiche Gebäude geben heute noch davon Zeugnis. Nach dem Ersten Weltkrieg kam es zu einer bedeutenden Entscheidung: 1920 wurde nach Beschluss des Völkerbundes über den Grenzverlauf in Schleswig abgestimmt. Das gemeindeweise abstimmende Südschleswig mitsamt Flensburg votierte mit großer Mehrheit für den Verbleib bei Deutschland. 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           So kommt es, dass dänische und deutsche Kultur heute immer noch in beiden Teilen Schleswigs gelebt werden - übrigens bezeichnen die Dänen Nordschleswig als Südjütland. Seit Ende 2018 ist die deutsch-dänische Grenzregion mit ihren Minderheiten im nationalen Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO verzeichnet - auf deutscher und dänischer Seite. Und der Deutsche Bundestag beherbergt ein Mitglied des Südschleswigschen Wählerverbands (SSW). Hintergrund ist, dass die Partei der dänischen und friesischen Minderheit von der Fünf-Prozent-Sperrklausel befreit ist. 
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
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            Flensburg heute: Rum-Regatta und Dr. Nice
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      &lt;/b&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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           An unserem ersten Urlaubstag bekommen wir gerade noch so die sich in den letzten Zügen befindende Rum-Regatta mit. Das ist ein jährlich stattfindendes „internationales Treffen historisch segelnder Berufsfahrzeuge“. So nüchtern das klingt, so aufregend ist der Besuch auf einem der riesigen Segelschiffe. Wir gehen an Bord eines Schiffes, gebaut im Jahr 1911 und noch heute im Jahresturnus unterwegs von Flensburg in die Karibik und zurück. Dabei dürfen wir in die Kabinen schauen, mit der Mannschaft sprechen und einem Gespräch unter Fachleuten über Sextanten versus moderner GPS-Technologien lauschen - alles gechillt und sogar kostenfrei.
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ebenso unspektakulär entdecke ich bei einem meiner spätabendlichen Spaziergänge entlang der Förde Richtung Wassersleben das Hotel, indem Dr. Nice logiert, wenn er für die gleichnamige ZDF-Fernsehserie seinen trotzigen Charakter zum Besten gibt. Gerade ist Drehzeit, Kamerateams sind vor Ort und rufen mir ein fröhliches „Moin, moin“ zu. An der Tür des Hotels, welches außerhalb der Drehzeiten übrigens auch für Urlaubsgäste öffnet, hängt lediglich ein kopiertes A4 Blatt, auf dem steht „Er ist wieder da. Dr. Nice. Wir drehen gerade.“ Ich erinnere mich derweil an hektisch-ernst-angespannte Szenen rund um Filmdrehs in Berlin, ach ist das schön hier, denke ich bei mir und atme tief die entspannte Förde-Ostseeluft ein. 
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    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Auf der Groschenseite oder auf der Pfennigseite?
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      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Bei einer Stadtführung „Höfe und Rum“ erfahren wir, dass Flensburg nicht bombardiert wurde. Es gab zwar zwei Anläufe dazu, „der eine scheiterte am Wind, der die totbringende Fracht Gott sei Dank wegwehte und der zweite Anlauf scheiterte am Flensburger Schietwetter mit Nebel“, erklärt unser Guide. Deshalb stehen hier Gebäude aus den verschiedensten architektonischen Epochen bestens erhalten friedlich nebeneinander. 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Das Zentrum der Stadt konzentriert sich entlang eines einzigen Straßenzugs, der Holm-Große-Straße-Norderstraße. Dieser befindet sich parallel zur Förde, gesäumt von einer Vielzahl markant im 90° Winkel zur Straße angelegten langgezogenen Gebäudekomplexen aus verschiedenen Jahrhunderten, den Kaufmannshöfen. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Die Grundstücke sollten an der Straße liegen und gleichzeitig Anschluss an das Wasser des Hafens haben, damit Waren direkt umgeschlagen werden konnten. Die Seehandelskaufleute siedelten bevorzugt an der Ostseite, da dort die Grundstücke direkt an den Hafen angrenzten. Hier standen zunächst die straßenseitigen Vorderhäuser mit Kontor- und Wohnräumen. Daran schlossen sich Saalbauten mit repräsentativen Wohnräumen an. Es folgten Seitenflügel, die der Lagerung von Waren und gewerblichen Aktivitäten dienten. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Auch auf der westlichen Straßenseite siedelten sich Kaufleute an. Die Höfe waren kleiner und wurden von Handwerkern und Fuhrleuten bewohnt. Deshalb hießen die Höfe der westlichen Seite auch Pfennigseite und die Höfe der östlichen Seite Groschenseite. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Aus der Vogelperspektive betrachtet ergibt sich durch die Anordnung der Höfe an der Straße das Bild einer Fischgräte. Und leckeren, frischen Fisch, das kann ich mit Fug und Recht behaupten, bekommt man in Flensburg an jeder Ecke.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 17 Jul 2025 15:27:43 GMT</pubDate>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Arcimboldo und die Kopisten</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/arcimboldo-und-die-kopisten</link>
      <description>Über den Renaissance-Künstler Arcimboldo, Kopisten und Künstliche Intelligenz.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Heute geht es um das Multitalent Arcimboldo, um Kopisten und um KI.  
        &#xD;
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  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/Arcimboldo.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
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         Bei meinem letzten Wienaufenthalt stand das Kunsthistorische Museum innerhalb von 24 Stunden gleich dreimal auf dem Plan, mit einer Jahreskarte lohnt sich das allemal und ich wollte unbedingt die Ausstellung ergründen: „Arcimboldo, Bassano und Bruegel – Die Zeiten der Natur “, zu sehen bis 29. Juni 2025.   
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            3-mal in 24 Stunden in derselben Ausstellung
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Die Kompositbilder von Guiseppe Arcimboldo (1526 – 1593) faszinieren mich schon lange. Für mich gilt der Renaissance-Künstler allein deshalb als revolutionär, weil er mit seinen Werken in einer Zeit Illusionen schuf, als das reale Vorstellungsvermögen noch relativ begrenzt war, indem er menschliche Köpfe aus einer Vielzahl von Gegenständen wie Obst, Gemüse, Blumen, Tieren und anderen Objekten zusammensetzte. (Heute würde man sagen, der hat beim Malen was geraucht, um auf diese Ideen zu kommen.) Das Ergebnis sind aber sehr präzise und detailreiche Darstellungen, die zahlreiche Überraschungseffekte breit halten.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Die vier Jahreszeiten gibt es in München und in Wien
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Spannend finde ich auch, dass es beispielsweise zu seiner Reihe der Jahreszeiten mehrere Serien gibt - Arcimboldo hat sich sozusagen selbst kopiert. Eine Serie der vier Jahreszeiten ist seit 1598 in der Münchner Kunstkammer der Familie Wittelsbach nachgewiesen und man vermutet, dass diese noch vor 1562 und somit vor Arcimboldos Übersiedlung an den Hof nach Wien geschaffen wurde, wo er dann 1563 eine Serie der Jahreszeiten für Kaiser Ferdinand I bzw. nach dessen Tod für Kaiser Maximilian II erstellte, ergänzt um einen Zyklus der Elemente.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Während der Sonderausstellung in Wien kann man Werke der vier Jahreszeiten aus der München Zeit neben Werken der vier Jahreszeiten aus der Wiener Zeit und Bilder aus der Reihe der Elemente bewundern. Zudem gibt es ein Selbstbildnis von Arcimboldo mit dem Titel ´Die vier Jahreszeiten in einem Kopf` zu sehen (Foto im Blog), welches normalerweise in Washington hängt. Besonders hat es mir aber der Frühling angetan. Das Bild aus dem Wiener Zyklus hängt in Mailand und mich freut deshalb, hier nun die Münchner Version in Augenschein nehmen zu dürfen. Der Frühlingskopf besteht aus einer Vielzahl verschiedenster präzise gemalter Blumen und Blattwerk. Aus der Ferne betrachtet wirkt das Bild wie ein stattlich gekleideter, schöner junger Mann. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Kein Foto vom Frühling!
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      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Nun hängen alle diese wundervollen Werke eng beieinander und es ist vorauszusehen, dass ein stetiger Besucheransturm ein ausführliches Betrachten schwer machen wird. Also gehe ich bereits an meinem ersten Wienabend kurz vor Schließung in die Ausstellung und vertiefe mich in die detailreiche Bildgestaltung der Werke Arcimboldos. Irgendwann kann ich nicht anders und zücke das Handy, um ein Foto vom Frühling zu machen. Das wird mir gleich höflichst untersagt mit den Worten „gerne von den Wiener Exponaten, bei den Münchner Bildern ist Fotografieren nicht erlaubt“. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Nun ja, ich halte mich selbstverständlich an die Regel, keine Kopie in Form eines Fotos zu erstellen. Als ich viel später wieder zuhause bin, entdecke ich allerdings auf der weltbekannten Shopping-Plattform mit dem Anfangsbuchstaben A in rauen Mengen T-Shirts von Arcimboldos Frühling. Die T-Shirts werden zum Spottpreis angepriesen und kommen in der Darstellung nahe ans Original. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Wo ist der Herbst?
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Zurück zur Ausstellung: Für meinem zweiten Besuch am nächsten Morgen muss ich mir ein Zeitfenster buchen. Wieder stehe ich vor dem Frühling, er zieht mich einfach magisch an. Neben mir steht ein kleines etwa 10 Jahre altes Mädchen mit ihrer Großmutter. Sie fragt diese: „Wo ist eigentlich der Herbst?“ Da muss ich doch lachen, vor lauter Frühling war mir doch tatsächlich entgangen, dass der Herbst weder in der Münchner Reihe noch in der Wiener Reihe hängt. Bei dem Mädchen bedanke ich mich für ihre Aufmerksamkeit und recherchiere sofort. Der Wiener Herbst gilt als verschollen. Der Münchner Herbst ist leider in so schlechtem Zustand, dass er keine Ausstellung überstehen würde. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Fake News schon in der Renaissance
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Am Nachmittag gehe ich ein drittes Mal in die Ausstellung. Diesmal habe ich mir ein Zeitfenster mit Führung ausgewählt und zwar nicht mit Fokus auf Arcimboldo. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Aus der Führung sind mir vor allem zwei Dinge hängen geblieben. Leandro Dal Ponte, genannt Bassano (1557-1622) hatte einen Zyklus mit den zwölf Monaten erstellt. Ihm ging es darum, so zu malen, dass sich das adelige Publikum in den Bildern wiederfinden konnte.  So stellte er im Bild ´Februar´ erstmalig in der italienischen Kunst der Renaissance den Karneval dar. Und auf dem Bild ´Januar´ (1581-87) kehren reich gekleidete Männer von der Jagd zurück und Bauern wärmen sich an einem Feuer. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass die dargestellten Bauern allesamt sehr gut genährt aussehen. Das, so unser Guide, geschah mit Absicht, um den Auftraggebern der Bilder zu schmeicheln und allen Betrachtern zu suggerieren, dass die Dienstherren selbstverständlich gut für ihr Volk und ihre Bauern sorgten. In Wirklichkeit waren die Bauern natürlich bei weitem nicht so gut genährt. So viel zum Thema Fake News in der Renaissance und den Möglichkeiten, die Realität mit virtuellen Mitteln ein wenig anzupassen. Hatte also schon vor rund 450 Jahren Methode.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
             
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Im Gespräch mit einer Kopistin
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Nach der Führung schlendere ich noch weiter durch das Kunsthistorische Museum und frohlocke, als ich in einem der Säle eine mit Pinseln und Farben professionell ausgestattete Staffelei nebst einem halb fertig gemalten Bild entdecke. „Eine Kopistin ist hier am Werk“, freue ich mich. Sie kommt einen Moment später zur Staffelei zurück und erzählt mir etwas über die Kopisten im Kunsthistorischen Museum.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Es gibt die Möglichkeit, sich im Museum einen Kopistenausweis erstellen zu lassen. Die kennengelernte Kopistin war eigentlich von Beruf Pianistin, ist gleichzeitig eine begabte Malerin und kopiert nun seit ihrem Renteneintritt Gemälde im Kunsthistorischen Museum. Es gibt Kopisten, die Auftragsarbeiten annehmen und durchführen und es gibt welche, die Werke nur aus reinem Vergnügen für sich kopieren. Meine Gesprächspartnerin kopiert nur zu ihrem Vergnügen. Ohne weiteres darf man das allerdings nicht, im Kunsthistorischen Museum gilt eine Kopierordnung (
           &#xD;
      &lt;a href="https://www.khm.at/kunstwerke/kopierordnung-der-gemaeldegalerie-des-kunsthistorischen-museums-1311631"&gt;&#xD;
        
            https://www.khm.at/kunstwerke/kopierordnung-der-gemaeldegalerie-des-kunsthistorischen-museums-1311631
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      
           ) und man muss sich bei der Leitung vorab offiziell als Kopist bewerben und erhält im Falle eines positiven Bescheids einen extra Ausweis. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Mir ist das Hobby sympathisch. Es braucht Geduld, sich an ein Kunstwerk anzunähern, sich die Zeit zu nehmen, die Farben genau zu mischen, sich mit Proportionen, Formen, Licht- und Schattenwirkung auseinanderzusetzen und dabei nie ganz allein zu sein, weil der Besucherstrom im Kunsthistorischen Museum nicht abreißt. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Das Hobby ist wie ein kleiner Gegenentwurf zu den vielen, kurzlebigen Möglichkeiten, heute Themen und sich virtuell in Szene zu setzen.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            KI und Urheberrecht
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Apropos virtuell. Wer mit digitalen Medien zu tun hat, kommt hierbei auch nicht um das Thema Künstliche Intelligenz. Gebe ich einer KI den Auftrag (man nennt es prompten)  "Male den Frühling von Arcimbodo", erscheint in Sekundenschnelle ein Bild. Mit dem Original hat dies allerdings wenig zu tun. Auch das Urheberrecht gilt damit nicht verletzt: „Das deutsche Urheberrechtsgesetz schützt diverse Arten von Werken. Werke sind nach § 2 Absatz 2 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) aber nur persönliche geistige Schöpfungen. Diese persönlichen geistigen Schöpfungen setzen eine menschliche, kreative Leistung voraus – dies wird der Erzeugung von Bildern mittels künstlicher Intelligenz derzeit abgesprochen.“ (
           &#xD;
      &lt;a href="https://www.kom.de/recht/was-bei-ki-generierten-bildern-zu-beachten-ist/"&gt;&#xD;
        
            https://www.kom.de/recht/was-bei-ki-generierten-bildern-zu-beachten-ist/
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      
           )
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 15 Jun 2025 14:34:51 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/arcimboldo-und-die-kopisten</guid>
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      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/Arcimboldo.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/Arcimboldo.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Im Hauptstaatsarchiv Stuttgart: Herzog Ulrich und die Bauern im Krieg von 1525</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/im-hauptstaatsarchiv-stuttgart-herzog-ulrich-und-die-bauern-im-krieg-von-1525</link>
      <description>Spannende Zeitreise zum Bauernkrieg 1525 aus der Sicht des Möglichen.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Eine wertvolle Ausstellung, ohne Glanz und Gloria
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20250313_161345-4161f21e.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Wer bis 25. April 2025 die Gelegenheit nutzt, zu den Öffnungszeiten ins Hauptstaatsarchiv Stuttgart in der Konrad-Adenauer-Straße 4 zu gehen, wird reichlich belohnt. Dort wartet eine kleine, aber sehr feine Ausstellung über einen wesentlichen Aspekt des Bauernkriegs im Jahr 1525.
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Wie so oft stolpere ich in diese Ausstellung eher zufällig. Das Wetter ist mies, der Tag regnerisch. Die Ausstellung ploppt auf der Website der Stuttgart-Tourist auf, als ich nach einem Schlechtwetterprogramm suche. Unter https://www.stuttgart-tourist.de/ findet man zuverlässig einen Überblick über tagesaktuelle Highlights in der Landeshauptstadt. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Das Jahr 2025 gilt als Gedenkjahr für den Bauernkrieg 1525. Zahlreiche Veranstaltungen an vielen Orten in Baden-Württemberg und darüber hinaus ermöglichen 500 Jahre nach dem Ereignis, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Im Hauptstaatsarchiv lerne ich Spannendes über den Bauernkrieg 
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           So lande ich im Hauptstaatsarchiv. Aus der Innenstadt kommend befindet sich dieses linkerhand vom klassizistischen Wilhelmspalais. Der zwischen 1963 und 1969 erstellte und unter Denkmalschutz stehende Archivzweckbau wirkt neben dem Wilhelmspalais ausgesprochen nüchtern. Der Eindruck bleibt bei mir auch erhalten, als ich in das Gebäudeinnere trete. „Hier geht es also nicht primär um Show“, ist mein erster Gedanke.  Im Vorraum stehen Panels mit Plakaten und zwei Tische mit Touchscreens, alles zum Thema „Herzog Ulrich und die Bauern im Krieg von 1525“. In einem separaten Raum befinden sich zahlreiche Exponate, Schriften und Erläuterungen. Wo jetzt anfangen? 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ich habe riesiges Glück, denn just gerade führt ein Mitarbeiter des Hauses (leider habe ich ihn nicht nach seinem Namen gefragt) eine Minigruppe, bestehend aus einem Studenten und zwei Studentinnen, durch die Ausstellung. Er gibt mir grünes Licht, mich dazuzugesellen. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Herzog Ulrich versus Jerg Ratgeb
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Die Ausstellung spannt einen Bogen rund um die schillernde Persönlichkeit Herzog Ulrichs von Württemberg (1487–1550), der Rolle Württembergs und Stuttgarts bis hin zur außergewöhnlichen Konstellation von Herzog Ulrich und den aufständischen Bauern. Der Herzog, zuvor aus seinem Land vertrieben, verbündete sich mit den Bauern, um seine Herrschaft zurückzugewinnen. Die Allianz scheiterte jedoch auf dramatische Weise. Die Ausstellung beleuchtet die Hintergründe und Auswirkungen des historischen Ereignisses mit besonderem Blick auf die Region Schwaben. Ebenso in Blick genommen wird auch die Rolle des Malers Jerg Ratgeb als Bauernkanzler. Ratgeb muss für seine Rolle schlussendlich mit dem Leben bezahlen. Herzog Ulrich kehrt 1534 nach Württemberg zurück und übernimmt wieder die Herrschaft. Kurator der Ausstellung ist Dr. Erwin Frauenknecht.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Doch was genau passierte um Herzog Ulrich? 
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           „Herzog Ulrich von Württemberg war 1519 vom Schwäbischen Bund aus Land und Herrschaft vertrieben worden. Seither regierte das habsburgische Kaiserhaus das Land, ab 1522 Erzherzog Ferdinand, der Bruder des Kaisers. Man stützte sich dabei auf die altgläubigen Eliten, die "Ehrbarkeit" in den Städten und die Geistlichkeit und Prälaten der großen Klöster. Doch die neuen Ideen und Glaubenssätze von Freiheit und Wahrheit, die mit den Lehren Martin Luthers vor allem über die benachbarten Reichsstädte auch in Württemberg verbreitet wurden, fanden besonders beim einfachen Volk viele Anhänger. Weit über Württemberg hinaus schlossen sich im Frühjahr 1525 Bauernhaufen zusammen, um gegen die Obrigkeit und die Geistlichkeit vorzugehen. Mit ihrem Programm der „12 Artikel“ forderten die Aufständischen in Schwaben ihr "göttliches Recht" auf Freiheit von obrigkeitlichen Lasten und evangelische Wahrheit ein. Martin Luther freilich lehnte seine Unterstützung des gewaltsamen Aufruhrs ab und nahm in berühmten Schriften gerade auch gegen die schwäbischen Bauern deutlich Stellung.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Herzog Ulrich, der den Bauernaufstand zur Rückeroberung seiner Herrschaft nutzen wollte, scheiterte gemeinsam mit den Aufständischen, die in mehreren Schlachten von den Truppen des Schwäbischen Bundes geschlagen wurden. Zahllose Beteiligte mussten der österreichischen Herrschaft nun Urfehde schwören und sich von der "lutherischen Sekte" distanzieren.“ ( Zitiert aus:
           &#xD;
      &lt;a href="https://www.landesarchiv-bw.de/de/themen/praesentationen---themenzugaenge/62158"&gt;&#xD;
        
            https://www.landesarchiv-bw.de/de/themen/praesentationen---themenzugaenge/62158
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      
           )
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ein Blick durchs Schlüsselloch
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Dank der Führung, an der ich zufällig teilnehmen darf, lerne ich noch mehr. Denn nicht umsonst wurde diese Ausstellung im Hauptstaatsarchiv kuratiert. Es geht hier offensichtlich nicht darum, Geschichte durch Show lebendig zu machen. Ausgestellt sind Großteils Originaldokumente. Mitthilfe dieser kann man sich auf eine Zeitreise begeben. Das Bild kann aber nie vollständig werden. Es bleibt bei einem Blick durchs Schlüsselloch, man kann Ausschnitte erfassen und sich andere Teile dazu denken. Das macht die Führung deutlich. Vieles bleibt Vermutung. Und genau für diesen Hinweis bin ich dankbar. In Zeiten, in denen wir zum Beispiel aufgrund von Social Media und KI dazu angehalten sind, neu zu lernen, was Fiktion von Wirklichkeit trennt, ist das wohltuend.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Chiffrierte Informationen als Schutz vor Feinden
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Umso mehr Freude macht es mir, mich mit den Themen zu beschäftigen, die bereits erforscht sind. So kann man beispielsweise im Vorraum an einem der Touchscreens die Chiffriermethode einer sehr brenzligen schriftlichen Depesche näher kennenlernen. Hintergrund ist, dass die Nachrichten schon damals chiffriert (hier waren es Nummernreihen) übermittelt worden waren, um Feinden, falls diesen die Schriften in die Hände fallen sollten, keine Informationen zu liefern. Auf dem Foto oben ist ein Ausschnitt eines Briefes zu sehen. Unterschrieben mit Cito Cito Cito ... (übersetzt aus dem lateinischen etwa schnell, rasch, geschwind). Auf dem weiteren Foto ist ein Ausstellungsexponat, ein Helm Herzog Ulrichs, um zu erschrecken.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ein weiterer Touchscreen greift thematisch die kurze Belagerung Stuttgarts durch die Bauern auf. Hier kann man sich ein städtebauliches Bild Stuttgarts aus dieser Zeit machen. Das animiert zu einem anschließenden Spaziergang in Stuttgarts Süden.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Wen es nach diesem Blogartikel ins Hauptstaatsarchiv nach Stuttgart zieht, dem empfehle ich, eine Führung zu buchen oder an einer der mittwochs stattfindenden Führungen teilzunehmen.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Infos dazu: 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;a href="https://www.stuttgart-tourist.de/e-herzog-ulrich-und-die-bauern-im-krieg-von-1525"&gt;&#xD;
        
            https://www.stuttgart-tourist.de/e-herzog-ulrich-und-die-bauern-im-krieg-von-1525
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 16 Mar 2025 16:01:23 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/im-hauptstaatsarchiv-stuttgart-herzog-ulrich-und-die-bauern-im-krieg-von-1525</guid>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20250313_160909-2.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Mit Lukas im Wiener Untergrund</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/mit-lukas-im-wiener-untergrund</link>
      <description>Ab in Wiens Untergrund in einen 15 Meter tiefen Keller. Hier wartet Geschichte und es ist nichts für schwache Nerven.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         In einem 15 Meter tiefen Keller Wiens.
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/Lukas_Wien_Untergrund.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Wir treffen uns an einem Sonntagnachmittag im Februar im Arne-Karlsson-Park im neunten Wiener Bezirk. Von weitem erkennen wir die wartende Gruppe, bestehend aus 20 Personen. Mittendrin steht Lukas und sein Helfer, beide tragen weit sichtbar gelbe Warnwesten.
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
          &#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ab in den Wiener Untergrund 
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Wir wollen heute in den Wiener Untergrund und haben für die nächsten 90 Minuten eine Führung gebucht bei Lukas. Lukas Arnold ist fasziniert von verlorenen Orten in Wien und von dem, was sich unter Wien verbirgt. Deshalb hat der junge Mann vor sieben Jahren mit weiteren Interessierten einen Verein gegründet, die „Interessengemeinschaft zur Erforschung und Dokumentation unterirdischer Bauten“. Der gemeinnützige Verein beschäftigt sich leidenschaftlich mit der faszinierenden Unterwelt und der reichen Geschichte Wiens. Seit über sieben Jahren widmet sich Lukas Arnold und sein Team intensiv den unterirdischen Bauwerken der Stadt. Während sich seine Altersgenossen in Clubs vergnügen, hatte er laut eigenen Aussagen immer schon ein Faible für das, was sich unter Wien verbirgt. So geht er auch ganz auf in seinem Element, die Begeisterung ist für die nächsten anderthalb Stunden fühl- und spürbar. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Zunächst gibt Lukas uns eine kleine Einführung, erklärt, dass der tiefste Keller, den wir besuchen werden, 15 Meter unter der Erde liegt und dass wir uns bei unserer Führung unter verschiedenen Häusern hin- und her bewegen werden.  Es ist eisig kalt an dem Tag und alle freuen sich, als es losgeht. Da der Zugang zu den Kellern über ein privates Mietshaus erfolgt, dürfen wir nicht fotografieren und sollen beim Zutritt leise sein, so ist es mit den Eigentümern abgestimmt. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ein Verein voller geschichtsbegeisterter Wiener gräbt tief
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Die erste Kelleretage sieht relativ normal aus, Zählerkasten, Spinnenweben und ein paar unbenutzte Fahrräder. Lukas erklärt, dass er Licht dabeihat, teilt aber an die, die sich so wohler fühlen, noch Taschenlampen aus. Ich greife beherzt zu. Dann geht es über eine steile Stiege immer weiter hinab, bis wir in einem Gewölbekeller stehen, der Boden ist nur gestampft. Wände und Decken bestehen aus gebrannten Ziegelsteinen. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Die Größe ist gigantisch. Der Keller ist rund 20 Meter lang, fünf Meer breit und sechs Meter hoch. An der Decke befinden sich etliche Lüftungskanäle, die den Keller mit Frischluft versorgen. Eine Stahlleiter dient als Notausstieg in das darüber liegende Geschoss. In einem extra Raum befinden sich noch die nach Frauen und Männern getrennten WC-Abteile aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, als der Keller als Luftschutzkeller diente. Auch die Blecheimer stehen noch da. Kanalisation gab es nicht, nach Gebrauch der Eimer wurde Sägespäne oder Stroh darüber geschüttet. Man weiß nicht mehr genau, wie viele Menschen den Keller als Zuflucht vor Bomben im Zweiten Weltkrieg nutzten, es dürfen aber hunderte gewesen sein. Vor dem Zweiten Weltkrieg war der Keller als Lagerraum benutzt worden, da hier die Temperaturen über das Jahr hinweg konstant knapp über zehn Grad Celsius liegen. Spannend ist, dass von dem Keller aus diverse Verbindungsgänge zu den Kelleranlagen der benachbarten Häuser bestehen, die zum Teil verschüttet sind. Man kann sich die Größe eines großstädtischen Untergrundlebens gut vorstellen. 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Einen Hinweis gibt Lukas hier auch auf das Leben im Wiener Untergrund, welches mit Errichtung der Wiener Kanalisation Ende des 19. Jahrhunderts begann, zur Zuflucht für Arbeits- und Obdachlose zu werden. Stellen- und Obdachlose verbrachten einen großen Teil ihrer Tage mit dem Herausfischen von Gegenständen aus den Abwässern, dem so genannten „Strotten“. Einige Strotter – aber auch mehrere Obdachlose – lebten in der Kanalisation, wo sie in manchen Gängen, Kammern und Luftschächten Möglichkeiten zum „Wohnen“ vorfanden. Die Zahl der Strotter und Obdachlosen nahm erst ab, als 1934 die „Kanalbrigade“ gegründet wurde, die gegen kriminelle Banden und gegen Vagabunden härter vorgehen sollte. Das zeigt hier auch ein großes Schwarzweißfoto aus dem bekannten Film "Der dritte Mann", auf dem die sogenannte Kanalbrigade abgebildet ist. 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Lukas erzählt, dass sein Team aus geschichtsbegeisterten Wienerinnen und Wienern besteht, die mehr über ihre eigene Stadtgeschichte erfahren möchten und dieses Wissen gerne mit der Bevölkerung teilen. Hierzu wird in Archiven gestöbert und historische Zeitungen durchkämt. So erschließen sich einzelne Puzzleteile, wo sich ein interessanter Keller befinden kann und seit wann es ihn möglicherweise gibt. 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Der Keller, in dem wir uns befinden, war im hinteren Teil verschüttet, auch hier versucht Lukas herauszufinden, wann und warum das geschehen ist. Der vordere Teil des Kellers stammt aus dem 19. Jahrhundert. Ziel des Vereins ist, so viele Anlagen wie möglich zu dokumentieren und zu schützen, bevor sie umgebaut oder abgerissen werden. Darüber hinaus versucht das Team, die Anlagen behutsam instand zu halten. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie viel Arbeit es war, den Keller, in dem wir nun stehen, einigermaßen begehbar zu machen.
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    &lt;/div&gt;&#xD;
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      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Geschichten von Zeitzeugen machen Geschichte lebendig
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    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Einen großen Teil der Führung nimmt das Thema Zweiter Weltkrieg in Anspruch. Ich kenne die Thematik aus meiner Familie. Meine Großmutter hat einen Großteil des Krieges in Berlin gelebt und ich bin mit ihren Geschichten über die Bombenangriffe und Zeiten in den Schutzbunkern quasi aufgewachsen. Deshalb ist mir auch nicht ganz wohl hier unten, mir kommt das, was Lukas erzählt, sehr vertraut vor. Es ist wichtig, darüber zu berichten, erklärt Lukas seinen Enthusiasmus. Mit einem "Zeitzeugen Projekt" sucht der Verein Damen und Herren im Alter von 85-97 Jahren auf, um mit ihnen zu sprechen und von ihnen persönliche Erlebnisse und Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg zu erfahren. Wenige Monate vor unserem Besichtigungstermin war eine Zeitzeugin gestorben. Lukas hatte sie kurz davor noch interviewt. Das Interview durfte er aufzeichnen, er spielt einen Teil daraus auf einem Tablet ab. Wir stehen etwa da, wo die Dame, damals 15-jährig, mit ihrer Mutter gestanden haben muss. Was sie in der Aufnahme erzählt, ist so eindrücklich erschütternd, dass sich keiner der Besucher dem entziehen kann. Denn der Keller wurde bei einem der Bombenalarme von Wasser geflutet, das Wasser stieg langsam hoch, nicht alle überlebten diese Katastrophe in der Katastrophe. 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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            Die Keller sind nichts für schwache Nerven 
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      &lt;/b&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Das Bild, das wir bei der Führung an diesem Nachmittag vermittelt bekommen, ist vielschichtig. Es ist nichts für schwache Nerven oder zarte Gemüter. Das sei hier gleich vorweggenommen. Aber man darf an einigen der Puzzleteilen, die Lukas und der Verein in mühevoller Kleinarbeit zusammengesammelt hat, teilhaben. Die Geschichte reicht zurück bis zu der Zeit, als Wien von den Türken belagert worden war und man in bereits damals bestehenden Kellern Fässer aufgestellt und darauf trockene Linsen gelegt hatte. Diese List diente dazu, zu erkennen, wann die Türken sich in der Nähe befanden, denn die Linsen begannen dann aufgrund der durch die Schritte vieler Menschen hervorgerufenen Erschütterungen zu hüpfen. 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Wer mehr über „Verfallene Orte in Wien“ wissen möchte, kann das Buch von Lukas Arnold und Marcello La Speranza erwerben. Auf dem Foto (Fotografie: Alexandra Freund-Gobs) ist Lukas Arnold mit dem Buch abgebildet.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Wer Interesse hat an einer Tour durch Wiens Untergrund, wird hier fündig: https://www.unterwien.at/
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 16 Feb 2025 12:42:16 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/mit-lukas-im-wiener-untergrund</guid>
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      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/Lukas_Wien_Untergrund.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
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    </item>
    <item>
      <title>Otto Wagner Kirche am Steinhof</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/otto-wagner-kirche-am-steinhof-ein-wiener-meisterwerk</link>
      <description>Von einer Kirche mit vergoldeten Kupferplatten in Wien zum besten Verhältnis nach Baden-Württemberg.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ein Meisterwerk am Rande von Wien
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/Otto+Wagner+Steinhof+Kirche.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Wenn man von einem der vielen Cafés mit Aussicht über Wien schaut, entdeckt man in westlicher Richtung auf einem der Hügel ein goldenes Glitzern. Was da hell leuchtet, ist die Kuppel der Otto Wagner Kirche am Steinhof. Die Kirche zum Heiligen Leopold am Steinhof gilt als architektonisches Meisterwerk des Jugendstils von Otto Wagner und ist der erste Kirchenbau der Moderne in Europa. 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Nicht überladen sondern strahlend klar
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      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ihre Kuppel ist mit vergoldeten Kupferplatten gedeckt. Das Innere der Kirche hat mich schlichtweg überwältigt. Sie hat so gar nichts heimelig-barockes. Man tritt ein und wird zunächst quasi geblendet von strahlendem Weiß und einer absolut klaren Anordnung des Ambientes. Von innen ist die Kuppel im vorderen Kirchenbereich verkleidet mit weißen Fliesen, umrahmt von goldenen Fugen. Darunter befindet sich der weiße Altar mit einem filigran gold leuchtenden Baldachin, erreichbar über zwei weiße Treppen links und rechts. Der zweite Blick richtet sich auf ein riesengroßes Altargemälde in den Farben Weiß, Gold und Brauntönen sowie dem sich darunter befindenden blauen Himmel. Abgebildet sind Christus und sein Jünger. In der Mitte des Raums hängt von der Decke ein mit nach unten angeordneten kugelförmigen Lichtern in Traubenform angeordneter Kronleuchter. Links befindet sich eine weiße mit Gold verzierte Kanzel. Auch die Bodenfliesen sind weiß mit typisch filigraner Jugendstilmusterung. Allein das Kirchengestühl ist aus dunkelbraunem Holz und der Hauptweg mit einem bordeauxroten Teppich versehen.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
             
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Eine halbe Stunde Fahrt ins Glück
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ich hatte Glück und die Kirche (Baumgartner Höhe 1) nach einer ganzen Woche Wien im Regen besucht, als sich sonntags der Himmel endlich strahlend blau und von seiner besten Seite zeigte. Gut gelangt man zum Otto Wagner Areal Steinhof mit dem Bus 47 A oder 48 A vom Ring/Volkstheater. Für die Fahrt in den 14. Bezirk sollte man auf jeden Fall eine halbe Stunde einplanen. Von der Halteausstelle läuft man durch das Parkgelände hoch zur Kirche. Die Kirche ist von Mitte März bis Ende Oktober geöffnet. Genaues erfährt man unter
           &#xD;
      &lt;a href="http://wienmuseum.at"&gt;&#xD;
        
            wienmuseum.at
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Nach meinem Besuch der Kirche spazierte ich durch die Steinhofgründe, lief weiter bergauf und genoss einen wundervollen Blick über Wien. In diesem Naherholungsgebiet tummeln sich sonntags bei schönem Wetter Wanderer, Spaziergänger, Familien. Der rückwärtige Blick führt über die sanften Hügel des Wienerwalds. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Otto Wagner prägte das Wien um 1900
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Otto Wagner begegnet man in Wien übrigens an vielen Ecken. Er hat Wien entscheidend mitgeprägt. Als Stadtplaner, Architekt und Lehrer. Viele der wichtigsten Gebäudes des Wien um 1900 hat er entworfen. Dazu zählen die Postsparkasse, die Wohnhäuser an der Wienzeile (gut sichtbar vom Naschmarkt aus), die Stadtbahnpavillons am Karlsplatz, in Schönbrunn und Hietzing. Wer sich mehr für sein Werk interessiert, stößt automatisch auf Michael Schmids „Otto Wagner. Der Kunst und Kulturführer zum bedeutendsten Stadtplaner Wiens“. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Beziehungsarbeit- als Schwabe im Gespräch mit einem Wiener
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Voll der fantastischen Eindrücke ging es mit dem Bus wieder zurück ins Zentrum Wiens. Und Wien wäre nicht Wien, wenn man in den Öffis nicht irgendeine Begebenheit mitnimmt. Der Bus war leer, ein junger Mann, der sichtlich einen Gesprächspartner zur Überbrückung der Fahrt suchte, stieg ein. Die Wahl fiel auf mich. Er kam schnell vom Wetter zu seiner Lieblings- und Heimatstadt Wien „der schönste Ort der Welt überhaupt“. Da er keine Pausen für Rückfragen einbaute, ging er einfach davon aus, mit einer Wienerin zu sprechen. Widerspruch zwecklos. Aber so ganz wollte er sich nicht als einseitig denkend abstempeln lassen, also berichtete er von Orten, die er aus Erzählungen seiner Mutter kannte. Ich muss wohl in ihrem Alter sein.  So hangelte er sich von Paris nach Berlin, von Rom nach Stockholm. „Alles auch ganz schöne Städte“, meinte er. Irgendwann kam, was kommen musste. München. „Geht so.“ Im Süden Deutschlands gerade noch erträglich. Das restliche Süddeutschland – „kannst vergessn“.  Inzwischen hatte ich mich so in den Monolog meines Gegenübers reingelächelt, dass der Zeitpunkt, die Wahrheit zu sagen, schlichtweg vorbei war. Ich brachte es einfach nicht mehr über mich zu sagen, dass ich aus Baden-Württemberg stamme, über Stuttgart und Wien schreibe und Wien zwar schätze, meine Heimat aber nicht minder. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Um den Blog nun zu schreiben, wollte ich recherchieren, wie viele Schwaben in Wien leben, bekam aber kein stichhaltiges Ergebnis. Was ich aber fand, war, dass unser derzeitige Landesvater Kretschi (Wienfried Kretschmann) im Juni 2024 auf Delegationsreise beim derzeitigen Bundespräsidenten Österreichs,  Alexander Van der Bellen, vorbeigeschaut hat. Im Fokus standen die bilateralen Beziehungen. Zumindest besteht hier noch Hoffnung. Vielleicht geht sich’s aus.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ich sage derweil Baba, Servus, Pfiat die, Wiederschaun und für alle, die mehr über die fantastische Kirche erfahren wollen gibt es hier mehr Infos:
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;a href="https://www.wienmuseum.at/otto_wagner_kirche_am_steinhof"&gt;&#xD;
        
            https://www.wienmuseum.at/otto_wagner_kirche_am_steinhof
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 21 Jan 2025 17:24:07 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/otto-wagner-kirche-am-steinhof-ein-wiener-meisterwerk</guid>
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      </media:content>
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    </item>
    <item>
      <title>Lohnt sich der Stuttgarter Weihnachtsmarkt?</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/lohnt-sich-der-stuttgarter-weihnachtsmarkt</link>
      <description>Von einem der ältesten Weihnachtsmärkte, Momenten des Glücks und der Hoffnung auf ein Xanadu.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Und ist der Weihnachtszauber noch zeitgemäß? 
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20241201_174218.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Lohnt sich der Stuttgarter Weihnachtsmarkt? Die Frage stellte mir mein Cousin nach meinem Besuch auf demselben. Meine Antwort fiel eindeutig aus: „Ja“. Und das, obwohl der Landesvater von „The Länd“, Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, sich laut eigenem Bekunden privat nicht auf Weihnachtsmärkten herumtreibt. Das zumindest ist auf der Website des Landtags in eben diesem Wortlaut nachzulesen. 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Seit 1692 existiert der Stuttgarter Weihnachtsmarkt
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Der Stuttgarter Weihnachtsmarkt gehört zu den größten und ältesten Weihnachtsmärkten in Europa. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er 1692. Für mich und meinen Mann hat er eine besondere Bedeutung, hier haben wir uns 1992 das Ja-Wort gegeben und mit Glühwein besiegelt. Spontan hatte ich in diesem Jahr für mich und meinen Mann eine Nacht in einem zentral gelegenen Stuttgarter Hotel gebucht, Sonntag auf Montag, das war schon mal von Vorteil. Denn der Weihnachtsmarkt war am Sonntagabend zwar gut besucht, aber man konnte sich trotzdem angenehm fortbewegen. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Mir gefällt an Stuttgarter besonders gut, dass man sich von einem Platz zum anderen treiben lassen kann und es gefühlt überall weihnachtlich zugeht. Die Prachtsäulen vom Königsbau strahlen im Lichterglanz, auf dem Schlossplatz zuckelt traditionsgemäß die Eisenbahn durch eine Miniaturlandschaft, auf dem Karlsplatz kann man dieses Jahr bei den Finnen Eisstock schießen und Beerenwein kosten. Und wer Glück hat, kommt gerade rechtzeitig zu einem der kostenfreien Adventskonzerte im Innenhof des Alten Schlosses vorbei. Wer nach dem Schlendern durch die Stadt immer noch nicht genug hat, kann (in diesem Jahr von 29.11.-21.12.2024) auf dem Marienplatz in Stuttgart-Süd das Wouahou Winterdorf erkunden. Ein 200 qm großes, beheiztes mit Holzboden und viel Liebe ausgestattetes Riesen-Tipi bildet hier das Herzstück.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ist Weihnachtsmarkt noch zeitgemäß?
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Nun noch mal zurück zur Anfangsfrage, die ich etwas umstelle: „Kann man in Zeiten wie diesen überhaupt noch einen Weihnachtsmarkt genießen?“ Auch diese Frage beantworte ich für mich eindeutig mit einem „Ja“.  Diesen Teil des Textes schreibe ich bewusst für die junge Generation, als Mutmacher, als Initiative für Freude und Leben, das also ist vor allem für euch Jungs: Ich gehöre der Generation x an, mein Mann ist Boomer. Den Boomern schreibt man Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu, sie gehören aufgrund ihrer hohen Identifikation mit Beruf und Arbeit zu den Workaholics. Der Generation x wird dagegen, glaubt man den Recruiting-Seiten, Pessimismus und Ambivalenz zugeschrieben. Ok, bei uns ist also die ganze Gemengelage vorhanden. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Xanadu, das Land der Hoffnung
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Jetzt versuche ich die Kurve zu kriegen: Als ich jung war, ging ich auf jede Party, auf die ich mich vor meinen gestrengen Eltern rausschleichen konnte. Ich trug vorzugsweise pinke Kleidung und eine dauergewellte Lockenmähne. Und zu meinen Lieblingsgruppen zählte ELO. Wer ELO kennt, dem ist auch der Disco-Pop-Song Xanadu, von Olivia Newton-John zusammen mit Electric Light Orchestra, bekannt. Der Song wurde vom Gründungsmitglied von ELO, Jeff Lynne, geschrieben und handelt von einem besonderen Ort namens Xanadu, an den niemand zu kommen wagte. Xanadu wird als Ort der Liebe und Magie beschrieben, an dem man sich wie ein Stern am Himmel fühlt. Er drückt die Sehnsucht nach einem perfekten Ort der Liebe und Glückseligkeit aus und symbolisiert die Hoffnung auf ein Leben voller Freude und Erfüllung. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich gemeinsam mit meiner Jugendfreundin, beide im Olivia Newton-John Outfit, auf eine imaginäre Bühne stieg und wir in voller Lautstärke den Text trällerten. Das war ein unbeschreibliches Glück und ein Moment voller Freude. Und genau so empfinde ich heute noch einen Besuch auf einem Weihnachtsmarkt. Am Montag kann ich mich dann wieder der Ernsthaftigkeit des Lebens widmen. Aber ich finde, genau diese kleinen Momente des Glücks können auch zu einer besseren Welt beitragen. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern an dieser Stelle eine schöne Weihnachtszeit!
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 15 Dec 2024 13:03:10 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/lohnt-sich-der-stuttgarter-weihnachtsmarkt</guid>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Exklusivführung durch das Kraftwerk Simmering</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/exklusivfuehrung-durch-das-kraftwerk-simmering</link>
      <description>Als Texter arbeite ich viel im Bereich Energie. In meinem Blog erzähle ich von Orten, die lohnenswert zu besichtigen sind. Hier kann ich beides verknüpfen.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Kraftpaket – Eine Führung durch das Kraftwerk Simmering
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20241003_135223.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fotografien: Alexandra Freund-Gobs
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             ﻿
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
        
            Bei meiner Arbeit als Texter dreht sich vieles um das Thema Energiegewinnung. Und in meinen Blogartikeln erzähle ich gerne von Orten, die es sich zu besuchen lohnt. Heute schreibe ich über einen Besuch im Kraftwerk Simmering und kann wunderbar beides verknüpfen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Seitdem ich die Müllverbrennungsanlage in Wien besichtigt habe, will ich auch das Kraftwerk Simmering anschauen. Dazu habe ich nun die Gelegenheit. Auf der Website von Wien Energie habe ich mich für eine Führung angemeldet. 20 Personen je Termin können teilnehmen, ich ergattere den letzten Platz am einzigen Termin, der für mich im Oktober in Frage kommt. Bingo. Wer sich gleich für eine Führung anmelden mag:  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.wienenergie.at/privat/erleben/standorte/kraftwerk-simmering/"&gt;&#xD;
      
           https://www.wienenergie.at/privat/erleben/standorte/kraftwerk-simmering/
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über die Gasometer zum Kraftwerk
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Für eine Besichtigung im Kraftwerk gilt es, einige Regeln zu beachten, darüber wird man im Vorfeld ausführlich informiert. Lange Hosen und festes Schuhwerk gehören dazu. Von der Innenstadt aus brauche ich etwa 50 Minuten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie kommt man zum Kraftwerk Simmering? Man nimmt die U3 bis zur Station Gasometer, dann fährt man mit der Buslinie 72A bis zur Station Kraftwerk Simmering. Das Eingangstor befindet sich gegenüber.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            An der Haltestelle Gasometer in Simmering steige ich aus der U und will eigentlich gleich nach dem Bus schauen, der mich das letzte Stück zum Kraftwerk bringt. Aber ich bin so fasziniert von den vier ehemaligen Gasbehältern aus dem Jahr 1896, von denen die Fassade erhalten blieb, dass ich erst mal eine kleine Spazierrunde drehe und den Bus verpasse.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kein pompöser Eingang, dafür eine exklusive Führung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Als der nächste Bus kommt, ist die Zeit schon etwas knapp und ich gerate während der kurzen Busfahrt eindeutig in Stress. Geht es sich noch aus? In meiner Vorstellung ist der Eingang vom Kraftwerk Simmering ein pompöses Entrée. Die Realität holt mich jedoch auf den Boden der Tatsachen. Hier wird Energie erzeugt und verteilt, nicht mit Pomp und Gloria zur Schau gestellt.  Die Station ist unscheinbar, weit entfernt vom hippen Wiener Innenstadt-Leben. Ich fühle mich ähnlich, wie bei meinem Besuch am Alberner Hafen, dem Outback näher als der Großstadt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein gut gekleideter Mann steigt mit mir aus dem Bus, ansonsten ist hier nichts. Witzigerweise entpuppt er sich als ein Mitarbeiter von Wien Energie, der ebenso an der Führung teilnehmen wird. Der Eingang zum Kraftwerksgelände ist auch aus der Nähe betrachtet unscheinbar, eine abgeschlossene Pforte, ein Pförtnerhaus. Mehr nicht. Hier warte ich auf sein Geheiß. Der junge Mann entfernt sich und kehrt mit einem weiteren Mitarbeiter zurück. Doch... Wo? Ist? Die? Gruppe?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die komplette angemeldete Gruppe (eine Schulklasse), so erfahre ich von den beiden, musste wegen Krankheit des Lehrers sehr kurzfristig absagen. Ich war die plus eins zu 20. Auf diese Weise komme ich zu einer sehr exklusiven Führung, kann Fragen über Fragen stellen und muss auch feststellen, dass ich von der logistischen Seite, eine Großstadt sicher und konstant mit Energie zu versorgen, so gar keine Ahnung habe.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mit Helm und Sicherheitsschuhen ins Kraftwerk
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Als erstes bekomme ich einen Helm, eine Schutzbrille, Ohrenschützer mit integrierten Lautsprechern und Sicherheitsschuhe. Dann geht es los in das Herzstück der Anlage.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mir gefällt schon die lehrreiche Hinführung an das Thema Energiegewinnung und die Freude, auch Laien so an das Thema heranzuführen, dass man neugierig bleibt und nicht überfordert wird. Die erste Frage lautet: „Haben Sie selbst schon mal Strom erzeugt?“ Instinktiv beginne ich eine Kurbelbewegung mit den Armen und ernte dafür ein anerkennendes Nicken. Turbinen drehen sich und genau da wollen wir hin.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            1902 lieferte das Kraftwerk Simmering erstmals Strom. Heute zählt es zu einer der modernsten Anlagen Europas. Rund 800.000 Haushalte und mehr als 7.000 Business-Kunden werden mit Strom versorgt. Zusätzlich liefert das Kraftwerk Simmering 1 Fernwärme für knapp 270.000 Haushalte. Eine moderne Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD-Anlage) erzeugt die Energie. Die Turbinen schauen wir uns als erstes an. Schön ist der Vergleich zu alten Schaustücken, die ebenfalls zu besichtigen sind, denn der Aufbau der alten Turbinen ist den heutigen immer noch sehr ähnlich.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Mich persönlich interessieren die zwei Großwärmepumpen am Standort. Denn sie sorgen dafür, dass die bis dahin nicht genutzte Abwärme der Kraftwerksanlagen gezielt und umweltfreundlich in Fernwärme umgewandelt wird. Das Funktionsprinzip gleicht dem eines Kühlschranks – nur umgekehrt. Abwärme ist das gewünschte Endprodukt, die Wärmequelle ist das Kühlwasser der Kraftwerksanlage Simmering.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Nicht minder aufregend ist der Besuch des Biomassekraftwerks. Täglich rollen hier LKW-Ladungen voll mit Holzschnitzel an und versorgen das Kraftwerk. Wir laufen durch das Innere, während mir parallel die Wirkungsweise erklärt wird, und ich kann über eine Luke einen Blick in den Feuerkessel werfen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Energie bereitzustellen bedeutet, für eine ganze Stadt mitzudenken
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Doch es geht hier ja nicht nur darum, Menschen konstant und sicher mit Energie zu versorgen. Es geht auch darum, die Energie nachhaltig zur Verfügung zu stellen. Während beispielsweise am 24.12. abends grundsätzlich viel Energie benötigt wird, weil Familien gemeinsam das Festmenü genießen, sieht es am ersten Januar, dem „Katermorgen“ anders aus. Jetzt kommt kaum einer früh aus den Federn. Und unter der Woche wird vormittags insgesamt  nicht so viel Energie benötigt, wie am frühen Nachmittag, wenn berufstätige Mütter oder Väter und Kinder heimkehren und Energiespitzen erzeugen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Thermoskanne macht Energievorhaltung möglich
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Auch deshalb wurde in Simmering 2013 ein bisher einzigartiger Wärmespeicher errichtet. Es handelt sich um zwei Speicherbehälter, die mit 45 Metern deutlich höher als ein zwölfgeschossiges Gebäude sind. Bis zu 150 Grad Celsius heißes Wasser wird dort unter hohem Druck gespeichert. Somit kommt es zu einer Entkopplung von Wärmeproduktion und -verbrauch. Das heißt, Wärme kann zeitlich unabhängig von der Erzeugung dann verbraucht werden, wenn sie benötigt wird. Die Speicher werden pro Jahr rund 2.200 Stunden be- und rund 2.200 Stunden entladen. Die jährlich gespeicherte und somit auch entnommene Wärmemenge beträgt rund 145.000 Megawattstunden. Das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Wärmebedarf von 20.000 Haushalten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Am Ende der Führung stelle ich mich noch direkt unter einen der weithin sichtbaren 200 Meter hohen Kamine und schaue nach oben. Eine optische Täuschung: Steht man mit den Füßen direkt am Turm, denkt man, er neigt sich über einen. Ich nehme es als leichte Verbeugung zum Abschied und gebe meine Schutzkleidung wieder zurück. Auf Wiedersehen Wien Energie, als nächstes nehme ich mir die Energie-Erlebniswelt vor.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 27 Oct 2024 18:28:01 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/exklusivfuehrung-durch-das-kraftwerk-simmering</guid>
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      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Wie ein Detektiv auf den Spuren der Wiener Geschichte.</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/wie-ein-detektiv-auf-den-spuren-der-wiener-geschichte</link>
      <description>Zwei eigenwillige Entdeckungen: Ein Mann voller Eisennägel und eine Frau mit einer Schlange aus Metall.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zwei Fundstücke: Ein Mann voller Eisennägel und eine Frau mit einer Schlange aus Metall.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20240429_123217-2.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Eine männliche und eine weibliche Figur treffen bei einem Rätselspiel in Wien aufeinander. Der Frau liegt eine metallene Schlange zu Füßen. Der Mann ist vollständig bedeckt mit eingeschlagenen Eisennägeln. Jeder Nagel symbolisiert eine Spende.  Aber der Reihe nach: Zum Geburtstag bekomme ich das Spiel „Monster Hunt 1918“ geschenkt. Man spielt es entlang der Ringstraße in Wien. Dafür erhalte ich ein kleines Paket mit sechs Spielkärtchen und einer Schatzkarte. Um mich vorzubereiten, lese ich alles, was ich über die Geschichte der Ringstraße finden kann. Das Alter für die Spieler ist mit 8-199 Jahren angegeben, also braucht es vielleicht gar nicht so viel Vorwissen? Ein bis sechs Spieler können teilnehmen. Die Spieldauer ist mit zwei Stunden angesetzt, wenn man Vollgas gibt. Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mit einem Rätsel-Spiel in Wien unterwegs
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein Tipp, den wir nicht beachtet hatten, die ideale Spielzeit ist unter der Woche. Denn einige Monster kann man aufgrund von Öffnungszeiten nur unter der Woche finden. Wir spielen zu viert und entscheiden uns trotzdem für Sonntag. Zwei Spieler müssen am Montag in Wien wieder ihrem Brötchenverdienst nachgehen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Spiel ist zauberhaft und lehrreich zugleich. Die Schatzkarte führt uns an Orte, an denen wir alle schon oft vorbeigelaufen sind, aber eben nie genau hingeschaut haben. Achtung Spoiler, wer Monster Hunt 1918 selbst spielen möchte, sollte nun nicht weiterlesen. Für alle anderen, es gibt noch eine Reihe weiterer Themenkarten für eine Rätsel-Jagd durch Wien. Für manche Monster-Entdeckung brauchen wir ganz schön lange. Wir kommen zwar meist schnell in die richtige Gegend, rätseln aber dann meist wild herum. Deshalb enthält jede Karte als Hilfestellung vier Tipps, die man nach und nach freirubbeln kann. Wir rubbeln viel, soviel sei gesagt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Wehrmann im Eisen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zwei Monster sind mir besonders im Gedächtnis geblieben. Eines davon befindet sich an der Ecke Rathausstraße/Felderstraße. Es ist der Wehrmann in Eisen (ursprünglich hieß er Wehrmann im Eisen). Zweimal wurde er aufgestellt, das erste Mal 1915 anlässlich des Ersten Weltkriegs. Der Erste Weltkrieg hatte alles, was man sich bislang unter Krieg hatte vorstellen können, in den Schatten gestellt. Praktisch alle Männer im wehrfähigen Alter wurden eingezogen und die Zahl von Gefallenen und Verletzten war enorm. Man hatte keine Antwort auf die Frage, wie man mit den Hinterbliebenen und mit den Invaliden umgehen sollte. Zahllose Wohltätigkeitsvereine starteten Unterstützungsaktionen. Der Wehrmann in Eisen ist hierfür ein Paradebeispiel.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            „…Die ursprüngliche Initiative ging vom sogenannten Militär-Witwen- und Waisenfonds aus, der – auf der Suche nach einer Geldquelle – ein Konzept entwickelte, das eine Zeit lang erfolgreich funktionierte: Er ließ die hölzerne Figur eines Ritters gegen Geld benageln. Vorbild war das bekannte Wiener Wahrzeichen, der Stock im Eisen, jener Nagelbaum aus dem Mittelalter, in den durchreisende Schmiedehandwerker einen Nagel einschlugen. Wie dieser Nagelbaum bekam auch der Wehrmann nach und nach einen eisernen Panzer, denn jeder, der eine Spende für den Witwen- und Waisenfonds leistete, durfte einen Nagel einschlagen…“ (Das Zitat steht in einem Text von Verena Pawlowsky und Harald Wendelin im Magazin Wien Museum, der Link folgt unten.)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Kastalia-Brunnen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Eine Geschichte mit völlig anderem Hintergrund führt uns in die Universität Wien. Hier geht es nicht um Patriotismus und Wohltätigkeit, sondern um Weisheit, und, wenn man etwas tiefer blickt, um einen sich gegen ein System auflehnenden Charakter. Die Rede ist von der Quellnymphe Kastalia, die in der griechischen Mythologie die Hüterin der Quelle der Weisheit in Delphi ist und deren mythologische Erzählung im Laufe der Jahrhunderte vielfältige Ausprägungen erfuhr. Die um 1900 entstandene Figur befindet sich im Arkadenhof des Hauptgebäudes der Universität. Dort thront die sitzende Plastik mitten im Grünen. Um ihre Füße windet sich eine Schlange aus Metall. Wir stehen vor dem Kastalia-Brunnen. Die Weisheit bezog sich am Rande bemerkt auf die Weisheit der Männer, deren Denkmäler sich im Umfeld von Kastalia im Arkadenhof befinden. Ursprünglich war für den Standort ein Reiterstandbild vorgesehen für den Stifter der Universität, Herzog Rudolf dem IV.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            „…Im November 1894 teilte der damalige Minister für Cultus und Unterricht, Stanislaw Madeyski, dem Rektorat mit, dass er den vom Bildhauer Anton Paul Wagner stammenden Entwurf von der Brunnen-Figur „die Nymphe Kastalia mit dem Drachen Python“ für den Arkadenhof umgesetzt sehen wolle und auch bereit wäre, dafür die Geldmittel zu beschaffen. Einen Grund für diese Entscheidung gab er nicht an. Das Rektorat stimmte der Umsetzung des Entwurfs zu. Aufgrund des Todes von Wagner 1895 wurde der Bildhauer Edmund Hellmer mit der Umsetzung des Entwurfs beauftragt. Erst 15 Jahre später, im August 1910, wurde mit dem Aufbau der Figur begonnen…“ (Das Zitat stammt von Johann Kirchknopf aus einem Artikel über den Kastalia-Brunnen der Universität Wien. Der Link folgt unten.)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Mehr über die Geschichte der Frauen an der Universität kann man auch bei einer Führung der Universität Wien erfahren. Eine Führung lohnt sich. Darüber schreibe ich das nächste Mal ausführlich. Jetzt nur so viel: Bislang gab es noch keine Rektorin der Universität Wien. Eine drei Wände umfassende Auflistung aller bisherigen Rektoren zeugt davon im inneren der Universität.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mehr Wissen über den Wehrmann, Kastalia und das Rätsel-Spiel:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der noch unbeschlagene Wehrmann war vom Bildhauer Josef Müllner entworfen worden. Weitere Details zur Geschichte des Wehrmanns in Eisen findet man hier:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://magazin.wienmuseum.at/der-wehrmann-in-eisen#:~:text=N%C3%A4gel%20f%C3%BCr%20den%20guten%20Zweck&amp;amp;text=Der%20%E2%80%9EWehrmann%20in%20Eisen%E2%80%9C%20steht,und%20ihrer%20Versorgung%20zu%20tun" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://magazin.wienmuseum.at/der-wehrmann-in-eisen#:~:text=N%C3%A4gel%20f%C3%BCr%20den%20guten%20Zweck&amp;amp;text=Der%20%E2%80%9EWehrmann%20in%20Eisen%E2%80%9C%20steht,und%20ihrer%20Versorgung%20zu%20tun
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           .
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über Kastalia und den Brunnen erfährt man hier vieles mehr:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://geschichte.univie.ac.at/de/artikel/kastalia-brunnen-im-arkadenhof-der-universitat-wien" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://geschichte.univie.ac.at/de/artikel/kastalia-brunnen-im-arkadenhof-der-universitat-wien
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Unter
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="http://www.citygames.wien/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           www.citygames.wien
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            kann man die Spielkarten für eine Rätsel-Jagd durch Wien erwerben. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 11 Aug 2024 13:25:16 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/wie-ein-detektiv-auf-den-spuren-der-wiener-geschichte</guid>
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      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Mutmacher: schönste Müllverbrennung Europas</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/macht-mut-die-schoenste-muellverbrennungsanlage-europas</link>
      <description>Müllverbrennung in Wien, Hundertwasser, Kunst und Lehrreiches.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Müllverbrennung in Wien, Hundertwasser, Kunst und Lehrreiches.
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20240215_144800-2.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wer in Wien mit der U6 Richtung Floridsdorf fährt, erblickt sie im Vorbeifahren rechterhand. Die Müllverbrennungsanlage Spittelau im neunten Gemeindebezirk Alsergrund. Von diversen Aussichtspunkten in Wien ist auch der 125 Meter hohe Schlot, verschönert mit einer riesigen, goldenen Kugel, zu sehen. Ursprünglich erbaut wurde die Müllverbrennungsanlage mit angeschlossenem Fernheizkraftwerk zwischen 1966-1971. Die Wiener Bürger hatten wenig dafür übrig. Wer will so was schon in direkter Nachbarschaft? Zu den ersten Abnehmern der Fernwärme gehörte unter anderem das Allgemeine Krankenhaus. 1987 kam es am 15. Mai zu einem riesigen Brand.. Aus dem Gemeinderat gab es daraufhin Stimmen, die Müllverbrennungsanlage zu schließen. Aber es mangelte an Alternativen, ein Neubau an anderer Stelle kam aus finanziellen Gründen nicht in Frage. 
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Hundertwasser sagte „nein“
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Nun kam Friedensreich Hundertwasser ins Spiel. Man bat ihn, die Anlage (Fassade und Schlot) neu zu gestalten. Er lehnte ab. Doch so schnell gab sich der damalige Bürgermeister Wiens, Helmut Zilk, nicht mit dem „Nein“ zufrieden.  Er blieb beharrlich. Hundertwasser bekam Bedenkzeit. Schließlich stimmte dieser zu, drei Argumente und die Zusage mehrerer Bedingungen gaben den Ausschlag:
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;ul&gt;&#xD;
        &lt;li&gt;&#xD;
          
             Die Zusage, die Anlage mit modernsten technischen Einrichtungen zur Emissionsreinigung auszurüsten.
            &#xD;
        &lt;/li&gt;&#xD;
        &lt;li&gt;&#xD;
          
             Der Umstand, dass eine Millionenstadt wie Wien selbst bei größten Anstrengungen Abfälle nicht gänzlich vermeiden kann.
            &#xD;
        &lt;/li&gt;&#xD;
        &lt;li&gt;&#xD;
          
             Und vor allem die Tatsache, dass die thermische Behandlung von Abfall die umweltfreundlichste Methode der Entsorgung ist.
            &#xD;
        &lt;/li&gt;&#xD;
      &lt;/ul&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Die Umgestaltung übernahm Hundertwasser nun unter der Bedingung, dass mit der Wiederinbetriebnahme der thermischen Abfallbehandlungsanlage am Donaukanal ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Wiener Luft und zur Vernichtung der Schadstoffe im Abfall geleistet wird. Daher wurde die Müllverbrennungsanlage im Zuge der Renovierung mit modernsten Raumgasreinigungsanlagen Europas ausgestattet. 
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Die Argumente und Bedingungen findet man hier: 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;a href="https://www.wienenergie.at/blog/die-geschichte-der-muellverbrennungsanlage-spittelau-nach-grossbrand-ein-wahrzeichen/#:~:text=Architektur,und%20sichere%20W%C3%A4rmeversorgung%20f%C3%BCr%20Wien."&gt;&#xD;
        
            https://www.wienenergie.at/blog/die-geschichte-der-muellverbrennungsanlage-spittelau-nach-grossbrand-ein-wahrzeichen/#:~:text=Architektur,und%20sichere%20W%C3%A4rmeversorgung%20f%C3%BCr%20Wien.
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Hundertwasser arbeitete für den Auftrag ehrenamtlich - ohne Honorar und Kostenrückerstattung.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Statt ins Museum in die Müllverbrennungsanlage
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ich habe bei meinen Wienbesuchen schon einige Male im neunten Bezirk gewohnt und jedes Mal die „Spitt“ von allen Seiten fotografiert und immer wieder umrundet. Ich finde sie wunderschön. Deshalb war es auch naheliegend, sie einmal innen zu besichtigen. Es gibt öffentliche Führungen, die man auf der Website von Wiener Energie (wienenergie.at) buchen kann. Es lohnt sich sehr, so viel sei hier verraten. Dahinter steckt der Gedanke, als Multiplikator zu wirken. Mich hat es sehr beeindruckt. Anschaulich wird vieles erklärt, so zum Beispiel, dass auch beim Verbrennen von Müll immer ein Rest bleibt. Von 100 % Abfallvolumen bleiben circa 8-10 % Restvolumen. Von einer Tonne bleiben 237 kg Reststoffen übrig. Davon sind 220 kg Schlacke und 16 kg Asche. Daraus entsteht dann Schlackenbeton, der in Österreich auf die Mülldeponie kommt. Übrig bleibt der sogenannte Filterkuchen. Dieser wird übrigens in Deutschland in einer Untertagedeponie endgelagert.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Verboten: den VW Käfer in der Müllverbrennungsanlage entsorgen
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Zu den kuriosesten Abfällen, die bislang  hier entsorgt wurden, gehörte eine halbe Kuh und ein VW Käfer. Beides selbstverständlich nicht erlaubt, aber die Besitzer wollten wohl Geld für die Entsorgung sparen. Der Käfer musste mit einer Flex erst zerschnitten werden für die Verbrennung, der Fahrzeughalter wurde ausfindig gemacht und durfte für sein Vergehen einen sechsstelligen damals noch Schillingbetrag berappen. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Bei der Führung kommt man auch aufs Dach, wo Bienen gezüchtet werden (kein Witz!) und man das berühmte Kapperl aus der Nähe betrachten kann.  Und man erfährt, dass auf dem Schlot Turmfalken nisten. Ein Falke hat sich eines schönen Tages bis nach unten verirrt, und durfte dann mit einem Mitarbeiter mit dem Fahrstuhl wieder zu seinem Domizil fahren. Das ist allerdings schon ein paar Jahre her.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Schwergewichtige Bayern, inspiriertes Japan
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Zum Abschluss noch eine Anekdote: Zu Beginn der Führung kommt man zu den Müllwaagen, die LKWs fahren drauf und lassen ihren Müll wiegen. Zur Erheiterung darf auch jede Besuchergruppe auf die Waage steigen, um zu schauen, was sie an Gewicht mitbringt. Die schwerste  Gruppe  bestand aus 31 Männern, die sage und schreibe 4300 kg auf die Waage brachten.  Die  Guides lassen es sich an dieser Stelle nicht nehmen, zu erwähnen, dass die Gruppe aus dem „Lieblingsnachbarland“ und dort aus dem Bundesland Bayern kam. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Apropos Freundschaft. Es gibt eine Partneranlage, die auch Hundertwasser gestaltet hat. Sie befindet sich in Japan auf der aufgeschütteten Insel Maishima vor Osaka, wurde zwischen 1997 und 2001 erbaut und hat ein ähnliches Aussehen. Hundertwasser hat die Fertigstellung dieser Anlage allerdings nicht mehr erlebt. Er starb im Jahr 2000.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 19 Jul 2024 09:56:49 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/macht-mut-die-schoenste-muellverbrennungsanlage-europas</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Praterleben und Ice, Ice Baby</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/praterleben-und-ice-ice-baby</link>
      <description>Auf diesen Text freue ich mich besonders: Es geht unerwartet um pure Lebensfreude, wenngleich es erst nach Stress aussieht, um spontane Entscheidungen und um Eis.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Wohnen mitten im Prater?
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/Prater.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zwei Wochen Wien und meine Bleibe befindet sich quasi – mitten im Prater. Bei der Ankunft setze ich mich auf das Bett, der Koffer steht unausgepackt neben mir. Gefühlt befindet sich die nächste Achterbahn über meinem Kopf, in der Realität ist sie rund 15 Meter entfernt. Für alle, die gerade in der Achterbahn sitzen, geht der Spaß los: Rattattattatta beim langsamen Hochfahren, ein lautstarkes Huhhhhh Windgeräusch am Kipp-Punkt und dann das einsetzende lautstarke Kreischen aller, die in der Achterbahn sitzen Uaaaaahhhhhhh. Ich lausche der Sequenz einmal, zweimal, dreimal und beginne auszurechnen: Der Prater öffnet je nach Wetter um die Mittagszeit und endet je nach Wetter so zwischen Mitternacht und 2 Uhr morgens. Ich bin zwei Wochen in dem Appartement: DAS.HALTE.ICH.NICHT.AUS.
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    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also ab zum Hotel-Appartement-Team-Chef-Des-Tages. Was ich dem Haus hochanrechne: Ich darf auf die andere Gebäudeseite umziehen und dort ein kleineres Appartement beziehen, dafür aber mit Balkon und gedämpften Pratergeräuschen. Aber: Der Umzug kann erst am Folgetag stattfinden, „der Wien-Marathon, Sie wissen schon, alles ist voll belegt.“  Also gehe ich erst mal im zweiten Bezirk was essen, in meinem Lieblingsbezirk ist das kein Problem, man findet immer irgendwo irgendwas Gutes. Danach schmeiße ich mich in den Pyjama und mach mich bettfertig. Inzwischen habe ich das Zählen aufgehört: Rattattattatta, Huhhhhh, Uaaaaahhhhhhh. Da ploppt ganz leise ein Bling auf meinem Handy auf. „Komm doch auf unsere WG- Cocktail-Tour. Gerade sind wir in einer Wohnung im zweiten Bezirk.“ Auch wenn ich mich riesig über die Nachricht meines Sohnes freue, tippe ich schon „Bin schon im Pyjama…“. In dem Moment ertönt wieder das Rattattattatta, Huhhhhh, Uaaaaahhhhhhh. Ich lösche den Text und schreibe: „Ich komme.“ 
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    &lt;/span&gt;&#xD;
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           Cocktailparty in der Studenten-WG
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           20 Minuten später befinde ich mich in einer schick hergerichteten Altbauwohnung Nähe Mexikoplatz, stehe in der Küche mit fünf Student*innen und trinke irgendwas hochprozentig Gemixtes. 40 Minuten später kommen wir auf das Thema Eis. Ein guter Freund meines Sohnes erzählt mir, dass er meinen Wien-Blog zwar gerne liest (Dankeschön!) aber mit meiner Wahl für das beste Eis in Wien absolut unzufrieden ist. Ob ich schon bei Carlo gewesen sei? Ja, war ich, aber ehrlicherweise quasi nur einmal so nebenbei und ohne gebührende Aufmerksamkeit. Ich verspreche, dass bei nächster Gelegenheit nachzuholen und auch, darüber im Blog zu berichten. Das mache ich heute, Max!
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    &lt;/span&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Party war übrigens mein Abendretter – ich habe mich in der Runde pudelwohl gefühlt, den einen oder anderen Cocktail, eine herzliche Runde und inspirierende Gespräche sehr genossen. Dafür, dass ich dazu so spontan eingeladen wurde, ein fettes Dankeschön. Als die Gruppe weiterzieht zur nächsten WG, mache ich mich auf den Weg in meine Bude, inzwischen ist es 2 Uhr und ich schlafe wie ein Baby und träume von Eis…
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           Gelato Carlo in Wien – ein Eis zum Niederknien 
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Gelegenheit zum Eistest bei Carlo nehme ich gleich am nächsten Tag wahr. Es regnet, es ist Montag, die meisten Museen sind zu. Was gibt es da Besseres, als in aller Ruhe ein Eis-Tasting vorzunehmen. (Am Rande bemerkt: Die Idee war goldrichtig, ich war noch einige Male bei Carlo während dieses Wien-Aufenthalts), jedes Mal bei Sonnenschein und die Eisdiele war brechend voll, die Schlange rund 10 Meter lang. 
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    &lt;/span&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gelato Carlo befindet sich am Hamerlingplatz 2 im achten Bezirk und hat täglich geöffnet von 12 bis 22 Uhr. Man erreicht den Hamerlingplatz einfach mit der Straßenbahn 2 in Richtung Dornbach und fährt bis zur Albertgasse. Von dort aus nach rechts laufen in Richtung Hamerlingpark. Gelato Carlo befindet sich gegenüber:
           &#xD;
      &lt;a href="https://gelatocarlo.com/"&gt;&#xD;
        
            https://gelatocarlo.com/
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Eissorten von Carlo lesen sich wie ein Menü feinster Kräuter und Früchte. Man weiß gar nicht, wo anfangen. Je nach Verfügbarkeit der Zutaten werden die Sorten kreiert und zusammengestellt, das macht es so besonders. Das Eis schmeckt supercremig, manche Sorten haben eine ganz leicht salzige Note, die den Geschmack nochmals hervorhebt, aber so ausgewogen, dass es dem Gaumenerlebnis zum Vorteil gereicht. Es ist Verführung der feinsten Art und macht definitiv süchtig. Ein Satz noch zu dem Thema Stanitzel (oder deutsch Hörnchen), die sind bei Carlo mit Olivenöl gebacken, man muss sie auf jeden Fall probieren. Im Geschäft hängt ein Pressetext eingerahmt und während ich eine Riesenportion verdrücke, lese ich den Text in aller Ruhe. Wie gesagt, bei regnerischen 13 C˚  verirren sich nicht ganz so viele Kund*innen in die Eisdiele. Carlo ist Quereinsteiger, war einmal Designer und Produzent von Werbemitteln. Aber er ist, so schreibt Severin Corti in dem ausgehängten Text „ein Besessener, der bei der Güte der Zutaten und Maschinen (Cattabriga) extreme Wege geht…“ Das sagt eigentlich schon alles aus. 
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    &lt;/span&gt;&#xD;
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           Klugscheißer-Wissen über Eis
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           Bevor es nun für jede*n, der sich im Augenblick des Blog-Lesens in Wien befindet ab zu Carlo gehen kann (Neid!), hier noch zum Schluss ein paar Wissensfetzen in Klugscheißer-Manier:  Das erste Speiseeis gab es in China rund 3000 Jahre vor unserer Zeit. Die Speiseeis Erfinder sind somit entgegen der weit verbreiteten Meinung nicht die Italiener. Die erste moderne Eismaschine mit Kurbelantrieb kam 1872 auf den Markt. Im 20. Jahrhundert folgte das elektrisch betriebene Pendant. Diese Informationen stammen vom Alimentarium, einem Schweizer Museum, welches Essen und Ernährung der Welt erforscht (
           &#xD;
      &lt;a href="http://www.alimentarioum.org"&gt;&#xD;
        
            www.alimentarioum.org
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      
           ) und von Eisengelchen in Berlin (
           &#xD;
      &lt;a href="http://eis-engelchen.de"&gt;&#xD;
        
            eis-engelchen.de
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      
           ).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
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&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 16 Jun 2024 11:15:21 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/praterleben-und-ice-ice-baby</guid>
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      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/Eis-Carlo-7a990bc0.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Wien Museen, top für allein Reisende oder bei Regen</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/wien-museen-top-fuer-allein-reisende-oder-bei-regen</link>
      <description>Wenn es kalt ist und regnet in Wien. Mit der Jahreskarte ab ins Museum. Fühlt sich an wie eine Zeitreise und ist eine schöne Art Urlaub zu (er-)leben.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Vom Weltmuseum zur Wagenburg, eine Zeitreise
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/Weltmuseum.jpg"/&gt;&#xD;
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         Auf mich warteten zwei wundervolle Wochen in Wien. Zeit ohne Ende, Pläne ohne Ende. Und dann kam doch irgendwie alles anders. In der ersten Woche machte das Wetter dem Frühling auch in Wien einen Strich durch die Rechnung und es waren dauerhaft höchstens zwischen sechs und zehn Grad bei kontinuierlichem Nieselregen. Die Laune wollte ich mir nicht verhageln lassen. Montags sind die meisten Museen auch in Wien geschlossen, also machte ich mich am Dienstag auf den Weg ins Weltmuseum. Sehr charmant finde ich die Abendöffnungszeiten. Ins Weltmuseum kommt man dienstags bis 21 Uhr. Das gleiche gilt für das Kunsthistorische Museum donnerstags. Damit waren zwei Abende schon gesetzt, um ein bisschen den möglichen Tagesbesuchermassen zu entfliehen. Einem spontanen Einfall folgend holte ich mir gleich eine Jahreskarte. Die lohnt sich übrigens auch, wenn einfach mehrere Tage am Stück mit schlechtem Wetter konfrontiert ist. Nach drei Museumsbesuchen "geht sich das aus". Man kann mit der Jahreskarte vom KHM-Museumsverband (53 Euro) in folgende sieben Museen:  Kunsthistorisches Museum Wien, Kaiserliche Schatzkammer Wien, Kaiserliche Wagenburg Wien, Theatermuseum, Neue Hofburg mit Weltmuseum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer sowie Sammlung alter Musikinstrumente, Theseustempel sowie das Schloss Ambras Innsbruck.
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Mein absoluter Star: das Weltmuseum
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          Das Weltmuseum ist im ursprünglich als Wohntrakt geplanten Corps de Logis der Neuen Burg untergebracht. Die Neue Hofburg am Heldenplatz ist der jüngste Teil der Wiener Hofburg und wurde von 1881 bis 1913 im Neurenaissancestil erbaut. Das Museum beherbergt es als ethnologisches Museum immer eine Reihe interessanter Ausstellungen über kulturelle Vielfalt. Hier hatte ich bereits vor Jahren eine Fotoausstellung über Indianer besucht, die während ihrer Powwows (Treffen nordamerikanischer indigener Völker) fotografiert worden waren und diesmal freue ich mich über eine Ausstellung über Kamele und ihre jeweilige Verbindung zu Menschen in den unterschiedlichen Kulturen sowie über eine Ausstellung zu Bienen und die Bestäubungsmethoden mittels Menschen in China. Ich lerne jedes Mal viel Neues. Das Weltmuseum besticht durch einen fantastischen Innenhof, von dem aus man in alle Stockwerke blicken kann. Hier befindet sich auch ein Café, in dem man sehr nett sitzt und auch zu Mittag gut und günstig isst. Hier im Gebäude ist auch die Hof- und Rüstkammer. Alleine damit wird man beileibe nicht an einem Tag fertig. Sehr außergewöhnlich gefertigte Rüstungen fallen einem ins Auge. Zum Beispiel ist hier ein Kostümharnisch aus Stahl und Leder zu bewundern, wahrscheinlich hergestellt anlässlich der Heirat Albrechts von Hohenzollern mit Dorothea von Dänemark im Jahr 1526. 
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    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Ein Blick hinter die Kulissen: Theatermuseum
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    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Neuer Tag, wieder Regen. Diesmal verschlägt es mich ins Theatermuseum. Dort warten viele Geschichten und Anekdoten, ich bewundere Wiener Baudenkmäler als Kostüme (besonders staunenswert ist das Rathaus, in welchem eine Tänzerin steckt). Auch hier befindet sich  wieder mal ein zauberhaftes Treppenhaus und ganz besonders: Beethovens Neunte im Original. Am 07. Mai 1824 erlebte Beethovens Neunte Symphonie ihre Uraufführung am Wiener Kärntnertheater. Zum 200-jährigen Jubiläum präsentiert das Theatermuseum gemeinsam mit den Wiener Philharmonikern und der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz eine Auswahl an Beispielen aus Beethovens Originalpartitur. Das Theatermuseum zeigt darüber hinaus viel Interessantes, immer wieder Sonderausstellungen und im oberen Stockwerk nachgebildete Bühnen im Kleinformat. Wer Theaterwelt schnuppern mag und gerne hinter die Kulissen schaut, ist hier immer goldrichtig.
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    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Zeit für Muße im Kunsthistorische Museum
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    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der eine oder andere hat es vielleicht in den Medien mitverfolgt, Baselitz hatte 2023 im Kunsthistorischen Museum mit 80 Werken einen großen Auftritt im Dialog mit 40 Werken der alten Meister: „Nackte Meister“. Ich habe mir die Ausstellung angesehen und war begeistert. Den einen oder anderen Baselitz entdeckt man hier auch jetzt noch. Diesmal starte ich bewusst am "langen" Donnerstag um 18 Uhr. Es ist nicht ganz so ruhig, wie abends im Weltmuseum, aber sicher angenehmer als unter tags. Für mich steht die Ausstellung „Holbein, Burkmair, Dürer.“ auf dem Programm. Das Kunsthistorische Museum ist sehr beliebt. Spätestens jetzt zeigt sich, dass sich das Jahresticket lohnt. Kein Schlange stehen, einfach Karte abscannen lassen und rein. Abends ist die Stimmung ganz besonders. Das Licht fällt sanft. In den Räumen ist es zwar gefühlt sehr dunkel. Gleichzeitig schenkt aber genau das Muße und Ruhe, wie ich finde.  Es gibt überall einen Platz auf einem der vielen aufgestellten Sitzsofas, um zu verweilen und sich in besondere Werke zu vertiefen. Bei manchen Werken schaue ich bei jedem Besuch vorbei. Dazu gehört der große Turmbau zu Babel von Pieter Bruegels des Älteren aus dem Jahr 1563 sowie zwei der Werke aus den Vier Jahreszeiten von Guiseppe Arcimboldo. 1563 malte er die sogenannte Wiener Serie. Sommer und Winter befinden sich im Kunsthistorischen Museum. Ebenso sind hier Feuer und Wasser der Vier Elemente ausgestellt.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
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           Die Wagenburg und warum Rennen Königsdisziplin sind
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    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auch die Wagenburg bei Schloss Schönbrunn ist in der Jahreskarte enthalten. Hier stehen Kutschen über Kutschen. Das spannende daran sind meiner Meinung nach die Erklärungen und Geschichten, die daneben zu lesen oder per Video zu erfahren sind. So erfahre ich viel über das Mysterium Sissi und ihre angstlose Art zu reiten und dass bereits Maria Theresie offenbar einen Hang für Rennen hatte. „Der von prächtigem Ornament überwucherte Karussellwagen Maria Theresias ist Teil einer Sonderausstellung in der Kaiserlichen Wagenburg im Schloss Schönbrunn. Geschick, Fahrzeugbeherrschung, Wagemut und natürlich das Trachten nach einem möglichst überlegenen Untersatz, ob Wagen oder Pferd – schnell werden in der sehenswerten Ausstellung die Parallelen des höfischen Treibens zu heutigen Autorennen offenbar. Es ist in der Formel 1 wohl nicht ganz zufällig von der Königsklasse die Rede. Der heutige Motorsport entwickelte sich in der Pionierzeit des Automobils aus einer sportiven Zerstreuung, die aus Geld- und Zeitgründen der meist adeligen Oberschicht vorbehalten war. Erst recht verblüffen die Parallelen, wenn es um den Ausdruck von Prestige geht. Der Autokult ist mitnichten eine Erscheinung unserer Tage. Kein noch so teures Auto reicht heran an die Kutschen des kaiserlichen Fuhrparks, der gut 500 Exemplare umfasste. Straßenverkehrsordnung brauchte es keine – wozu auch, die Dinge waren klar geregelt: Wagen des Hofes hatten immer Vorfahrt. Man erkannte sie in Wien am dunklen Grün mit goldenen Streifen, je breiter der Streifen, desto höher der Stand.“ (Aus:
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    &lt;a href="https://www.diepresse.com/5192991/ausstellung-vom-damen-karussell-zur-koenigsklasse"&gt;&#xD;
      
           https://www.diepresse.com/5192991/ausstellung-vom-damen-karussell-zur-koenigsklasse
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
          )
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Kaiserliche Schatzkammer: Was hat Frankfurt am Main mit den Habsburgern zu tun?
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    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ein vielbesuchtes Museum in Wien ist die Kaiserliche Schatzkammer. Hier sollte man aber entweder die Öffnungszeiten ganz früh oder ganz spät nutzen, wenn man in Ruhe schauen und die informativen Begleittexte lesen möchte. Auch hier haben es mir die Begleittafeln besonders angetan. Hätte ich doch mal in der Schulzeit die Gelegenheit bekommen/genutzt, ein solches Museum zu besichtigen. In Wien ist genau das gang und gäbe, nebenbei bemerkt. Immer wieder sieht man Schulklassen in die Museen strömen. Ich lerne hier viel über die Geschichte der Habsburger, über die Entwicklung der Erblande von 1526 bis 1795 und die Grundlagen des Heiligen Römischen Reichs. Ich erfahre, dass von 1562 bis zum Ende des Alten Reichs sowohl die Wahl als auch die Krönung der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs in der Regel nur noch in Frankfurt am Main stattfanden und vieles mehr. Und ich versinke in der Schönheit der alten Schätze. 
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nun noch ein paar Worte zum Theseustempel. Jeder sieht ihn, wenn er durch den Volksgarten schreitet. Hier finden wechselnde Ausstellungen statt. Ich gestehe, lieber betrachte ich ihn von außen, bei trockener Witterung, kurz bevor die Sonne untergeht, auf einer der Bänke im Volksgarten sitzend. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 26 May 2024 14:21:33 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/wien-museen-top-fuer-allein-reisende-oder-bei-regen</guid>
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      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/Weltmuseum.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Vier Jahreszeiten in den Gärten von Hohenheim</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/vier-jahreszeiten-in-den-gaerten-von-hohenheim</link>
      <description>Hohenheimer Gärten: Es ist hier völlig egal, welches Wetter gerade ist oder welche Jahreszeit. Die Gärten sind zwölf Monate im Jahr eine Offenbarung für Naturliebhaber.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Energie tanken bei über 100 Jahre alten Gesellen.
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20230320_162318.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Der Campus der Uni Hohenheim gilt als der schönste Uni-Campus Deutschlands, so steht es auf der Website der Uni. Ich kann das durchaus nachvollziehen, etliche Besuche führten und führen mich immer wieder in die Gärten Hohenheims und bei jeder dieser Gelegenheiten schlendere ich gerne über den Campus. Auch das Schloss Hohenheim ist eine Pracht. Doch was für mich alles toppt, sind die Gärten von Hohenheim. Diese sind eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität Hohenheim. Historisch bedingt sind die Gärten entstanden aus dem Landesarboretum Baden-Württemberg und dem Botanischen Garten. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Augen auf: 2050 verschiedene Laub- und Nadelholzarten 
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Das Landesarboretum mit einer Fläche von 16,5 ha umfasst den Exotischen Garten und den Landschaftsgarten. Man kann hier rund 2500 verschiedene Laub- und Nadelgehölzarten, -varietäten und -formen bewundern. Insgesamt finden sich Gehölze aus über 90 Pflanzenfamilien und 270 Gattungen, etwa 2050 sind Laubgehölze und etwa 400 Nadelgehölze. Die ältesten Bäume stammen aus der Zeit der Herzöge von Württemberg Ende des 18.Jahrhunderts. Diese Lebendgehölzsammlung besteht aus botanisch und gärtnerisch bedeutsamen Gehölzen, viele in ihrer Altersform: über 150 Bäume sind älter als 100 Jahre. Ein kleineres Arboretum stellt der Schlosspark dar, mit vielen Gehölzarten vor allem aus dem nordamerikanischen und mitteleuropäischen Florengebiet. Der Botanische Garten erstreckt sich über eine Fläche von 13,4 ha Fläche. 
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        &lt;br/&gt;&#xD;
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      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Besonders im Winter schön: 100 Jahre alte Bäume 
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Von der Grabenstraße oder von der Paracelsusstraße aus gelangt man in den Exotischen Garten. Besonders schön finde ich den Weg von der Grabenstraße, wenn man sich nach rechts wendet und dann über die rechte Schlossseite langsam nach unten durcharbeitet. Aber eigentlich gibt es hier kein richtig und falsch. Was einen überall und auf jeden Fall erwartet, sind schöne Wege, an welchen sich links und rechts verstreut im Park außergewöhnliche Bäume, Sträucher und Pflanzen befinden. Es gibt überall etwas zu schauen. Und das schöne ist, es ist hier völlig egal, welches Wetter gerade ist oder welche Jahreszeit. Die Gärten sind zwölf Monate im Jahr eine Offenbarung für Naturliebhaber. Viele der Bäume haben sehr knorrige Stämme und sind so groß, dass ihre extravaganten Formen besonders im Winter gut zur Geltung kommen.
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    &lt;div&gt;&#xD;
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            Zur Kirschblüte nach Hohenheim
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Im Frühling liebe ich den Exotischen Garten allein schon wegen seiner Blütenpracht.  Gleich zu Beginn des Parks führen die Wege vorbei an einer Vielzahl von weißen, rosafarbenen und roten Magnolien, gelangt man weiter nach unten, folgen die Kirschen. Ein Farbenmeer erfreut das Auge. In der Ferne sieht man auf Plieningen.  Das ist für mich etwas ganz besonderes, wenn sich in Oberschwaben und auf der Schwäbischen Alb die Pflanzen noch im rauen Winterschlaf befinden und der Winterblues droht, kann ich in Hohenheim schon Frühling tanken. Und allein das ist jeden Ausflug wert. 
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      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Lavendel im Sommer, bunter Ahorn im Herbst
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      &lt;/b&gt;&#xD;
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           Auch der Sommer bietet genügend Attraktionen, um wieder hierher zu kommen. Unterhalb des exotischen Gartens befindet sich der Landschaftsgarten. Um mir ein bisschen Schatten zu gönnen, laufe ich dann gerne den Berg hoch bis zum Monopteros. Der offene Rundbau mit Säulen bietet einen wundervollen Ausblick über den kompletten unteren Teil des Gartens. Das Monopteros ist eines von vielen modernen Kunstwerken, die man hier neben Bauwerken aus herzoglicher Zeit entdecken darf. Wieder unten, führt kein Weg vorbei am Lavendel-Labyrinth. Mit etwas Glück befindet es sich gerade in voller Blüte. Und im Herbst? Da geht es dann an vorbei an einer Reihe von Ahornbäumen, die ihr Herbstlaub in verschwenderisch bunten Farben leuchten lassen. Über die Platanen-Alle gelangt man hoch zum Schloss. Ein Blick nach links: Weinreben am Hang, jetzt freut man sich richtig auf ein Gläschen Wein, auf eine Einkehr im Besen. 
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            Eine Führung buchen lohnt sich!
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    &lt;div&gt;&#xD;
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           Und das Schloss? Das ist eine Pracht für sich. Es lohnt sich, eine Führung durch die Hohenheimer Gärten zu buchen. Man kann das gut mit einer Führung im Schloss verbinden. Ich hatte einmal die Gelegenheit, die Bibliothek der Wirtschaftswissenschaftler zu besuchen. Das war ein besonderes Erlebnis: Prunkräume in blau und orange mit aufwendigen Deckenverzierungen in lichter Höhe, an den Tisch-Nischen in Stille sitzende Studenten über Lehrbüchern gebeugt. Ehrwürdige Ruhe. Vielleicht lernt es sich in dieser Umgebung leichter? Inzwischen sind wir jahreszeitenmäßig beim Frühling angelangt. Ich freue mich jetzt schon auf meinen nächsten Besuch in den Gärten von Hohenheim. 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Wer mehr über den Campus und das Schloss erfahren möchte, wird hier fündig. Es gibt sogar einen 360 ˚ Rundgang durch diverse Räume im Schloss: 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;a href="https://www.uni-hohenheim.de/campus-tour"&gt;&#xD;
        
            https://www.uni-hohenheim.de/campus-tour
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Über die Gärten erfährt man hier Wissenswertes:
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;a href="https://gaerten.uni-hohenheim.de/"&gt;&#xD;
        
            https://gaerten.uni-hohenheim.de/
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 14 Apr 2024 16:58:50 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/vier-jahreszeiten-in-den-gaerten-von-hohenheim</guid>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Violinenspiel für die UNICEF</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/violinenspiel-fuer-die-unicef-im-kempinski-in-wien</link>
      <description>Ein junger Mann, der mit seiner Violine um UNICEF-Spenden wirbt, eine fantastische Lobby Lounge &amp; Bar im Palais Hansen Kempinski Vienna, ein ganz besondere Nachmittag.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ein besonderer Nachmittag in einer fantastischen Lobby Lounge &amp;amp; Bar
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20240212_161524.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Bis Ende 2023 wurde das denkmalgeschützte Palais am Schottenring 24 mit dem Namen Palais Hansen Kempinski Vienna noch von Kempinski Hotels betrieben. Ich hatte das Vergnügen, dort an einem kalten Nachmittag im Februar 2023 in der fantastischen Lobby Lounge &amp;amp; Bar zu verweilen. Der Weg führte mich eher zufällig dorthin, weil mein Sohn und mein Mann die Cigars Lounge für eine Zigarrenpause nutzen wollten. Ebenso zufällig gehörten wir auf diese Weise zu den letzten Gästen unter der Hotelfirmierung Palais Hansen Kempinski Vienna. Denn seit 05. März 2024 empfängt das Haus am Schottenring 24 unter neuer Marke seine Gäste.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Doch zurück zum Februar: Spontan begleite ich Mann und Sohn, bleibe dann allerdings in einer der einladenden Sitzecken der Lobby Lounge &amp;amp; Bar, um die wunderbare Atmosphäre zu genießen. Sofort kehrt Ruhe im Kopf ein, dafür sorgen die ansprechende Einrichtung und die zurückhaltende Höflichkeit aller Mitarbeitenden gleichermaßen. Es sind die Details, die auffallen. Mir geht zum Beispiel das Herz auf, als ich beobachte, dass ein Mitarbeiter im Laufe des Nachmittags die Sofakissen jeder Sitzecke immer wieder neu ausschüttelt, sobald ein Gast seinen Sitzplatz endgültig verlassen hat. 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Bühne frei für einen besonderen Auftritt
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ein Klavierspieler sorgt für angenehme Hintergrundmusik. Draußen ist es winterlich kalt und windig. In der Lobby befinden sich eine angenehme Anzahl an Menschen, nicht zu viele, dass es unruhig wird, nicht zu wenige, dass man sich einsam und verloren fühlen könnte. Meist sind es kleine Grüppchen aus zwei bis vier Leuten, die sich leise unterhalten und Kaffee, Wein oder wie ich eine heiße Schokolade trinken. Am Rand des Raums säumen Tische das Ambiente, hier speisen auch Gäste. Ich lausche der Musik und frage mich, wer im Hotel gerade wohnt und wer, wie ich, "nur" als Lobby-Gast hier sitzt. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Irgendwann ändert sich etwas an der Stimmung und ein junger Mann mit Violine betritt den Raum und stellt sich neben das Klavier. Ein Hauch von Neugier bestimmt jetzt die Energie. Der Klavierspieler und der junge Mann wechseln kurz ein paar Worte, lächeln sich an und der Klavierspieler räumt seinen Platz. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Der junge Mann räuspert sich sichtlich nervös und stellt sich in englischer Sprache vor als Anthony Knight. Er komme von der Taunton School in England. Die Taunton School in Taunton/Sumerset ist eine im Jahr 1847 gegründete Internatsschule. Dort werden junge Menschen nach ihren Begabungen und Fertigkeiten ausgebildet. Anthony erklärt, er werde hier nun ein paar Stücke von Telemann und Bach spielen. Augenblicklich verzaubert er die Gäste der Lobby mit seinem Spiel. Ein sichtlich stolzer Mann (es ist der Vater Paul Knight, wie sich später herausstellt), filmt den 17-jährigen Anthony begeistert mit dem Handy. Ich lausche der Musik. Nach seinem letzten Stück setzt sich Anthony neben seinen Vater Paul, beide befinden sich, wie es der Zufall will, direkt neben meiner Sitzgruppe. So kommen wir ins Gespräch. Anthony und Paul Knight erzählen abwechselnd.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ein junger Mann, ein großes Vorhaben
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Anthony hat sich in den Kopf gesetzt, ein besonderes Fundraising-Projekt durchzuführen. Er sammelt Spenden für UNICEF mit seinem Violinen-Spiel. Hierfür besucht er innerhalb eines Jahres in zwölf europäischen Städten die jeweils exklusivsten Hotels, um dort nachmittags zu spielen. Er war, wie er erzählt, gerade in Berlin und wird nach Wien die Städte Prag und Budapest besuchen. Dabei ermuntert er überall die Gäste, die ihm in den Hotel-Lobbys lauschen, auf unicef.org zu spenden. Während ich den Blog schreibe, hat Paul von seinem Ziel (20 000 Euro) bereits 10 000 Euro gesammelt.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Als ich im Palais Hansen Kempinski Vienna saß, spendete eine Frau spontan einen größeren Betrag. Sie war sichtlich überwältigt von der Spendenidee und der entschlossenen Kraft, die der junge Anthony ausstrahlt. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Auch ich ziehe den Hut vor dieser Idee. Ganz besonders beeindruckt mich die Rahmenbedingung, unter der der junge Mann seine Idee durchführt. Dass es sich hier nicht um eine leichte Vergnügungsreise handelt, wird mir spätestens nach dem Auftritt klar. Nach unserer Plauderei und einer kurzen Zeit der Erholung in der Lobby zieht sich Anthony zurück, um aus dem feinen Auftrittszwirn in Alltagskleidung zu schlüpfen. Die Spendentournee kostet auch sichtlich Kraft. Nach dem Gastspiel verlässt die Familie Knight eilig das Hotel, nicht ohne sich vorher noch bei allen interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern mit einem Winken und einem Dank zu verabschieden.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ich bleibe noch eine Weile sitzen und warte auf meine Männer. Dabei genieße ich die typische Atmosphäre des exklusiven Hotels mit der typischen Unaufgeregtheit bei gleichzeitig sehr aufmerksamem Personal. Ab und zu kommen Hotelgäste über den verglasten Aufzug in die Lobby gefahren, um sich mit Freunden zu treffen, andere Hotelgäste kommen mit vom Wind zerzausten Haaren und roten Nasen aus der Kälte, die an dem Tag in Wien herrscht, um sich sichtlich freudig der wärmenden Lobby-Atmosphäre zuzuwenden oder sich mit dem Aufzug zu ihren Suiten zu begeben.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Mehr über die Tour von Anthony Knight findet man hier. „My UNICEF Grand Tour“:
           &#xD;
      &lt;a href="https://www.gofundme.com/f/meuj6-my-unicef-grand-tour"&gt;&#xD;
        
            https://www.gofundme.com/f/meuj6-my-unicef-grand-tour
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 17 Mar 2024 20:04:47 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/violinenspiel-fuer-die-unicef-im-kempinski-in-wien</guid>
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      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Justizpalast Wien</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/justizpalast-wien</link>
      <description>Kantinenambiente, Kantinenablauf, Kantinenstimmung im Justiz Café des Wiener Justizpalasts. Und gleichzeitig: Wow zur prunkvollen Halle und gigantischen Aussicht über die Dächer Wiens.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Kaffee im Justizpalast mit Blick über die Dächer von Wien
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20240212_124145.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         „Der nächste bittä!“ An der Kantinenkassa steht eine junge Frau und schaut mich an, in ihrer Stimme liegt Ungeduld. Es ist Montagmittag, ich stehe in einer Schlange voller Menschen, jeder hat ein orangefarbenes Tablett vor sich. Kantinenambiente, Kantinenablauf, Kantinenstimmung im Justiz Café des Wiener Justizpalasts. Für über 500 Mitarbeitende ist der Justizpalast Arbeitsplatz an einem der drei dort ansässigen Gerichte oder an einer der zwei staatsanwaltschaftlichen Behörden. 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Gerichtsmitarbeitende und Touristen geeint auf einen Kaffee 
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ich bin, wie viele weitere Kantinengäste „nur“ Tourist. Denn die Haupthalle mit dem Treppenhaus des Gebäudes und das Café nebst Dachterrasse ist zu bestimmten Öffnungszeiten jedem Gast zugänglich. Es gilt lediglich eine Sicherheitsschleuse zu passieren, ähnlich der an Flughäfen. Die zwei Attraktionen – Treppe und Café – stehen schon lange auf meiner Liste. Zum Frühstücken habe ich es nicht geschafft, das gibt es nur bis 10 Uhr. Also esse ich hier zu Mittag. Das im Dachgeschoss gelegene Café bietet neben einer grandiosen Aussicht auf die Seitenansicht vom Parlamentsgebäude, auf die Türme vom Rathaus, auf Teile der Ringstraße und den Volksgarten
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
            auch einen fulminanten Blick über die Dächer Wiens. Da eine Front vom Café verglast ist, kann man den Ausblick auch im Winter und an kälteren Tagen genießen. Die Stimmung ist schon etwas Besonderes, hier sitzen Mitarbeitende leise murmelnd in Gespräche vertieft neben Touristen, die sich durch einen verzückten Glanz in den Augen ob des Ausblicks per se verraten. Ein Selfie vor der Traumkulisse, voilà, es fällt nicht schwer, Touristen von Beschäftigten zu unterscheiden. Gerade diese Mischung aus betriebsamer Geschäftigkeit und staunenden Touristen macht es aus, hier zu verweilen.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Beeindruckender Ort der Gerichtsbarkeit
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Nicht jeder Tourist findet den Weg bis ganz nach oben, viele sind schon geflasht von der prunkvollen Aula mit der zentralen Hauptstiege, die man wie eine Schauspielikone nach oben schreiten kann. Das bekannte Fotomotiv wird von jedem oder jeder gerne genutzt, mit oder ohne Menschen auf der Treppe.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Es gibt viele Quellen, in welchen man sich über die Geschichte und Besonderheiten vom Justizpalast informieren kann. Ich fand die Website vom Obersten Gerichtshof informativ: 
           &#xD;
      &lt;a href="https://www.ogh.gv.at/der-justizpalast/"&gt;&#xD;
        
            https://www.ogh.gv.at/der-justizpalast/
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Der Justizpalast wurde zwischen 1875 und 1881 errichtet. Heute beherbergt der Justizpalast neben dem Obersten Gerichtshof das Oberlandesgericht Wien und das Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien sowie die Generalprokuratur und die Oberstaatsanwaltschaft Wien.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Glasgedeckelter Arkadenhof, prunkvolle Treppe, eindrucksvolle Justitia
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Der Haupteingang befindet sich an der nördlichen Gebäudeseite. Nach dem Passieren der Schleuse gelangt man über eine Tür in die große Aula. Kaum einem bleibt jetzt nicht der Mund offenstehen. Die große Zentralhalle ist ein dreigeschossiger, glasgedeckter Arkadenhof mit einer überdimensionalen und ebenfalls in Marmor geschaffenen, sitzenden Statue der Justitia. Im zweiten Stock auf der Seite des Obersten Gerichtshofs befindet sich das Große Foyer, an dessen Innenwand die Namen aller Präsidenten des Obersten Gerichtshofs in Marmor gemeißelt sind. Ebenfalls im zweiten Stock befinden sich die historisch originalgetreu rekonstruierten Verhandlungssäle des Obersten Gerichtshofs. Vor deren Eingängen sind Inschriftstafeln zur Erinnerung an die ehemaligen Präsidenten des Oberlandesgerichts Wien angebracht.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Der Brand im Jahr 1927
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ein schreckliches und tragisches Ereignis bleibt untrennbar mit der Geschichte des Justizpalastes verbunden. Am 15. Juli 1927 war das Gebäude in Brand gesteckt worden. „Hierdurch wurde ein Großteil der Räumlichkeiten speziell des Obersten Gerichtshofs vernichtet und die gesamte Amtsbücherei – damals die drittgrößte juristische Bibliothek Europas – mit zahlreichen unersetzlichen historischen Dokumenten (…) sowie das untergebrachte Grundbuch für die meisten Wiener Bezirke völlig zerstört.“ Zu Beginn der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde der Justizpalast wieder hergestellt. Genaueres über den Brand findet man hier: 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;a href="https://www.ogh.gv.at/der-justizpalast/der-brand-von-1927/ "&gt;&#xD;
        
            https://www.ogh.gv.at/der-justizpalast/der-brand-von-1927/ 
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Generalsanierung zwischen 1994 und 2007
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Zwischen 1997 und 2007 wurde das Gebäude generalsaniert. Der Architekt Robert Grossmann vom Atelier 23 fasst hierzu zusammen: "Erneuert worden ist hier so gut wie alles“…"Die gesamte Haustechnik ist erneuert worden, die Sicherheitstechnik, die Beleuchtung, viele Neubauteile. Wir haben einen Dachbodenausbau gemacht mit über 5.000 m². Es wurden neue Fluchtstiegen errichtet, die Bibliothek wurde ausgebaut, Raumressourcen wurden frei gemacht und es wurden alle Oberflächen restauriert. Eine der größten Herausforderungen war es, die große Halle zu sanieren. Die dortige Stahlkonstruktion war am Ende ihrer Lebensdauer". 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Quelle zur Generalsanierung:
           &#xD;
      &lt;a href="https://atelier23.at/robert-grossmann-im-orf-interview-zum-justizpalast-wien/"&gt;&#xD;
        
            https://atelier23.at/robert-grossmann-im-orf-interview-zum-justizpalast-wien/
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 03 Mar 2024 11:37:32 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>152 Betonblöcke: Wotrubakirche in Wien</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/152-betonbloecke-wotrubakirche-in-wien</link>
      <description>Als ich die Wotrubakirche in Wien zum ersten Mal von Weitem sah, dachte ich an einen Spieleimer mit einfarbigen Bauklötzchen, den man auf einer Wiese ausgekippt hatte. Ich hatte noch nie so ein Bauwerk gesehen.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Eine besondere Kirche, ein besonderes Bauwerk, ein besonderer Blick
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20220722_104234-2.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Als ich die Wotrubakirche in Wien zum ersten Mal von Weitem sah, dachte ich an einen Spieleimer mit einfarbigen Bauklötzchen, den man auf einer Wiese ausgekippt hatte. Ich hatte noch nie eine Kirche gesehen, die so besonders aussah. 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Ein Bauwerk - unendlich viele Perspektiven
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Es sind aber keine Bauklötzchen, aus denen die Wotrubakirche gebaut ist, sondern 152 unverkleidete Betonblöcke mit einem Gesamtgewicht von über 4000 t. Mich zieht es immer wieder zu dem besonderen Bauwerk hin. Die Kirche befindet sich im Südwesten Wiens, in Liesing, dem 23. Gemeindebezirk. Vom Schwedenplatz aus kann man mit der U4 bis Hiezing fahren und muss dann mit dem Bus weiter. Der 60er oder der 60A fahren in die Richtung, am Ende gilt es noch den Nordhang des Sankt-Georgen-Bergs zu erklimmen, an dem sich hübsche Wohnhäuser aneinanderreihen. Da der Berg einigermaßen steil ist, wird der Blick auf die katholische Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit beim Laufen Stück für Stück freigelegt. So bekommt man von Anfang an einen Eindruck davon, dass man für dieses Bauwerk viele Perspektiven braucht, um es in Gänze zu erfassen. Die Kirche steht auf einem gepflegten Hügel, ausgestattet mit Rasenfläche, Büschen und Bäumen. Ein Teil des Hügels ist unterbaut. Seit 2018/19 gibt es hier einen barrierefreien Zugang zwischen Ober- und Unterkirche. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Alleine die Aussicht genießen  - mit einer ganzen Schulklasse
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Mein erster Besuch fällt auf einen heißen Wochentag im Juli und ich freue mich, die Kirche für mich alleine zu haben, weil sicher kein Mensch bei 38 ° C auf die Idee kommt, eine Kirche weitab vom Zentrum Wiens zu besichtigen.  Oben angekommen umrunde ich das Bauwerk und lasse lange die verschiedenen Perspektiven auf mich wirken. Egal von wo aus ich schaue, die Kirche sieht jedes Mal komplett anders aus. Irgendwann beschließe ich, sie auch von innen in Augenschein zu nehmen und öffne die Tür. Eine Reihe von jungen Menschen dreht wie auf Knopfdruck die Köpfe zu mir, eine Lehrerin blickt mich streng an. Ich war so versunken ins Schauen, dass ich die Chorstimmen im inneren der Kirche einfach nicht wahrgenommen hatte. Um die Gruppe nicht weiter zu stören, trete ich den Rückzug an und suche mir draußen einen der Betonquader mit Blick in Richtung der Skyline Wiens aus und setze mich, um nun in Ruhe dem Gesang der jungen Leute im Inneren der Kirche zu lauschen. Auch der Blick zur Stadt runter hat es in sich und lohnt den Weg hierher. Irgendwann wird es kurz ruhig und die Gruppe strömt nach draußen. Alle sind ausgestattet mit Block und Bleistift und nehmen, wie ich zuvor, die verschiedenen Perspektiven der Kirche in den Blick. Es handelt sich um eine Schulklasse, die nun die Aufgabe hat, verschiedene Ansichten der Kirche zu zeichnen. In Ruhe verteilen sich die jungen Leute auf dem Anwesen und nehmen auch neben mir auf dem Quader Platz. Eine Weile schaue ich ihnen zu und genieße das angenehme Zusammensein. Irgendwann erhebe ich mich zum Aufbruch. Ein paar Köpfe heben sich und ein Mädchen spricht mich an: „Sie müssen nicht gehen, bleiben Sie doch einfach auch weiter hier sitzen.“ Das rührt mich sehr, erst der schöne Gesang, dann die Verbundenheit im Schauen und nun die rücksichtsvolle Ansprache. Der Moment ist so schön, dass mir das Herz aufgeht, und ich freue mich mal wieder über eine einmalige Erinnerung in meinem Reisegepäck.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Brutalismans ist nicht gleich Brutal
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Der Baustil, dem die Kirche stilistische zugeordnet wird, ist der Brutalismus. Der Begriff hat nichts mit Brutalität zu tun, sondern bündelt verschiedene Architekturkonzepte. Der Begriff lehnt sich eher an den französischen Begriff béton brut  (roher Beton oder Sichtbeton) an. So hatte das Multitalent Le Corbusier seinen sichtbar belassenen Beton in Marseille an der Unité d`Habitation beschrieben. Das wiederum ist ein ganz besonderer Wohnkomplex, der sich im Norden der südfranzösischen Metropole Marseilles befindet, genauer in der Cité radieuse. Auch dieses Bauwerk ist einen Besuch wert, ich habe den Wohnkomplex einmal besichtigt und werde ein anderes Mal in meinem Blog darüber schreiben.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Spannend ist noch die Entstehungsgeschichte der Wotrubakirche. Eine großzügige Förderin des Baus war die Österreicherin Margarethe Ottilinger, ihre Lebensgeschichte war sehr bewegend und lohnt einer eigenen Recherche. Erbaut wurde die Kirche nach Entwürfen des österreichischen Bildhauers Fritz Wotruba zwischen 1974 und 1976. Wotruba wollte „etwas gestalten, das zeigt, dass Armut nicht hässlich sein muss, dass Entsagen in einer Umgebung sein kann, die trotz größter Einfachheit schön ist und auch glücklich macht.“ (
           &#xD;
      &lt;a href="https://www.virc.at/unit/virc/de/sehenswuerdigkeiten/standorte/article/90792.html"&gt;&#xD;
        
            https://www.virc.at/unit/virc/de/sehenswuerdigkeiten/standorte/article/90792.html
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      
           ) Ich finde, das ist ihm gelungen.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 18 Jan 2024 16:37:53 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/152-betonbloecke-wotrubakirche-in-wien</guid>
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      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Gemeindebauten, Wiener Waschsalon, rotes Wien</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/gemeindebauten-wiener-waschsalon-rotes-wien</link>
      <description>Ein lehrreiches Kontrastprogramm zu den Prachtbauten ist die Geschichte der Wiener Gemeindebauten. Eine Führung lohnt sich.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Kontrastprogramm zu den Prachtbauten Wiens
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20221017_120630.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Wenn man in Wien an die wunderschönen Prachtbauten der Inneren Stadt und im ersten Bezirk denkt, fällt einem nicht unbedingt unmittelbar der Begriff „Rotes Wien“ ein. Die Innere Stadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Ringstraße zählt zu den prächtigsten Straßen Europas. Glanz und Glamour begleiten einen hier auf Schritt und Tritt. Was aber mindestens ebenso zu Wien gehört, sind die sogenannten Gemeindebauten. Man erkennt sie meist an Aufschriften, die an den Häuserfassaden angebracht sind und auch das Erbauungsjahr preisgeben. 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Wiener Gemeindebau "erbaut im Jahr..."
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Zwischen den beiden Weltkriegen begann die Zeit des Gemeindebaus. Hintergrund war eine katastrophale Wohnsituation für zwei Drittel der Menschen, die in Wien lebten. So beschloss die damals neu gewählte sozialdemokratische Stadtregierung Wiens in den Anfängen der 1920er Jahre, mehrere tausend Wohnungen zu bauen und legte damit den Grundstein für den Wiener Gemeindebau. Es ging darum, leistbaren Wohnraum zu schaffen.  1925 war der erste Gemeindebau bezugsfertig, der Metzleinstaler Hof.  Die Wohnorte sollten auch die Lebensqualität steigern und es wurden deshalb soziale Einrichtungen wie Kindergärten, Büchereien, Geschäftslokale und ärztliche Versorgungsmöglichkeiten integriert. Viel Wissenswertes über die Gemeindebauten erfährt man hier:
           &#xD;
      &lt;a href="https://www.wienerwohnen.at/wiener-gemeindebau.html"&gt;&#xD;
        
            https://www.wienerwohnen.at/wiener-gemeindebau.html
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;a href="https://www.wien.gv.at/kultur/kulturgut/architektur/gemeindebauten.html"&gt;&#xD;
        
            https://www.wien.gv.at/kultur/kulturgut/architektur/gemeindebauten.html
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Beim ersten Besuch in der Stadt fallen die Gemeindebauten vielleicht nicht sofort auf. Kehrt man nach Wien zurück, richtet man irgendwann und irgendwo jedoch ganz sicher den Blick auf eine an vielen Hausfassaden und Wohnblöcken angebrachte Aufschrift „Erbaut von der Gemeinde Wien im Jahr …“. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Start mit einer Führung zu den Gemeindebauten 
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Bewusst habe ich mich das erste Mal 2022 mit den Wiener Gemeindebauten beschäftigt. In dem Jahr präsentierte die Internationale Bauausstellung Wien (IBA_Wien) vielfältige Projekte und es gab die Möglichkeit, an einer Führung durch „10 Jahrzehnte Wiener Gemeindebauten“ im 21. Gemeindebezirk Floridsdorf teilzunehmen. Gemeinsam mit rund 20 interessierten Wienern und Nichtwienern ließen wir uns vom Londoner und Wahlwiener Eugene Quinn quer durch den Bezirk führen. Nebenbei lernte ich, dass in Wien auch Gurken angebaut werden (das nur am Rande) und ganz viel über die Architektur der Gemeindebauten in den verschiedenen Erbauungszeiträumen. Wir sprachen hie und da mit Bewohnerinnen und Bewohnern und lernten so das Phänomen dieser Stadt besser kennen. Eine Seniorin mit Hund berichtete zum Beispiel, dass sich aus ihrer Sicht der soziale Zusammenhalt im Laufe der Jahre verändert hat: „Früher stand man mehr zusammen und traf sich auf dem Hof“. Der Tag war lehrreich und lang, am Ende taten meine Füße weh, mein Kopf war voll und besonders in Erinnerung hatte ich den Bieler Hof behalten. Er mutet mit einem rot gestrichenen Säulengang, einem schmucken Terrassenbalkon darüber und der Terrakotta-gelben Fassadenfarbe ein bisschen an wie ein spanisches Gebäude. Die Aufschrift an der Hausfassade gibt preis: „Erbaut von der Gemeinde Wien in den Jahren 1926-1927 aus den Mitteln der Wohnbausteuer.“ Mit Hilfe der sogenannten Wohnbausteuer wurden zwischen 1923 und 1934 über 380 Gemeindebauten mit mehr als 64.000 neuen Wohnungen errichtet. Die Steuer traf alle Wohnungsbesitzer und war gestaffelt. Damit wurde ein Drittel der Wohnbaukosten gedeckt. Zurück zur Architektur: Der Bieler Hof ist auch berühmt aufgrund eines besonderen Treppenhauses, welches wir mit Eugene Quinn besichtigen und fotografieren durften (Foto). 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Der "Wiener Waschsalon"
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Mein Interesse an dem Thema war geweckt. Eine Wienerin gab mir Tipps, wie ich mich weiter mit dem Thema beschäftigen und  so auch näheres über zum Beispiel die Finanzierung des frühen Gemeindebaus erfahren kann. Sie schickte mich in den „Wiener Waschsalon“. Der Waschsalon hat heute nicht mehr viel mit Wäsche und Waschmaschinen zu tun. Vielmehr gibt es dort seit 2010 eine Dauerausstellung über „Das rote Wien“ der ersten Republik im „Wiener Waschsalon“. Ganz eng damit verknüpft ist der kommunale Wohnungsbau. Um zum „Waschsalon Nr. 2“ in der Halteraugasse zu gelangen, fährt man am besten bis zum Bahnhof Heiligenstadt. Gegenüber ist der denkmalgeschützte Karl-Marx-Hof nicht zu übersehen.  Die konkreten Ausstellungsöffnungszeiten erfährt man am besten über die Website
           &#xD;
      &lt;a href="https://dasrotewien-waschsalon.at/startseite "&gt;&#xD;
        
            https://dasrotewien-waschsalon.at/startseite
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      
           Da der Waschsalon im Prinzip nur donnerstags, sonntags und feiertags geöffnet hat, und die Anfahrt doch ein Stück von der Innenstadt entfernt, ist es ratsam, sich vorher zu erkundigen.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Kurzfilme, viel Lesematerial und anschauliche Plakate führen durch die Zeit. Besonders toll fand ich eine Tafel, die zeigt, wo sich überall in Wien Gemeindebauten befinden und aus welcher Zeit diese stammen. Und man lernt vieles über die politische Geschichte Wiens, beginnend bei den Anfängen der ersten Republik. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Es gibt auch heute noch Führungen zu den Gemeindebauten. Mehr darüber findet sich auf der Website des „Wiener Waschsalons“.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Heute leben knapp 500.000 Wiener*innen in einer Gemeindewohnung. Mit rund 220.000 Gemeindewohnungen ist also fast jede vierte Wiener Wohnung eine Gemeindewohnung.
           &#xD;
      &lt;a href="/"&gt;&#xD;
        
            (Quelle: https://www.wien.gv.at/kultur/kulturgut/architektur/gemeindebauten.html)
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 20 Nov 2023 07:25:39 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20221017_120214-2.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Das Parlament in Wien</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/das-parlament-in-wien</link>
      <description>Ein lohnenswerter Besuch. Das generalsanierte Parlament in Wien. Es gibt Wissenswertes zu entdecken und  das hautnah.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Organe und Parlamentsgebäude hautnah erleben
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  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/Parlament+3.jpg"/&gt;&#xD;
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         Als Politikwissenschaftlerin interessiere ich mich auch für Orte, an denen Politik stattfindet. Nun wurde im Januar 2023 in Wien das Gebäude des österreichischen Parlaments an der Wiener Ringstraße wiedereröffnet, nachdem es generalsaniert worden war. Ein guter Anlass, sich das Parlamentsgebäude von innen anzuschauen. Gleich im Februar buchte ich mir eine erste Tour durch das Parlament. Und ich finde es gelinde gesagt beeindruckend. 
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           Das Parlament in Wien ist zugänglich
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        &lt;br/&gt;&#xD;
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            Was mich besonders fasziniert, ist, dass man als Bürgerin/Bürger oder Tourist die Chance hat, das Gebäude sowie die Organe des Parlaments hautnah zu erleben. Verschiedenste Besichtigungsoptionen laden dazu ein, sich mit der Arbeit im Parlament zu beschäftigen. Kindeführungen, spezielle Formate für Frauen, Rundgänge in Barrierefreiheit und vieles mehr wird angeboten. Darüber hinaus kann man sich die imposante Parlamentsbibliothek ansehen und auch hier eine Führung buchen. Zudem gibt es auch die Möglichkeit, die sich mit der Architektur und dem Interieur des Gebäudes auseinandersetzen. Und wer zunächst keine Führung buchen mag oder sich kurzfristig für einen Besuch im Parlamentsgebäude entscheidet, kann im Parlamentsgebäude auch eigenständig viel Wissenswertes über Geschichte und Parlamentsarbeit erfahren. Dazu laden multimediale Möglichkeiten wie zum Beispiel themenbezogene Kurzvideos ein, die interaktiv bedient werden können.  In der großräumigen Eingangshalle befinden sich ansprechende Sitzmöglichkeiten, die zum Verweilen gedacht sind, während man sich die Informationen zu Gemüte führt. Diese Form der Wissensaneignung habe ich bei meinem ersten Besuch gewählt. 
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             Mehr dazu und über die Besichtigungsformate erfährt man hier auf der offiziellen Website
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        &lt;div&gt;&#xD;
          &lt;a href="https://www.parlament.gv.at/"&gt;&#xD;
            
              https://www.parlament.gv.at/
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        &lt;div&gt;&#xD;
          
             Auch über den grundsanierten Parlamentsbau stehen etliche Informationen bereit. Wer sich dafür interessiert, findet schon einiges unter 
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          &lt;a href="https://www.parlament.gv.at/erleben/parlamentsgebaeude"&gt;&#xD;
            
              https://www.parlament.gv.at/erleben/parlamentsgebaeude
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        &lt;div&gt;&#xD;
          &lt;a href="https://www.parlament.gv.at/erleben/parlamentsgebaeude/sanierung/index.html"&gt;&#xD;
            
              https://www.parlament.gv.at/erleben/parlamentsgebaeude/sanierung/index.html
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          &lt;/a&gt;&#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          
             Unter dem Reiter „Erleben“ kommt man schnell weiter. 
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        &lt;div&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
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             Bei meinem ersten Besuch wollte ich einfach das Gebäude von Innen sehen. Ich war überrascht, wie viele Informationen einem angeboten werden. 
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             Erforderlich für jeden Besuch ist immer eine Anmeldung und Registrierung an der Rezeption mit dem Personalausweis. Das kann man vorab aber auch schon auf der Website erledigen. Dann bekommt man einen Code, der einem den Zugang beschleunigt. Alle Besucher/innen müssen beim Besuch dann, ähnlich wie bei der Flugzeugkontrolle, durch eine Sicherheitsschleuse gehen. 
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              Zu Besuch im Bundesrat
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             Bei meinem zweiten Besuch im Parlament hatte ich mir im Vorfeld online ein Ticket für eine Sitzung des Bundesrats ergattert. Sieben Personen dürfen hinter einem abgesperrten Bereich bei der Bundesratssitzung live mit dabei sein. Eine Begleitperson holt die hierfür gebuchten Gäste am Empfang ab und begleitet sie zum Sitzungssaal. Ich war erstaunt, wie nah man beim Parlament steht und den Sitzungsablauf verfolgen kann. Von oben illuminiert ein riesengroßer Kronleuchter das Geschehen. Der Saal wirkt auf den ersten Blick altehrwürdig, die digitale Ausrüstung auf jedem Platz ist dagegen topmodern. Es sprach unter anderem die Justizministerin von Österreich. Es ging um ein spezifisches Thema. Ich spreche hier bewusst nicht darüber, welches. Mich hat fasziniert, dass die Möglichkeit besteht, an einer Sitzung so nah teizuhaben. Österreich ist einwohnermäßig nicht große im Vergleich zu Deutschland. Ein Besuch im Bundestag oder im Bundesrat in Deutschland ist für Publikum somit per se mit mehr Distanz verbunden. Die Nähe dagegen bringt mit sich, dass man vom ganzen Feeling mehr mitbekommt. Das hat bei mir nachhaltig gewirkt. Wer argumentiert mit welcher Methodik? Welche Rhetorik-Instrumente werden von wem genutzt? Ich fand es spannend, das so hautnah zu erleben. Und ich denke, es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, sich über Delegierte einer Demokratie einen Eindruck zu verschaffen. Damit schließe ich heute wie des Öfteren in meinem Blog: Es war sicher nicht mein letzter Besuch im generalsanierten Parlamentsgebäude Wiens. 
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&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 12 Nov 2023 18:09:30 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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    </item>
    <item>
      <title>Sommerfrische des französischen Präsidenten</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/sommerfrische-des-franzoesischen-praesidenten</link>
      <description>Die Sommerfrische des französischen Präsidenten. Ein spannender Ort mit vielen Geschichten.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Das Fort Brégançon an der Côte d'Azur
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  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20230913_143624.jpg"/&gt;&#xD;
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         Die Côte d'Azur kenne ich ziemlich gut. Seit über 30 Jahren zieht es mich und meine Familie immer wieder dorthin in den Urlaub. Es gibt viel über diese Ecke Südfrankreichs zu lesen, in Büchern, in Zeitschriften beim Friseur und, und, und…warum also schreibe ich heute einen Blog Text, der von einem Ort handelt, der so prominent und gleichzeitig ziemlich abgeschottet ist?
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  &lt;div&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Besichtigung der Sommerresidenz
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      &lt;/b&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Immer wieder, wenn meine Familie sich hier im Urlaub befindet, kommt es vor, dass zwei Hubschrauber nebeneinander über das Meer donnern. Dabei kann es durchaus sein, dass sich in einem der Hubschrauber der französische Präsident befindet. Denn unweit unserer Sommerfrische befindet sich das Fort Brégançon – seit 1968 die Sommerresidenz des Staatspräsidenten. Charles de Gaulles hatte den Ort anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Landung der Alliierten in der Provence 1964 besucht und 1968 wurde der Ort zur Sommerresidenz der französischen Staatspräsidenten auserkoren.  Das Fort gehört zur Gemeinde Bormes-les-Mimosas und liegt grob gesagt zwischen Hyères und St. Tropez. Es hat eine lange und spannende Geschichte, die allein schon einen Blog wert wäre.Interessierte finden hier mehr darüber: https://www.elysee.fr/de/franzoesisches-praesidialamt/das-fort-de-bregancon
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ich war ehrlich gesagt immer etwas neidisch, wenn ich darüber nachgedacht habe, wie schön der Staatspräsident Urlaub machen kann und das alles ohne mühevolles Reservieren. Das Fort darf man als Otto-Normalverbraucher seit der Präsidentschaft Hollandes besuchen. Hierfür gibt es festgelegte Termine, die man reservieren muss, das lässt sich über die Gemeinde Bormes les Mimosas über die Website erledigen. Mein Entschluss steht fest, dieses Jahr besuchen wir das Fort! Gesagt, getan. Gleich zu Beginn unseres Urlaubs reserviere ich einen Termin. Wichtig: Man muss einen gültigen Personalausweis in Papierform mitnehmen!  
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    &lt;/div&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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            Ist und bleibt: Trutzburg
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      &lt;/b&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Wir parken am Plage de Cabasson und laufen zu dem Tor, welches die äußerste Grenze zum Gelände des Forts bildet. Hier befindet sich ein Pförtnerhäuschen. Im 15-Minutentakt laufen die Führungen, sie finden allerdings nur in den Sommermonaten statt und selbstverständlich nur, wenn der französische Präsident gerade nicht vor Ort weilt. Die Guides, allesamt Damen mittleren Alters in einem Outfit, welches an Stewardessen erinnert (die Röcke sind allerdings kürzer), holen ihre Gruppen am Pförtnerhaus ab. In den ersten Jahren wurden die Touristengruppen mit dem Bus über den Weg bis zur Insel transportiert. Wir laufen bis zur Festungsinsel in der Gruppe zu Fuß. Auf mich wirkt die Festung beim Näherkommen wie eine Trutzburg. Der Neid auf den Urlaubsort des Präsidenten schwindet. Auf französisch bekommen wir eine Reihe von Informationen über die Gegend und die Historie mitgeteilt. 
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    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Kommt nicht gut, Präsident in Badehose
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           Interessant ist zum Beispiel, dass der Weg, den wir gerade laufen, durch ausländisches Staatsgebiet führt, nämlich durch luxemburgisches. General de Gaulle hatte den Flecken Erde an die luxemburgische Großherzogin Josépine Charlotte abgetreten und Frankreich hat nur noch Passierrecht. Die Passkontrolle zum Einlass auf Insel und Sommerresidenz findet auch nicht am Pförtnerhäuschen sondern direkt vor der Insel statt. Die Pässe werden abgegeben, stattdessen erhalten wir Besucher eine Besucherkarte. Weiter geht es mit Geschichten, während wir die Insel erklimmen. Ein Histörchen reiht sich um François Hollandes, der auch 2014 dafür sorgte, dass der Präsidentensitz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Er wurde offenbar 2012 als Normalsterblicher in Badehose am Privatstrand des Forts von Paparazzi aufgenommen, die Franzosen nahmen ihm das wohl übel. 
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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            Schönheit versus Sicherheit
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Der Blick über das Meer wird immer schöner, je höher wir auf die Insel steigen. Allerdings kommt mir der Gedanke, dass ich mich hier nie und nimmer wie im Urlaub fühlen würde. Unten befindet sich der Hubschrauberlandeplatz. Die Festung sieht aus direkter Nähe immer noch aus wie eine Trutzburg. Oben befindet sich in den Festungsmauern ein Tor, welches sich vor uns Besuchern magisch öffnet. Innen dann ein Weg und Kameras, wohin man schaut. Es geht nochmals eine Runde, bis man das nächste Areal erreicht. Marinearchitekt Pierre-Jean Guth hatte das Fort in eine komfortable Residenz verwandelt, in die er die Überreste der alten Festung geschickt integrierte. So wird es uns erzählt und es ist auch zu lesen unter https://www.elysee.fr/de/franzoesisches-praesidialamt/das-fort-de-bregancon. Die Anmutung der Gebäude im inneren Bereich ist im provenzalischen Stil. Ein wunderschöner Garten umschließt das Anwesen und führt immer wieder zur Festungsmauer und gibt atemberaubende Blicke auf das Meer und die Inseln Porquerolles, Port-Cros und Le Levant frei. Trotzdem ist mein Neid komplett verflogen. Verstärkt wird das durch die Geschichte, die unsere Guide am sogenannten Swimmingpool des Präsidenten erzählt. Der Begriff Pool ist übertrieben, das Badeareal hat die Größe eines etwas größeren Planschbeckens, vier kräftige Züge und man erreicht das Ende. Möchte der Präsident baden, und das tut Macron laut der Guide regelmäßig, muss ein Taucher vorab das Becken prüfen und ein Taucher weilt im Becken während des Badevorgangs. Na danke, denke ich. 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
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      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Etwas Freiheit bei der Einrichtung
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           An der berühmten Treppe, die zum Gebäude führt, standen schon etliche Persönlichkeiten, selbst Angela Merkel war schon hier. Die Guide präsentiert stolz ein Foto, auf dem Manuel und Brigitte Macron mit Angela Merkel in jeweils großem Abstand nebeneinander am Treppenfuß stehen. Es war 2020, das erste Jahr der Corona-Pandemie. Im Inneren der Gebäude dürfen Besucher nicht fotografieren. Die Räume sind nicht üppig, Gemütlichkeit kommt auch nicht auf. Jeder Präsident und jede Präsidentengattin dürfen hier ihren Geschmack walten lassen, so wechseln die Stilrichtungen über die Jahre. Wir sind das einzige deutsche Paar, welches an der Führung teilnimmt, interessiert nehme ich zur Kenntnis, mit welch großem Interesse die französischen Besucherinnen und Besucher den Geschichten über die Möbelvorlieben der verschiedenen Präsidenten lauschen. Zu sehen gibt es einen Vorraum, das Wohnzimmer, das Esszimmer und das Büro des Präsidenten. Der Rest ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Führung dauert insgesamt drei Stunden. Als wir schließlich wieder unten angekommen unsere Pässe entgegennehmen und den Weg zurück zum Pförtnerhäuschen laufen, muss ich grinsen. Nie wieder wird bei mir Neid aufkommen, wenn des Präsidenten Hubschrauber an unserem Urlaubsdomizil vorbeifliegt. Der Preis eines solchen Amtes scheint mir sehr hoch zu sein. Auch im Urlaub.  
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 01 Oct 2023 19:34:13 GMT</pubDate>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Englischer Tee, Zacke und Downhill in Stuttgart</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/englischer-tee-zacke-und-downhill</link>
      <description>Feinstes englisches Shortbread, eine Fahrt mit der Zacke, wieder mal ein toller Aussichtspunkt und die Möglichkeit, ziemlich rasant wieder in die Stadt zu kommen.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Teekultur, Aussichtspunkt, Sportbegeisterung
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20230920_160750.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
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         Als ich die Weißenburgstraße von Stuttgart-Mitte aus nach oben Richtung Olgastraße entlangschlendere, fällt mir linker Hand ein kleiner Laden auf. Ich blicke auf einen Tisch mit verzierten Porzellan-Etageren, Tässchen, bunten Dosen. „The English Tearoom“ ist eine bezaubernde Einladung an die englische Teekultur. Lynn Hazlewood steht strahlend hinter einem ihrer Tresen und berät einen Kunden. Sie hat gemeinsam mit ihrem Mann Christian die Liebe zur englischen Teetradition aus England nach Stuttgart mitgebracht. Den English Tearoom gibt es seit über zehn Jahren. Wir kommen schnell ins Gespräch über Shortbread und andere leckere Spezialitäten. Lynn gibt gerne Tipps, wer also Fragen zur Teekultur hat, kann gerne bei ihr vorbeischauen oder sie online kontaktieren. Wer sich an verschiedensten weißen, grünen oder Schwarztees, an Himbeer-Schokoladen- oder Ingwer-Apfelplätzchen und vielen anderen Sorten und an vielerlei Geschirr in zart-bunt-verspielten Mustern erfreuen kann, ist hier goldrichtig. Eine absolute Besonderheit ist, dass Interessierte auch Tee-Workshops und Tee-Seminare besuchen können. Hierfür ist die Teeliebhaberin Sabine Gullatz zuständig. Die Workshops finden immer sonntags statt und sind auch recht beliebt, so dass es eine Warteliste gibt. Ich nehme mir auf jeden Fall vor, mich hier bei nächster Gelegenheit anzumelden:
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  &lt;a href="https://www.the-english-tearoom.de/"&gt;&#xD;
    
          https://www.the-english-tearoom.de/
         &#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
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  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Mit der Zacke und einem Königspudel zur Haigst, Stadtblick genießen
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
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    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
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          Heute möchte ich endlich auch mal mit der Zacke fahren. Stuttgarts von den Einheimischen liebevoll "Zacke" genannte Zahnradbahn fährt vom Marienplatz bis nach Degerloch. Der Weg ist steil und eröffnet, je weiter die sehr modern ausgestattete Bahn nach oben zuckelt, einen tollen Blick über Stuttgart bis in die Ferne. Neben mir sitzt eine junge Frau mit einer Schale Erdbeeren in der Hand. Auf der gegenüberliegenden Seite sitzt ein schwarzer und sehr großer Königspudel, das Frauchen befindet sich im Hintergrund. Fasziniert betrachte ich den Pudel. Am Kopf schaut er aus wie der Sänger Prince in den Zeiten, als er mit Afrolook auf die Bühne stand. Das Frauchen erzählt: "Die Frisur schere ich ihm immer selbst". Inzwischen hört der ganze Wagon zu: "Und das Fell ist fantastisch. Im Sommer kühlt es, im Winter wärmt es." Sie schwärmt noch eine Weile weiter. Der ganze Wagon grinst. Ich habe schon seit Jahrzehnten keinen Königspudel mehr gesehen. Heute sind ja eher Ridgeback, französische Bulldoggen  und Labradoren 'in'.  Auch die Frau mit den Erdbeeren hört zu, bis sie an der Haltestelle „Haigst“ aussteigt. Ich tue es ihr gleich. Direkt neben der Haltestelle befindet sich eine kleine Grünanlage. Parkbänke bieten eine gigantische Aussicht über die City. Die Plätze sind gut besetzt und heute nutzen vor allem viele junge Menschen die baumbeschattete Idylle. Die Erdbeerfrau setzt sich zu einer Freundin und lacht, als sie sieht, dass ich es ihr gleichgetan habe. Die Grünanlage auf dem Haigst wurde 1971 gestiftet vom Verschönerungsverein Stuttgart und gestaltet vom Gartenbauamt Stuttgart. Witzig ist eine Skulptur, die an die Osterinsel erinnert und ihr Gesicht der Stadt zuwendet. Die Moai-Skulptur wurde gestiftet vom Honorarkonsul von Chile Georg Kieferle, lese ich auf der Aufschrift.
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           Downhill: mit dem Fahrrad oder zu Fuß? 
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Ich steige wieder in die Zacke ein und bemerke diesmal, dass ein Anhänger vor der Bahn angebracht ist, der voller Fahrräder steht. Die Bahn ist auch voll von jungen Menschen mit Helm, Visier, Rückenprotektor und Knieschützern. Einen Reim kann ich mir noch nicht darauf machen. In Degerloch angekommen, nehmen die jungen Menschen ihre Fahrräder vom Anhänger und sausen an mir vorbei. Noch immer kapiere ich es nicht ganz. Deshalb frage ich einen Herrn meines Alters, der normal-behelmt auf sein Fahrrad steigt, was es mit der Gruppe auf sich hat. „Die fahret jetzt die Downhillstrecke“, erfahre ich von ihm. Die Strecke befindet sich unterhalb der Haltestelle Degerloch und führt linkerhand direkt in den Wald nach unten. Rechts daneben führt eine Treppe für Fußgänger zum Stuttgart-Rundwanderweg, man kann hier auch zum Marienplatz laufen. Der Herr erklärt mir, dass die Downhillstrecke nicht ohne ist. Er wohnt daneben und man hört, so berichtet er, des Öfteren den Krankenwagen in den Wald fahren. Ich stelle mich eine Weile neben den Startpunkt und schaue den jungen Leuten zu, wie sie sich voller Freude und mit rasender Geschwindigkeit auf den Weg bergab machen. Im Kopf behalte ich den Rundwanderweg, der steht jetzt auf einem meiner nächsten Besuche auf der Liste.
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  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 24 Sep 2023 11:29:21 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/englischer-tee-zacke-und-downhill</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Stuttgarter Teehaus, Sieglin, Zimt &amp; Zucker</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/teehaus-sieglin-zimt-zucker</link>
      <description>Ein Frühstück im Zimt &amp; Zucker, ein Spaziergang zum Teehaus. Dort dann die Aussicht genießen und sich von der Geschichte rund um die ehemalige Weissenburg bezaubern lassen.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Zimt &amp;amp; Zucker, sieben Burgen, ein Teehaus
        &#xD;
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  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20230818_130845.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
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         Es ist 9 Uhr 30 in der Früh und in Stuttgart-Mitte hat es bereits jetzt 29 ˚ C im Schatten. Der Sommer gewährt uns gerade kaum eine Erholungsphase der Abkühlung. Ich möchte meinem Mann eine meiner Lieblingsfrühstückslocations in Stuttgart zeigen, das Zimt &amp;amp; Zucker.  Es befindet sich in der Weißenburgstraße, am Rand zu Stuttgart-Mitte. Für mich hat das Zimt &amp;amp; Zucker alles, was ein urgemütliches Café einer Stadt haben muss: Kuschelige, bunte Samtsofas, in die man einsinkt, verschiedene süße und deftige Frühstücksensembles zum Auswählen, guten Kaffee und eine Atmosphäre, die nicht stresst. Bei schönem Wetter ist draußen unter schattenspendenden Bäumen bestuhlt, heute sind alle Außenplätze belegt. Uns ist das auf gut schwäbisch „wurscht“, die Temperaturen sind innen sogar angenehmer als draußen und wir verkrümeln uns auf mein Lieblingssofa. Hier kann ich Stunden verbringen, egal ob in Gesellschaft oder allein, ich genieße den gechillten Service und freue mich jedes Mal, dass Hektik hier ein Fremdwort zu sein scheint. 
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Vom Weißenburg-Brunnen zum Teehaus 
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    &lt;/b&gt;&#xD;
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir möchten heute noch ins Teehaus. Man mag es kaum glauben, auch wenn ich als Studentin Jahre in Stuttgart verbracht habe, ich war noch nie im Teehaus. Vom Zimt &amp;amp; Zucker aus gelangt man dorthin eigentlich einfach. Zu Fuß geht es durch das Heusteigviertel und weiter bis zur U-Bahn Haltestelle Olgaeck. Die Gegend ist immer wieder einen Spaziergang wert, ein Brunnen hier, ein hipper Kleiderladen dort, ein kleines Weinlokal an einer Ecke – das hübsche Viertel wird durch die Schlosser-, Katharinen-, Olga-, Charlotten-, Alexander- und Weißenburgstraße begrenzt und hat einiges zu bieten.  Der Brunnen, den ich gerade flapsig erwähnte, ist der Weißenburg-Brunnen an der Ecke Alexander-/ Zimmermannstraße. Ernst von Sieglin hatte ihn zur Erinnerung an die 'Feier des 60. Geburtstags von König Wilhelm II. v. Württemberg 1908' gestiftet. Auf Sieglin komme ich gleich näher zu sprechen.
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           Wo früher eine der Burgen Stuttgarts stand
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Vom Olgaeck aus fahren wir mit der U bis zum Bopser und laufen die letzten 400 Meter bis zum Teehaus bergan. Mittlerweile hat es weit über 30 ˚ C und jeder schattige Baum ist willkommen. Der Weg führt durch den Weißenburgpark, vorbei am altehrwürdigen Tennisplatz des „Seifenfabrikanten“ Ernst von Sieglin, welcher sich direkt unter dem Teehaus befindet. Bevor ich hier von der gigantischen Aussicht auf Stuttgart von exponierter Lage aus schwärme, noch ein bisschen Geschichte zum Teehaus. Der Stuttgarter Ernst von Sieglin hatte 1898 die Villa Weißenburg gekauft. Das Teehaus ließ er 1912/13 extra für seine Frau bauen, damit diese dort mit ihren Freundinnen die Sommerfrische genießen konnte. Für sich und seine Freunde ließ er den Marmorsaal und einen Tennisplatz bauen, ebenso ließ er den Weißenburgpark umgestalten. Dabei stieß man dann auf Fundamente der staufischen Burg Weissenburg. Im Mittelalter (12. und 13. Jahrhundert) war der Talkessel Stuttgarts von sieben Burgen eingerahmt: darunter die Weissenburg, Silberburg, Wagenburg und Reinsburg. Mehr über die Geschichte der Weissenburg, die Sieglins und Stuttgart gibt es zu Lesen im Buch „Teehaus, Tanz und Berg der Wahrheit“ von Klaus Steinke aus dem Jahr 2018. Das Buch ist derzeit  allerdings nur gebraucht zu erwerben – mich hat das nicht vom Kauf abgehalten und ich kann es nur jedem weiterempfehlen, der Neugierde mitbringt bezüglich besonderer Geschichten.
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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           Spannendes steht im Buch über die Sieglins 
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Der 1848 geborene Stuttgarter Ernst von Sieglin war der Miterfinder von „Dr. Thompson’s Seifenpulver Marke Schwan“ und als Unternehmer schwer beschäftigt. Gleichzeitig wird ihm eine soziale Ader zugeschrieben. Er hatte in London gelebt und in Aachen. Seine Frau war um einiges jünger. Als die Familie 1898 zurück in die Heimatstadt Sieglins, nach Stuttgart, zog, hatte dieser sich aus dem Geschäftsleben bereits zurückgezogen und widmete sich einer neuen Leidenschaft: er finanzierte archäologische Ausgrabungen. Teile davon befinden sich noch im Landesmuseum Württemberg. Sieglin zeigte sich auch sonst großzügig. Siehe die Stiftung des Weißenburgbrunnens. 
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    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Einst Sommerfrische für die Damen, heute zugänglich für jedermann
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    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Zurück zum Teehaus, dieses ist ein bezaubernder Pavillon im Jugendstil, in dessen Mitte sich die Bar mit einer runden Theke befindet. Um diese Theke herum ist betischt und stuhlt. Außen befindet sich eine Galerie, die ebenfalls mit Sitzplätzen ausgestattet ist und und hie und da den Blick in den Weißenburgpark frei gibt. Das Teehaus hat sommers geöffnet, im Winter dagegen nicht und in den Übergangszeiten nur an den Wochenenden. Am besten schaut man vor einem Besuch auf der Website
          &#xD;
    &lt;a href="http://www.teehaus-stuttgart.de" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           www.teehaus-stuttgart.de
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
          nach. Der Hintergrund für die Öffnungszeit ist simpel: Herr Sieglin hatte eine explizit Sommerfrische bauen lassen, eine Heizung hat das Teehaus nicht. Besucher*innen können sich heute auch im wunderschönen Park niederlassen, um dort einen Tee oder ein Bier zu trinken. Neben dem Teehaus befindet sich ein exzellenter Biergarten mit einer Außenküche. Vom kleinen Teich aus gelangt man über eine Treppe zur vorhin erwähnten Aussicht. 
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Die Aussicht vom Teehaus ist erstklassig
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    &lt;/b&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da bleibt einem, wenn man das erste Mal hier steht, sprichwörtlich der Atem weg. Der Blick reicht links runter in Stuttgarts Süden und weiter bis hin nach Vaihingen. Man kann die Karlshöhe überblicken und das Lapidarium entdecken. Man schaut über Stuttgarts Westen bis hin zum Bismarckturm. Und man sieht weiter bis zum Bahnhof und in Richtung Cannstatt. Auf einem Mäuerchen kann man Platz nehmen, Getränke vom Teehaus darf man auch mit auf die Aussicht nehmen, wenn man Bescheid sagt.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Beim nächsten Mal, wenn ich hier herkomme, und dass es ein nächstes Mal gibt, das ist sicher, nehme ich mir „Teehaus, Tanz und Berg der Wahrheit“ als Lektüre mit und vertiefe mich in die lesenswerten Geschichten. Ein Exemplar des Buches liegt wohl auch im Teehaus aus, bei meinem Besuch war es aber gerade in Lesegebrauch.  
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 29 Aug 2023 15:53:13 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Ein Samstag in Wien</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/samstag-in-wien</link>
      <description>Samstag in Wien – Frühstücken auf der Donauinsel, Schwedenplatz als Zwischenstopp, Karmelitermarkt, der Eruv, das beste Eis und ein echt einzigartiger Flohmarkt</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Frühstück an der Donau, das beste Eis, der Eruv, ein Flohmarkt
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/P7221044-d9706149.JPG"/&gt;&#xD;
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  &lt;/span&gt;&#xD;
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&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es ist Samstag, morgen fahre ich wieder zurück. Die Tage in Wien hatte ich dick gefüllt mit Türkenschanzpark, Setagayapark, Botanischem Garten – aber davon ein andermal. Heute möchte ich mich planlos treiben lassen. Wien bietet dafür so viele überraschende Möglichkeiten, dass aus dem sich Treiben lassen meist unwillkürlich doch ein kleines Programm wird.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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           Frühstück auf der Donauinsel
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Weil es ziemlich heiß ist, entschließe ich mich morgens zu einem „to go“ Frühstück auf der Donauinsel. Die U1 Haltestelle Vorgartenstraße bietet dafür den idealen Ausgangspunkt. In einer der Bäckereifilialen Ströck in der Lassallestraße hole ich mir ein Croissant und einen Milchkaffee extragroß (ideal für alle Nicht-Wiener, die ab und zu mal Milchkaffee oder Latte macchiato trinken möchten statt eines Braunen, Verlängerten, …). Anschließend spaziere ich über die Donaubrücke auf die Donauinsel und suche mir einen Platz mit Blick über die Donau direkt auf die imposante Franz-von-Assisi-Kirche. Die Kirche selbst befindet sich am rechtsseitigen Donauufer am Mexikoplatz. Eine Tafel weist darauf hin, dass dieser so heißt, weil Mexiko das einzige Land war, das 1938 vor dem Völkerbund gegen den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich protestiert hatte. Der Platz selbst ist bis in die Abendstunden immer sehr belebt, wenn das Wetter sich dafür eignet.  Da ich hier oft vorbeilaufe, habe hier schon Seniorengruppen zugeschaut, die zu Musik Gymnastik machen, manchmal wehen Tangoklänge vorbei, weil auf den Rasenflächen Tanzstunden stattfinden. Ein sich neben der Kirche befindender Bolzplatz ist für sportliche Aktivitäten da. Die zahlreichen Parkbänke vor der Kirche werden von Jung und Alt zum Essen, plaudern oder Schach spielen genutzt. Riesige Bäume spenden Schatten und verzücken das Auge im April mit rosa Blüten. 
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    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Wenn man unschlüssig ist: Schwedenplatz idealer Ausgangspunkt
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    &lt;/b&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nach meinem Frühstück an der Donau entschließe ich mich zu einem Spaziergang im zweiten Bezirk. Ich fahre zum Schwedenplatz. Der zentrale Halteplatz zahlreicher Öffis ist immer ein guter Anlaufpunkt, wenn man nicht genau weiß, was man unternehmen möchte. Ist es zum Beispiel kalt, windig, es regnet oder man braucht Laufpause, kann man mit den Straßenbahn Linien 1 und 2 den Wiener Ring mit seinen Prachtbauten erkunden. Am Schwedenplatz steigt man in die Linie 2 Richtung Dornbach ein und fährt bis zum Ring/Volkstheater. Dort steigt man um in die Linie 1 Richtung Prater/Hauptallee und fährt wieder zum Schwedenplatz. Ist es angenehm warm, kann man vom Schwedenplatz aus am Donaukanal entlangspazieren und die Kulisse Wiens auf sich wirken lassen. Man kann vom Schwedenplatz aus auch gut einen Teil des zweiten Bezirks erkunden, welcher zwischen Donaukanal, Augarten und Prater liegt. Das habe ich vor, denn aufgrund der relativ eng aneinander stehenden Häuser findet man hier immer eine Schattenseite. Außerdem befinden sich hier der Karmelitermarkt und das Karmeliterviertel. In dem Viertel wohnen zahlreiche Menschen jüdischen Glaubens. Das schlägt sich auch kulinarisch nieder. Im 2. Bezirk, der Leopoldstadt, und speziell im Karmeliterviertel gibt es zahlreiche koschere Geschäften, Restaurants, Bäckereien, Fleischhauereien sowie Schulen und religiösen Einrichtungen das Zentrum des jüdischen Lebens in Wien. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Eine Besonderheit: der Eruv
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    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auf dem Karmelitermarkt schlendere ich zwischen den Ständen durch, in der ruhigen, gemütlichen Atmosphäre könnte ich an einem der dafür hergerichteten Tische der Marktbeschicker jetzt sitzen bleiben, aber dafür ist mir heute zu heiß. Ich ziehe weiter Richtung Taborstraße. Es ist Schabbat, der vom Sonnenuntergang am Freitagabend bis Samstagabend andauert. Erkennbar ist das daran, dass zahlreiche Familien orthodox jüdischen Glaubens in festlicher Kleidung unterwegs sind. Damit diese hier trotz Schabbat beispielsweise auch ein Kind tragen oder einen Kinderwagen schieben dürfen, dafür gibt es den Eruv. Der Eruv ist eine Besonderheit für mich, über die ich mich näher informiere. (Wen es interessiert, kann hier weiterlesen:
          &#xD;
    &lt;a href="https://www.ikg-wien.at/nachrichten/der-wiener-eruv"&gt;&#xD;
      
           https://www.ikg-wien.at/nachrichten/der-wiener-eruv
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
          ) Zusammengefasst, dient das Prinzip eines Eruv dazu, eine Begrenzung zu schaffen, die Bewohnenden innerhalb der Begrenzung als Bewohner eines Haushaltes deklariert. Das ermöglicht dann Menschen orthodox jüdischen Glaubens, außerhalb ihrer Haushalte, aber innerhalb der Begrenzungen des Eruv, Gegenstände zu bewegen oder zu tragen, auch ein Kind oder einen Kinderwagen. Dass der Eruv am Schabbat koscher ist, dafür wird er freitags immer überprüft. Nun versuche ich herauszufinden, ob ich die in Wien 25 Kilometer umfassende Begrenzung irgendwie erkennen kann. Ist es der zusätzliche Draht an der Straßenbeleuchtung? Ich bin mir nicht sicher und ziehe weiter.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Für mich jedes Mal ein Muss: Eis-Greissler 
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mir steht der Sinn nach einem Eis. Das beste Eis in meinen und auch in den Augen vieler Wiener/-innen gibt es bei der Eismanufaktur Eis-Greissler. Ein Extra ist beispielsweise, dass ich mir eine Kugel in zwei Sorten einteilen kann, so bekomme ich viel Geschmack zum Testen und gerate nicht in die Gefahr, mehr zu essen, als gut ist. Vier Standorte hat Greissler in Wien. Aber aufgepasst, ich stand auch schon mal vor verschlossenen Türen und musste einen anderen Standort wählen – zum Glück hat man Auswahl. 
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  &lt;/div&gt;&#xD;
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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           Wild im West - der beste Flohmarkt
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    &lt;/b&gt;&#xD;
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          Mein letzter Anlaufpunkt an diesem Tag ist ein Flohmarkt. Wild im West in der Mariahilfer Straße 166 ist für mich echt außergewöhnlich. Man darf sich nicht täuschen lassen von der Ortsbezeichnung, die Mariahilfer Straße ist recht lang und Wild im West befindet sich bereits im 15. Bezirk. Alleine wäre ich nicht darauf gekommen, ich befinde mich in Begleitung einer mir sehr lieben Wienerin. Von Ende Mai findet der Flohmarkt samstags und sonntags von 16 Uhr bis 21 Uhr statt. Wir kommen erst nach 20 Uhr an und genießen kurz vor Schluss so die traumhafte Abendstimmung. Nach bester Marktmanier werden uns Kleidungsstücke angeboten und dazu Geschichten erzählt wie: „Ein Geschenk meiner Mama, mein Lieblingsstück, aber leider für mich zu groß…“ Ein Paradies für alle Secondhandliebhaber, denn das Angebot ist reichlich und teils erlesen. Nebenbei stehen hier überall Bierbänke sowie Tische zur Verfügung, an Food Trucks kann man sich Trinken und Essen holen und Musik umrahmt das besondere Flair. Wie lange es den Flohmarkt geben wird, ist nicht ganz gewiss. Es handelt sich um eine Zwischennutzungsfläche. Wir lassen uns von einer liebenswerten Verkäuferin zum Kauf von einer Jacke und einem Mantel überzeugen, für zusammen 10 Euro wechseln die besonderen Stücke den Besitzer. So endet mein Wienbesuch diesmal mit einem nicht geplanten Mantelkauf – und ich habe zuhause eine dauerhafte Erinnerung an Wild im West in Wien.
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  &lt;/div&gt;&#xD;
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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      <pubDate>Fri, 04 Aug 2023 13:10:28 GMT</pubDate>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Morgenarbeit in der Wiener Hofreitschule</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/morgenarbeit-in-der-wiener-hofreitschule</link>
      <description>Spanische Hofreitschule in Wien. Reitkunst mittels mündlich überlieferter Tradition. Lipizzaner in barockem Ambiente.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Spanische Hofreitschule beim Morgentraining
        &#xD;
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  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20210729_110530.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
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         Vor längerer Zeit hatte ich einen Dressurreiter kennengelernt, der aufgrund dreier Bandscheibenvorfälle in Bad Saulgau in ambulanter Reha war. Die Dressurreiterei hatte er aufgeben müssen, die Liebe zu den Pferden war geblieben. Er war eine imposante Persönlichkeit und ließ sich nicht entmutigen, war immer guter Laune und beeindruckte mich aufgrund seiner aufrechten und gelassenen Art, sich wieder fit zu machen. Er sagte mir damals, wenn ich je nach Wien komme, solle ich unbedingt die Spanische Hofreitschule besuchen. Wer hätte gedacht, dass ich nicht lange nach der Begegnung tatsächlich die Chance dazu ergriff? Zu der Zeit, als ich die Wiener Hofreitschule besuchte, wurde die Arbeit dort in den Sozialen Medien diskutiert. Ich entschloss mich aufgrund der Empfehlung meines Bekannten trotzdem zu einem Besuch.
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Früh aufstehen für eine Karte
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      &lt;/b&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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           Die Spanische Hofreitschule in Wien befindet sich im Michaelertrakt der Hofburg. Sie ist das einzige und letzte Reitinstitut der Welt, in welchem die klassische Reitkunst in reiner Form gelehrt und gepflegt wird. Auf der Tafel über dem Rundbogen des Reitereinganges ist zu lesen, dass sie „zum Unterricht und zur Übung der adeligen Jugend wie auch zur Ausbildung der Pferde für Kunstritt und Krieg“ errichtet wurde. Seit 2015 gehört die Spanische Hofreitschule zum immateriellen UNESCO Kulturerbe der Menschheit. Man kann sich Karten für das Morgentraining besorgen, sollte das aber rechtzeitig planen.  Karten sind lange Zeit im Voraus ausverkauft. Ich habe Glück. Für meinen Ausflug habe ich den Wecker gestellt und stehe eine halbe Stunde vor Öffnung des Kartenschalters bereits an der Hofreitschule, um eine Karte zu ergattern. Damit bin ich nicht die Einzige. Mit einer Karte in der Hand nutze ich die Zeit bis zum Einlass für einen Milchkaffee und ein leckeres Croissant in einem Café um die Ecke. Um 11 Uhr ist es dann soweit. 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
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            Morgentraining im „Ballsaal“ für Pferde
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      &lt;/b&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Der Vorraum sieht eher aus wie im Theater: Informationstresen und geschäftige Mitarbeitende in gedämpfter Lautstärke. Dann geht es durch eine unscheinbare Tür und es kommt zum ‚Wow-Effekt‘. Ein Ballsaal für Pferde. Gigantische Kronleuchter befinden sich in der Mitte der Halle, die von einer Galerie umsäumt wird, auf der man auch Platz nehmen kann. Der Reitsaal, in dem das Training und die Vorführungen der Lipizzanerhengste der Spanischen Hofreitschule stattfinden, ist in gebrochenem Weiß gehalten, 58 m lang, 18 m breit, 17 m hoch und die Galerie wird von 46 korinthischen Säulen getragen.  Ich bekomme allerdings einen Platz in der ersten Reihe (!) in der Hofloge, die zur Zeit der Habsburgermonarchie nur von Mitgliedern der kaiserlichen Familie und deren persönlichen Gästen benützt werden durfte. 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Routine: Ein Gruß an Kaiser Karl VI
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      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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           Nach und nach kommen die Reiter auf den Rücken ihrer Lipizzaner in die Halle und lüften zum Gruß ihre Kopfbedeckung in meine Richtung. Sitzt hier ein Promi? Nein. Hinter uns hängt das Bild Kaiser Karls VI, unter dem man 1729 mit dem Bau der Winterreitschule im Michaelertrakt begonnen hatte. Noch heute grüßen die Reiter beim Betreten sein Abbild. Gearbeitet wird nur mit Hengsten der Rasse Lipizzaner. Sie haben ihren Namen vom Dorf Lipica (italienisch Lipizza) im heutigen Slowenien. In dessen Nähe gründete 1580 Erzherzog Karl II. von Innerösterreich das Hofgestüt am Karst mit aus Spanien importierten Pferden.
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      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Die erste Frau kam 2008 an die Wiener Hofreitschule
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    &lt;/div&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Das Training wird begleitet mit einer erklärenden Stimme aus Lautsprechern. Das finde ich schade. Es macht doch einen etwas kommerziellen Eindruck. Spannend finde ich, dass die Übungen in einem strengen Ablauf erfolgen und dass auch für mich als Laien erkennbar ist, dass es sowohl bei Ross als auch bei Reitern eine klare Rangfolge gibt. In dem Gefüge gibt es Oberbereiter, Bereiterinnen und Bereiter, Bereiteranwärterinnen und -anwärter sowie Lehrlinge. Erkennbar ist das am Verhalten und an der Kleidung. Da die Tiere in nur etwa zwei Meter Abstand an mir vorbeiflanieren, kann ich jeden sich bewegenden Muskel erkennen. Das erinnert mich an Ballettaufführungen, bei welchen ich in der ersten Reihe saß. Mich fasziniert das Spiel so sehr, dass ich mich völlig vertiefe in die ruhigen Abläufe. Die erste Frau in der traditionell geführten Schule war Bereiterin Hannah Zeitlhofer, sie kam 2008 an die Wiener Hofreitschule. Der Weg zum Bereiter/zur Bereiterin ist lang und die harte Ausbildung dauert etwa 10 Jahre. Ist man schlussendlich Bereiter, arbeitet man auch mit den zukünftigen Bereiteranwärtern zusammen und bildet diese aus. 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
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           Die Tradition wird mündlich überliefert
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Auf der Website der Wiener Hofreitschule ist zu lesen: „Bis heute gilt es, die mündlich überlieferte Tradition der klassischen Reitkunst von Generation zu Generation weiterzugeben.“ Die Begriffe, die in der Welt der Spanischen Hofreitschule eine Rolle spielen, klingen sehr lyrisch. So nennt man Sprungfiguren wie die Kapriole „die Schule über der Erde“. Hannah Zeitlhofer gab der Frankfurter Allgemeine 2016 ein Interview, in welchem sie auf ihre Arbeit einging. Interessant fand ich ihre Abschlussworte. Sie sprach davon, dass das Bereiten nicht für das Publikum sei, sondern es werde beritten und die Leute dürften zuschauen. Das ist ein erheblicher Unterschied und zeigt auch, mit welchem Selbstverständnis diese Arbeit einhergeht. 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ruhiges Arbeiten ist hier Programm
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      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Das war auch spürbar beim Zusehen, blendet man die Erklärtexte über Lautsprecher aus, hört man das leise Schnauben und die Hufe der Pferde bei der Arbeit. Jeder Ablauf geht mit einer Ruhe vor sich, die sich auch auf mich überträgt. Ein unruhiger Lipizzaner wird sofort, aber ohne Hast, beiseite genommen und mit Leckereien beruhigt. Schneller als gedacht ist die Morgenarbeit zu Ende und wir Zuschauer müssen die Halle verlassen.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Die Reitkunst der Wiener Hofreitschule ist nicht zu verwechseln mit Dressurreiten. Daran muss ich am Schluss im Zusammenhang mit dem Dressurreiter denken, der mir die Anregung für den Besuch der Wiener Hofreitschule gab. Interessant ist übrigens auch die Aufzucht der Pferde, darüber möchte ich auch noch mehr erfahren – ein andermal.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 19 Jul 2023 04:37:27 GMT</pubDate>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Goslar - Fachwerk vom Feinsten</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/goslar-fachwerk-vom-feinsten</link>
      <description>Goslar? Ehemals eine Hansestadt. Eine kleine, detailgetreu restaurierte Innenstadt mit liebevoll hergerichteten Fachwerkhäuschen.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Eine ehemalige Hansestadt am Rande vom Harz
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20230521_172756.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Irgendwie ganz weit weg und trotzdem nicht vergessen sind für mich Ausnahmezustand mit Lockdowns und persönlich erlebten wochenlangen Corona-Quarantäne(n) zwischen 2020 und 2022. Wann immer ich Zeit hatte, floh ich in imaginäre Welten auf den sozialen Medien und plante Reisen. Im Fokus standen Orte in Deutschland, die ich noch nicht gesehen hatte und die mit ansprechenden Bildern schöne Ziele versprachen. Auf diese Weise versorgte ich mich mit positiven Gedanken. Irgendwann ploppten Bilder von Goslar auf. Was für ein hübsches, altes und unverbrauchtes Städtchen – ich nahm mir vor, es bei erster Gelegenheit zu besuchen. 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Goslar zählte zu den Hansestädten
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           2023 ist es so weit. Wir planen eine Reise zu einer Reihe von Hansestädten. So steht auf dem Weg in den hohen Norden Deutschlands ein Zwischenstopp in Goslar an, welches sich Mitte des 13. Jahrhunderts der Hanse angeschlossen hatte. Ein kleiner Einschub: Neben Hansestädten an der Küste gab es auch eine Reihe von Binnenhansestädten. Eine wirkliche Definition des Bundes gab es nicht, während der Blütezeit zwischen dem 14. und dem 16. Jahrhundert waren rund 200 Städte in der Hanse. Hintergrund waren ökonomische Interessen.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Wir haben eine Übernachtung im Boutique Hotel gebucht. Es liegt nicht ganz im Zentrum, ist aber so nett beschrieben, dass wir es im Vorfeld auswählen. Wir fahren von der Autobahn ab durch eine leicht hügelige Landschaft, die Ausläufer des Harzes. Hier sind nicht so viele Autos unterwegs wie in Baden-Württemberg, das trägt schon mal zur beginnenden Erholung bei. Das Hotel selbst ist eine wunderschöne Villa mitten in einem wunderschönen Villenviertel. Jedes Zimmer trägt einen eigenen Namen und ist auch sehr adrett und modern eingerichtet. Wir fühlen uns gleich richtig wohl. Auf der Hausrückseite befindet sich ein hübscher Garten, in dem wir am nächsten Morgen auch frühstücken werden. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ein Stadtbild so schön wie eine Filmkulisse
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Die um 920 gegründete Stadt Goslar liegt am Nordrand des Harzes, am Ausgang des Tales des namensgebenden Flusses Gose. Hier fanden dank der ersten (deutschen) Kaiser viele Reichstage Stadt, das machte die Stadt bekannt. Im 14. Jahrhundert wurde Goslar von Kaiser Karl dem IV zur Reichsstadt erhoben. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Der Weg ins Stadtzentrum der rund 50.000 Einwohner zählenden Stadt führt etwas bergab, vorbei an zahlreichen verzierten und mit Schriften versehenen Häusern, die auf eine ehemalige Blütezeit hinweisen. Die Innenstadt ist nur rund einen Quadratkilometer groß, fast vollständig erhalten und detailgetreu restauriert. Empfehlung für Frauen: Flache Schuhe anziehen, da fast das gesamte Innenstadtgebiet gepflastert ist. Das Stadtbild ist insgesamt enorm schön, bei jeder Wegbiegung entfährt mir ein freudiges „oh!“, wenn ich in die Gassen blicke. Links und rechts sind diese gesäumt von kleinen aneinandergeklebten Fachwerkhäuschen, die teilweise etwas windschief dastehen und somit noch mehr Originalität ausstrahlen. Wir laufen ein Stück an einem Bach mit dem Namen Abzucht entlang, in einem Innenhof üben zwei Männer zu Musik Paartanzschritte, eine Frau leitet sie an. So gelangen wir an die Kaiserpfalz, die im Süden der Stadt am Fuße des Rammelsberg liegt. Hier sitzen zahlreiche junge und ältere Menschen auf einer Wiese und genießen das Wetter und den Blick auf die Altstadt. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ein Problem vieler Kleinstädte
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Zurück im historischen Stadtkern suchen wir uns einen Platz im Freien, in einem der zahlreichen Restaurants, um das berühmte Gose-Bier zu trinken und zu essen. Wir sitzen so nahe am Marktplatz, dass wir das Geschehen dort verfolgen und hören können. Interessanterweise gibt es gerade eine Veranstaltung, bei die Jugend von einer der großen deutschen Parteien interviewt wird. Zu Wort kommt gerade eine Abiturientin aus Goslar, die uns ein wenig zum Nachdenken bringt. Sie erzählt davon, dass sie ihre Heimatstadt zwar hübsch findet, aber so schnell wie möglich hier wegwill. Es gäbe einfach zu wenig Möglichkeiten an Bildung und Ausbildung in Goslar. Wir lauschen den Worten aufmerksam. Das bringt mich dazu, etwas zu recherchieren. Tatsächlich finde ich Informationen, dass Goslar offenbar jährlich Einwohner verliert, junge Menschen wegziehen und die Stadt überaltert. Dem versucht man mit diversen Ansätzen entgegenzuwirken. Der Trend ist auch aus Oberschwaben bekannt, es ist also eher ein Phänomen von Klein- und Mittelstädten Deutschlands. Auffällig in Goslar sind die Immobilienpreise. Das haut uns fast von den Socken. Eine Immobilie lässt sich hier für ein Viertel des Preises wie in Oberschwaben erwerben. Das ist nun sehr bemerkenswert.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Goslar und Harz - vielleicht beim nächsten Mal
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Am nächsten Morgen fragen wir die Hotelbesitzerin, was sie zu den Aussagen der jungen Abiturientin meint. Sie widerspricht und zählt die Unternehmen in der Nähe auf, bei welchen man arbeiten und sich ausbilden kann. So nehmen wir auf unsere weitere Reise viele Eindrücke mit: Eine wunderschöne kleine Fachwerkstadt, die wohl im Alltag auch ihre Probleme hat. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, sicherlich auch für länger, um den Harz zu erkunden, das behalte ich mal im Hinterkopf. Aber ob wir deutschen Touristen gemeinsam mit den vielen Touristen verschiedenster Länder, denen wir begegnet sind, das Problem Verödung lösen, das ist fraglich.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 06 Jul 2023 09:55:00 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/goslar-fachwerk-vom-feinsten</guid>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Das Lapidarium in Stuttgart</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/das-lapidarium-in-stuttgart</link>
      <description>Das Lapidarium wirkt wie ein verwunschener Hanggarten mitten in Stuttgart. Es liegt am Fuße der Karlshöhe. Offiziell ist es ein Freilichtmuseum.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ein Sammelsurium an Skulpturen in einem verwunschenen Garten 
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/P6280750.JPG"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
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&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        
            Seit einem Jahr will ich es besuchen. Jetzt habe ich endlich Glück: Ich hatte einen Pflichttermin in Stuttgart, es ist der richtige Tag und die richtige Zeit für das Lapidarium. Das hat nämlich nur im Sommer zwischen Juni und Oktober am Samstag, Sonntag und Mittwoch jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Das Wetter ist heißer als gedacht, ich schleppe mich mit meinem Rucksack die Silberburgstraße entlang und verfluche, dass ich immer das Bedürfnis habe, mich für alle Fälle auszurüsten: Hunger, Durst, Hitze, Kälte… 
           &#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Städtische Lapidarium Stuttgart ist ein Freilichtmuseum im Park der ehemaligen Villa Ostertag-Siegle in Stuttgart. Darin sind über 200 meist steinerne Zeugnisse aus fünf Jahrhunderten Stuttgarter Stadtgeschichte ausgestellt, außerdem die römische Antikensammlung von Carl von Ostertag-Siegle. Das Museum befindet sich am Fuße der Karlshöhe in der Mörikestraße 24/1. Es ist unschwer zu erkennen an einem verwitterten Schild über dem Eingangstor. Vorher schon läuft man an je einem steinernen Wächter an der Straße und an einem weiteren im Innenhof neben der Treppe, die zum Lapidarium führt, vorbei. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Ist das Lapidarium Park, Garten, Museum?
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Oben angelangt, weiß ich erst gar nicht, wohin ich schauen soll. Links von mir befindet sich eine überdachte und zu einer Seite hin offene Galerie mit Säulen, die neben einer Reihe von Parkbänken eine Vielzahl von Büsten, hängenden und liegenden Skulpturen beherbergt. Vor mir, eine Ebene tiefer, befindet sich ein Brunnen, in dem das Wasser lustig plätschert und vor dem Brunnen sehe ich ein fein gelegtes Mosaik. Ebenso auf diesem Platz stehen ein paar rosafarben blühende Oleander in Kübeln, diese wurden erst bereitgestellt, wie ich aus einem Gespräch zweier „Macher“ des Museums erfahre. Ich setze mich erst einmal auf eine der Bänke und lasse das ganze Ensemble auf mich wirken. Etwas unwirklich ist es schon. Gerade eben noch befand ich mich mitten im wilden Westen Stuttgarts, Autos rauschten vorbei, geschäftige Menschen kreuzten meinen Weg. Und jetzt sitze ich hier. In einem Park? So ist die offizielle Bezeichnung. Auf mich wirkt das Lapidarium allerdings eher wie ein großzügiger Garten. Vielleicht, weil ich aufgrund meiner Wienbesuche mit dem Wort Park andere Dimensionen verbinde. In einem Museum? Ja auch, irgendwie. Ich habe noch nie so viele Skulpturen und behauene Steinplatten auf so engem Raum gesehen, ohne dass das Gefühl entsteht, es ist zu viel. Naja, Lapidarium ist die Bezeichnung für eine Sammlung von Steinwerken. Der Name ‚Lapidarium‘ leitet sich vom lateinischen lapis, ‚Stein‘ ab und bezeichnet eine Sammlung von Steinwerken, Skulpturen, Grabsteinen, Bauplastiken. Dass hier also Steine herumstehen und liegen, gehört dazu.
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           Ein bezaubernder Ort, an dem es so viel zu entdecken gibt.
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          Bezaubernd ist, dass sich hier alle gesammelten Gegenstände so einfinden, als gehörten sie schon immer hierher. Wie den fotografierten Wasserspeier gibt es viele Gegenstände, die leicht mit Moos bedeckt sind. Aber es stehen auch frisch restaurierte Gegenstände parat, wie ein weiß leuchtender Apoll. Da das Gartengelände sich über einen Teil des Hangs (Karlshöhe) und auf verschiedenen Ebenen erstreckt, kann ich von einer der Parkbänke aus, die in der Galerie auf Ebene Null stehen, das Bild auf mich wirken lassen. Gott sei Dank sind die Bänke beschattet, ich bin nicht die Einzige, die heute den Schatten sucht, trotz der üppigen Belaubung des Gartens. Ich packe meine Kamera aus und starte meinen Rundgang. Immer wieder muss ich stehen bleiben, mich bücken, mich umdrehen, die Sichtachse verändern. Selten macht es mir so Spaß, meinen Augen auf relativ kleinem Raum (der Garten ist nicht riesig) so oft einen neuen Blickwinkel zu bieten. Hier gibt es so viel zu sehen und zu entdecken. Und weil das Licht durch die Bäume seinen Teil dazu beiträgt, wirkt jedes ausgestellte Stück immer wieder anders, mal dunkler und mystischer, mal heller alle Feinheiten sichtbar machend. Besser könnte es ein Museumskurator in einem abgeschlossenen Raum mit einer perfekten Lichtanlage nicht inszenieren. 
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Ich beschließe nach dem Besuch im Lapidarium, zum Biergarten auf der Karlshöhe zu laufen. Der Weg ist an sich nicht weit, aber mich trennt noch die Willy-Reichert-Staffel mit 408 Stufen und 210 Metern Länge von einem Schattigen Platz mit Aussicht auf Stuttgarts Süd- und Osthänge. Oben angekommen genieße ich bei bestem Wetter die Aussicht und lasse den Besuch im Lapidarium Revue passieren.
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           Infos zum Lapidarium:
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im Lapidarium finden auch regelmäßig literarische Veranstaltungen der AnStifter statt. Doch wer sind die AnStifter? Sie beschreiben sich auf ihrer Website als „AnStifter sind alle, die die Projekte der AnStifter – InterCulturelle Initiativen finanziell, ideell oder praktisch fördern. AnStifter wählen jedes Jahr die PreisträgerIn des Stuttgarter Friedenspreises.“
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    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Wer das Lapidarium selbst besuchen möchte, kann auf die Website des StadtPalais Stuttgart schauen unter www.stadtpalais-stuttgart.de/museumsfamilie/staedtisches-lapidarium. Hier steht Öffnungszeiten, Infos zu aktuellen Veranstaltungen und auch, seit wann es den Park gibt: „Im Jahre 1905 legte Karl von Ostertag-Siegle den Park nach Vorbildern italienischer Renaissancegärten an. Er schuf im Mittelpunkt des heutigen Lapidariums eine Wandelhalle mit Antikenwand, in der er eine Vielzahl von Fragmenten römischer Antiken anbringen ließ, die er auf Reisen nach Italien erworben hatte.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 30 Jun 2023 14:59:54 GMT</pubDate>
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    </item>
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      <title>Ein Hoch auf den Zug</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Warum ich trotz aller Umstände immer noch Zug fahre
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  &lt;span&gt;&#xD;
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         Nein, Zugfahrten sind heutzutage auch in der ersten Klasse nicht (mehr) so komfortabel, wie es das im Böhmischen Prater abgelichtete Ausstellungsstück früherer Zeiten auf den ersten Blick vermuten lässt. Auf den zweiten Blick hängt auch dort die Gardine im dritten Fenster von rechts nicht mehr in ihren Angeln. Ich fahre trotzdem in aller Regel mit dem Zug nach Wien und ernte dafür regelmäßig ein "Was, du fährst mit dem Zug?" Begleitet wird die rhetorische Frage gerne mit  Augenrollen, Stöhnen und oft einem mitleidigen Blick. Ja, bei meinen über 20 Bahnfahrten zwischen Oberschwaben und Wien in den letzten vier Jahren lief selten alles glatt und geplant. Während ich in der ersten Zeit noch erste Klasse mit Sitzplatzreservierung gebucht habe, lasse ich das mittlerweile, wenn ich alleine unterwegs bin, komplett bleiben. Erstens entfällt damit die lästige Wagennummernsuche vor dem Einsteigen oder, wenn man wieder die falsche Wagennummer beim Einstieg erwischt hat, das lästige Hinterherzerren des Koffers durch sämtliche Wagen in die falsche Richtung und wieder zurück. Man könnte mir jetzt vorwerfen, ich bin zu blöd, den richtigen Wagen mit dem richtigen Abteil und dem richtigen Platz auf Anhieb zu finden. Wer aber mit etwas Beobachtungsgabe ausgestattet ist und seinen Platz rechtzeitig einnimmt, wird feststellen, dass eine Vielzahl der Eingestiegenen erst in die eine Richtung und dann wie auf Kommando in die andere Richtung an einem vorbeischleichen. Zweitens fehlten auch schon erste Klasse Wagons, in denen ich einen Platz gebucht hatte, so dass ich erst kostbare Zeit mit der Suche des nicht vorhandenen Wagens, dann kostbare Zeit mit der Erkenntnis des Nichtvorhandenseins des Wagens und schließlich kostbare Zeit mit der Suche nach einer Zugbegleiterin/einem Zugbegleiter verbracht habe, mit deren oder dessen Hilfe ich dann einen neuen Platz zugeteilt bekam. 
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Wo liegen dann eigentlich die Vorteile, wird sich jetzt der geneigte Leser fragen? Bei Drittens. Denn drittens finde ich beim Alleinreisen immer irgendwo einen Platz, wenn ich nicht erst ewig viel Zeit mit der Suche nach einem bestimmten Platz verbringen muss. Und das wichtigste: Das Abenteuer Zug geht erst richtig los, wenn ich mich treiben lasse und schaue was passiert. Auf diese Weise hatte ich erst bei meinen letzten beiden Reisen nach Wien so lustige Erlebnisse, über die ich hier berichte. 
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          Morgens um 9.20 Uhr in Ulm. Ich warte auf meinen Anschlusszug nach Salzburg. Neben mir stehen zwei Frauen. Beide schauen konzentriert zwischen ihrer ausgedruckten Fahrkarte und der Anzeigentafel hin und her. Auf der Anzeigentafel sind zwei Züge aufgelistet, da der eine aber erheblich Verspätung hat, wirkt die Anzeige etwas verwirrend, da der später aufgelistete Zug vor dem eigentlich früheren Zug eintreffen wird. Die beiden Frauen wenden sich an mich und fragen mich nach meinem Reiseziel. Meine Antwort "Wien" quittieren sie mit einem breiten Lächeln und den Worten "Super, dann sind sie jetzt bis Wien unsere Freundin." Die beiden haben eigentlich eine Sitzplatzreservierung, ich wie oben erwähnt, nicht. Sie beschließen kurzer Hand, auf ihre Reservierung zu verzichten, um sich voll und ganz an meine Fersen heften zu können. So gelangen wir gemeinsam in den Zug und finden doch tatsächlich für uns drei Plätze um einen Tisch gruppiert. Bis wir in Salzburg angekommen sind, sind wir bereits beste Freundinnen, tauschen unsere mitgebrachten Carepakete und plaudern uns durch alles mögliche. Ich erfahre, dass die beiden Schuhverkäuferinnen sind. Ich lerne auch, dass der Sinn, dass immer nur ein Schuh in einem Regal steht, der ist, dass dadurch der Verkäufer/die Verkäuferin zu Rate gezogen werden muss. Leider ist es aber auch so, dass beim Platzieren nur eines Schuhs dieser durch das Licht im Geschäft eine andere Farbe annimmt, als der Schuh, der in einem Karton schlummert. Und ich lerne, dass deshalb nun der eine oder andere Schuhladen deshalb inzwischen das Paar Schuhe komplett ausstellt. Das wiederum hat aber zur Folge, dass weniger Beratung von Nöten ist. Haben Sie sich schon mal gefragt, warum ein lästiger Sicherheitschip im Schuh angebracht ist (oder in einem Kleidungsstück an unangenehmen Stellen? Der Grund ist einfach: Weil man dann endlich wieder auf den Rat und die Tat des Verkäufers/der Verkäuferin angewiesen ist. So ist das nämlich! 
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          Eine zweite Anekdote erlebte ich bei der Rückfahrt im Regionalzug. Aus Faulheit setze ich mich oft im Regionalzug oft einfach in das Fahrradabteil. Neben mich setzte sich in dem Fall eine nette Seniorin über 70, auf dem Weg, ihre Enkelin zu "sitten". Sie hatte sich das 49 Euroticket frisch ergattert, das Ticket gab es erst seit einem Tag zu Kaufen. Wir saßen da und plauderten. Da lief ein fröhlich pfeifender Zugbegleiter durch den Wagen, ohne sich bei dieser Gelegenheit die Fahrkarten zeigen zu lassen. Ich bin mir sicher, er hätte seine Kontrolle schon noch gestartet, dem kam aber die nette Seniorin neben mir zuvor. "Wollen Sie nicht die Fahrkarten sehen?" fragte sie den Zugbegleiter erbost über einige Fahrräder und Köpfe hinweg. "Jetzt hab ich schon das 49 Euro Ticket und will es auch zeigen", fügte sie hinzu. Der Zugbegleiter kam zu uns rüber und sagte schmunzelnd: "Tja, wer nicht als die pedantischen Pensionäre könnte auf der Fahrkartenkontrolle bestehen!" Den Spruch nahm die Seniorin mit Humor und wollte auch gleich noch etwas über ihre Anschlusszüge erfahren. Der Zugbegleiter hatte Mühe, die Informationen auf die Schnelle ausfindig zu machen, da es "hierfür eine neue App gibt, die es noch zu erlernen gilt". Die schließlich doch gefundenen Informationen schrieb die Seniorin fein säuberlich mit akribisch geschwungener Schrift in ein kleines Notizbüchlein. Der Zugbegleiter musste sich, da die Dame nicht so gut hören konnte, solange neben die Dame setzen. 
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      <pubDate>Mon, 26 Jun 2023 18:14:57 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Auszeit im Grünen - mitten in Wien</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/auszeit-im-gruenen-mitten-in-wien</link>
      <description>Der Türkenschanzpark entpuppt sich als ein bezauberndes Kleinod. Er ist eine erfrischende grüne Oase. Es braucht für Zentrumsorientierte ein bisschen Zeit für die Anfahrt, aber der Weg lohnt sich.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Türkenschanzpark mit Paulinenwarte
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           Der wunderschöne Türkenschanzpark mit seiner Paulinenwarte
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          Sommer in Wien kann sich sehr heiß anfühlen. Glücklicherweise gibt es dann auch für die, die nicht ausschließlich (zum Beispiel in der Donau) baden gehen wollen, ausreichend Möglichkeiten, ein hübsches Schattenplätzchen zu entdecken. Eine dieser Entdeckungen ist für mich der Türkenschanzpark. Den habe ich nicht gesucht, sondern gefunden, als ich auf der Suche nach begehbaren Aussichtspunkten und Türmen bin. Im Türkenschanzpark befindet sich die 23 Meter hohe Paulinenwarte. Der  Park liegt im 18. Gemeindebezirk Währing. Ich fahre spätnachmittags mit dem Bus hin, die Sonne scheint und wirft bereits ein sanftes Licht auf das Laub. Erst mal ohne groß nach links und rechts zu blicken, suche ich die Paulinenwarte. Sie befindet sich etwas versteckt auf einer Anhöhe hinter großen Bäumen.
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           Auf die Paulinenwarte für 80 Cent
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          Eigentlich möchte ich nur auf die Paulinenwarte steigen, sie soll einen herrlichen Blick über Wien und Wienerwald bieten. Ursprünglich hatte der Turm eine Doppelfunktion: Er war Aussichtspunkt und Wasserspeicher. Im Inneren der Warte erreicht man die Aussichtsplattform über eine Treppe. Auch von Höhenangst geplagte können also sorgenfrei hier hochklettern. Oben angekommen, bin ich in der Tat erst mal ein bisschen enttäuscht. Der Blick in die Ferne ist durch die hohen Bäume im Park stark eingeschränkt und außerdem hängt ein Netz rund um den Sichtbereich des Turms und beengt den Blick zusätzlich ein wenig. Als ich dann beim Umrunden der Aussichtsplattform immer wieder nahe an das Netz herantrete, erhasche ich einige lohnenswerte Blicke in den Park. Vor dem Besteigen des Turms sollte man sich allerdings über die Öffnungszeiten informieren. Die Paulinenwarte wird von den Naturfreunden Währing zwischen April und Oktober an bestimmten Wochenenden zu geregelten Uhrzeiten geöffnet. Der Eintritt kostet 80 Cent. Benannt ist der Turm nach Fürstin Pauline Metternich, die viele exotische Pflanzen für den Türkenschanzpark gespendet hatte. 
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           Eine bezaubernde Oase: der Türkenschanzpark
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          Der Türkenschanzpark entpuppt sich für mich als ein bezauberndes Kleinod. Er ist wahrlich eine erfrischende grüne Oase. Zwar muss man, wenn man sich eher zentrumsorientiert bewegt, ein bisschen Zeit für die Anfahrt einplanen, aber der Weg lohnt sich allemal. Die Parkanlage wurde ab 1885 errichtet und 1888 von Kaiser Franz Joseph feierlich eröffnet und der Öffentlichkeit übergeben.  Auch heute tummeln sich hier Alt und Jung, spielend, ausruhend, flanierend. Die Pflanzenpracht ist sehenswert, der Park sehr gepflegt und besonders. Ich wandele über Brückchen, gerundete Wege, vorbei an Wasser und Wiesenstückchen. Da der etwa 150.000 m² große Park sich über eine sanfte Hügellandschaft erstreckt, ist es beim Laufen ein fröhlich geschwungenes auf und ab. Aufgrund der Nachbarschaft zur Universität für Bodenkultur Wien gibt es hier viele besondere und seltene Pflanzen zu entdecken, zum Beispiel Zierbäume aus China, Japan und Nordamerika. Viele Bäume sind namentlich beschriftet. Ich kann mich an der Pflanzenpracht gar nicht satt sehen und bin mal wieder erstaunt, welche Vielfalt mir Wien bei jedem meiner Besuche offenbart. 
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  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sat, 24 Jun 2023 14:57:46 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Wien: Zentralfriedhof und St. Marxer Friedhof</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/wien-zentralfriedhof-und-st-marxer-friedhof</link>
      <description>Gleich vorweg: Der St. Marxer Friedhof hat auf mich eine ganz besondere Wirkung. Von der Größe her ist er  nicht zu vergleichen mit dem Zentralfriedhof, aber die Stimmung fängt mich hier eigentümlich ein.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Zwei unterschiedliche Friedhöfe, deren Besuch sich lohnt.
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         Wer an Wien denkt, denkt unweigerlich an den Zentralfriedhof im elften Gemeindebezirk Simmering, an Wolfgang Ambros‘ morbid angehauchten Liedtext über das Leben auf dem Wiener Zentralfriedhof und vielleicht auch an das Grab von Johann (Hans) Hölzel alias FALCO. Laut der offiziellen Website der Stadt Wien gibt es in Wien 55 Friedhöfe, 46 davon sind städtisch. Bei meinem ersten Besuch in Wien mit der ganzen Familie steht auch der Besuch des Zentralfriedhofs auf dem Plan. Die Anfahrt mit den Öffis aus der Innenstadt braucht ein bisschen Zeit. Es ist August und heiß. Das Friedhofsareal umfasst mehr als zwei Quadratkilometer, man muss also gut zu Fuß sein und möglichst gut behütet, den die Wege und Plätze sind oftmals so groß, dass die Bäume nicht alles beschatten können. Dass der Friedhof sich in einiger Entfernung zur Innenstadt befindet, hat seinen Grund.  Die fünf Kommunalfriedhöfe waren zu klein geworden, deshalb beschloss der Gemeinderat in den mittleren 1860iger Jahren, einen Zentralfriedhof anzulegen. 1874 am 1. November wurde die Anlage offiziell eröffnet.  Bezüglich der Wahl des Terrains herrschte unter den Entscheidern wohl nicht unbedingt Einigkeit. 
         &#xD;
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          Den Zentralfriedhof nur einmal zu besuchen und dabei alles zu erfassen, geht sich nicht aus, wie der Wiener zu sagen pflegt. Man wird mit dem Besichtigen nicht fertig. Er ist vielmehr ein Ort, an den man, solange man lebt, immer wieder zurückkehren kann, ohne dass es einem langweilig wird. Als erstes steht für mich und meine Familie der Kapellenhof mit der 1910 gebauten Kuppelkirche Zum Heiligen Karl Borromäus an. Bis 2000 nannte man die Kirche Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche, der Bürgermeister war kurz vor der Eröffnung der Kirche gestorben. Erbaut wurde die Kirche nach Entwürfen von Max Hegele. Läuft man in die Kirche hinein, muss man einfach den Kopf ganz weit in den Nacken strecken, um den ersten Wow-Effekt zu erzielen. Der mittlere Ring der Kuppel ist in einem klaren blau ausgekleidet, die Kuppel steckt voller liebevoller Detailarbeiten im Jugendstil. 
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           FALCO, Supermax und wo ist Mozart?
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Eine Attraktion des Friedhofs ist die Ehrengräberanlage, sie war eine Maßnahme, um die Besucherzahlen zu erhöhen, da ursprünglich die Anreise zu der von der Innenstadt doch recht weit entfernten Anlage vielen schlichtweg zu weit war. In die Ehrengräberanlage wurden die sterblichen Überreste einer Reihe prominenter Persönlichkeiten von anderen Wiener Friedhöfen verlegt, so zum Beispiel Ludwig van Beethoven. In etwa 300 Metern Entfernung findet man in der Gruppe 40 auf dem Ehrenhain das Grab von FALCO. Es wird immer noch rege besucht und man findet Kerzen, Briefe und weitere Utensilien, die Fans hier noch heute niederlegen. Läuft man um das Grab von FALCO herum, steht man vor dem Grab von Kurt Hauenstein. Der Musiker, Poet und Songwriter war bekannt unter dem Namen Supermax. Ein Hit der Pop-Ikone war „Lovemachine“. Heute ist der Song nicht (mehr) jedem geläufig. FALCO und Supermax liegen hier Kopf an Kopf, im Leben waren sie Freunde.  Ebenso auf dem Zentralfriedhof steht in der Gruppe 32 A ein großes Grabdenkmal des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart. Mozart wurde nicht hier begraben. Er wurde bestattet auf dem St. Marxer Friedhof. 
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          Ein anderes Jahr, wieder ein Besuch in Wien. Es ist April und ich nehme mir bei angenehmen 18 ˚˚ Celsius und Sonne einen Besuch des St. Marxer Friedhofs vor. Der Friedhof liegt im dritten Gemeindebezirk Landstraße. Er ist einer der fünf von Joseph dem II begründeten Kommunalfriedhöfe (die Vorläufer des Zentralfriedhofs) und der Einzige, der noch erhalten ist. Die Anreise von meinem Domizil ist nicht weit. Das Problem ist eher, den Friedhof zu finden. Er liegt mitten in einem Geflecht aus großen Straßen, ich muss mich erst durchfragen. Der Standort des Friedhofs ist anhand der auch aus der Ferne sichtbaren hohen, belaubten Bäumen auszumachen. Aber der Weg dorthin ist aufgrund des Straßengeflechts nicht einfach erkennbar. So laufe ich mehrfach in die falsche Richtung. Schließlich bewege ich mich mit Navi bewaffnet auf dem Gehweg unter einer riesigen Straße hindurch, die Brückenpfeiler sind geziert mit Graffiti. Linkerhand befindet sich dann endlich ein im Vergleich zum Zentralfriedhof unscheinbares Backsteintor mit angrenzender Backsteinfriedhofsmauer. 
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  &lt;/div&gt;&#xD;
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    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Ein Friedhof, der mich ganz besonders berührt: St. Marxer Friedhof
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Gleich vorweg: Der St. Marxer Friedhof hat auf mich auf ganz besondere Wirkung. Von der Größe her ist er selbstverständlich nicht zu vergleichen mit dem Zentralfriedhof, aber die Stimmung, um die Wortwahl von Wolfgang Ambros aufzugreifen, fängt mich hier auf eigentümliche Weise ein. Bestattungen wurden hier zwischen 1784 und 1874 durchgeführt. Dann schlummerte der Friedhof erst mal einen Dornröschenschlaf. Derweil konnte er den Charakter eines Biedermeierfriedhofs bewahren und die ursprüngliche Gestalt blieb erhalten. Er wurde 1936/1937 instandgesetzt und im Oktober 1937 als eine Verbindung von Friedhof und Parkanlage geöffnet. Nach Beschuss im Zweiten Weltkrieg wurde er unter der Leitung des Wieners Hans Pemmer wiederhergestellt (Wiedereröffnung 21. Oktober 1945). Heute befindet sich in direkter Nähe die sogenannte Süd-Ost-Tangente. Das laute Gebrumme von PKWs und LKWs ist unüberhörbar. Trotzdem oder gerade, weil der Friedhof sich durch die urbane Hektik nicht verdrängen und aus der Ruhe bringe lässt, kann man hier wunderbar Ruhe tanken, auf einer der Parkbänke am Hauptweg oder in den vielen Seitenwegen, zwischen Ordnung und Unkraut, Rosen und kräftigem Baumbewuchs. Am Ende angelangt, schaut man über die Mauer auf eine Anlage von Wien Energie. Das passt. Dort die Infrastruktur, um das tobende Leben einer Großstadt in Gang zu halten, hier die Gräber, die Ruhe, das Unkraut, welches sich an manchen Grabsteinen ungehindert emporrankt. Und zum guten Schluss: Mozart. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Hier ruht Mozart
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Fast wie in seinem Leben, hat auch die letzte Ruhestätte von Mozart etwas Revolutionäres. Denn Mozarts Leichnam wurde „nach der Einsegnung bei St. Stephan...in den Abendstunden des 6. Dezember 1791 auf den vor der Stadt liegenden St. Marxer Friedhof überführt. Die Beerdigung erfolgte entweder noch in den Nachtstunden oder, wahrscheinlicher, erst am Vormittag des nächsten Tages in einem ‚allgemeinen einfachen Grab‘…die mutmaßliche Begräbnisstätte wurde 1859 durch ein Grabdenkmal von Hans Gasser markiert (enthüllt 6. Dezember 1859), das 1891 auf den Zentralfriedhof (Ehrengräberhein Gr. 32 A) transferiert wurde. Erst 1899 wurde aus Grabsteinspolien in St. Marx ein schlichtes Grabdenkmal errichtet, das bald darauf um die signifikante geborstene Säule bereichert wurde…“ (https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Mozart-Grab)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich freue mich, dass Mozart hiergeblieben ist. Es passt zu seiner Biografie, zu seinem Geist, der bereits zu seinen Lebzeiten gegen Konventionen aufbegehrt hat. Und eins ist sicher, ich besuche ihn wieder. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 11 Jun 2023 15:10:04 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.freund-gobs.de/wien-zentralfriedhof-und-st-marxer-friedhof</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Antwerpen – Selbstbewusstes Nebeneinander von Besonderheiten</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/antwerpen-selbstbewusstes-nebeneinander-von-besonderheiten</link>
      <description>Antwerpen bietet eine Vielzahl an Eindrücken. Ein Besuch ist auf jeden Fall lohnend, vielleicht sogar, weil die Stadt es einem nicht gleich so einfach macht – das schon mal vorweg.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Die Stadt bietet eine Vielzahl von Eindrücken
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20230529_153549.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Mein Mann und ich hatten für drei Tage ein Appartement in Antwerpen gemietet. Hinter uns lag eine Reise, bei der wir quer durch Deutschland gereist waren und sowohl die nördlichste Stadt (Glücksburg) als auch die kleinste Stadt Deutschlands (Arnis an der Schlei) und noch einige weitere besondere Orte besichtigt hatten. 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Antwerpen hatten wir uns für das Finale aufgespart. Wir kamen über den Autobahnring, im Vorbeirasen sah ich Windräder neben Hochhäusern, ich erhaschte einen Blick auf das legendäre Havenhuis der Stararchitektin Zaha Hadid.  Erwartet habe ich den Charme, den viele Städte offensichtlich versprühen, sobald man in sie eintaucht. Auf diesen Effekt wartete ich erst mal vergeblich. Ein Besuch von Antwerpen ist aber auf jeden Fall lohnend, vielleicht gerade weil die Stadt es einem nicht so einfach macht – das schon mal vorweg. Wer sich darauf einlässt, kann in Antwerpen eine unglaubliche Vielfalt an Entwürfen von Lebensmöglichkeiten wahrnehmen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unser Appartement lag versteckt in einer schmalen Gasse, gesäumt von zwei größeren Verkehrsadern in die Innenstadt. Es lag recht zentral. Meine Devise, Städte zu erkunden, ist zu laufen. Zu Fuß sehe ich mehr, höre ich mehr, rieche ich mehr. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Große Gemeinschaft orthodoxer Juden
           &#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          So machen wir uns auf den Weg in den historischen Stadtkern. An der ersten roten Ampel überholen uns zwei vielleicht sechs Jahre alte Jungs mit dem Fahrrad. Beide tragen kurz geschorene Haare, eine Kippa auf dem Haupt und lange Schläfenlocken. Ein unerwartetes Bild. In Antwerpen lebt unweit des Bahnhofs in direkter Nähe zum Diamantenviertel eine große Gemeinschaft orthodoxer Juden. Es soll die drittgrößte nach Jerusalem und New York sein (belgieninfo.net/2015) und die größte chassidische Gemeinde weltweit (juedisches-europa.net/2023). 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Bahnhof wie eine Filmkulisse
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir besichtigen den Bahnhof Antwerpen-Centraal. Er ist beliebte Kulisse in vielen Spielfilmen. Die heutige Anlage stammt aus den Jahren 1899 und 1905. An der Stirnseite ist sie prächtig von außen anzusehen, an einer Seite säumt eine markante langgezogene Mauer das Gelände, sie taucht übrigens immer wieder auf in der 2023 entstandenen Netflix Serie „Rough Diamonds“. Betritt man die große Eingangshalle des Bahnhofs, muss man sich erst an die Pracht gewöhnen, die einen umgibt. Markant ist auch die Bahnhofsuhr, diese sieht man, wenn man von den Gleisen her in die Eingangshalle schreitet. 
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Nüchternes Diamantenviertel 
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Direkt neben dem Bahnhof befindet sich das Diamantenviertel. Eine Schaufensterauslage voller glitzernden Schmucks reiht sich hier an die nächste. Was dem Touristen verborgen bleibt, ist die Diamantenbörse und die Büroräume der Diamantenhändler. Diese Räumlichkeiten sind in einer Vielzahl von nüchternen, fast schäbig anmutenden mehrstöckigen Gebäuden untergebrach. Dass es hier um sehr viel Geld geht, lassen nur die zahlreichen Kameras vermuten, die die Häuserfassaden schmücken. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Rubens und mehr in  der Liebfrauenkathedrale
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der Innenstadt überwältigt uns die weithin sichtbare Liebfrauenkathedrale mit dem 123 Meter hohen Turm, die Domkirche des Bistums Antwerpen. Sie ist tags geöffnet, kostet allerdings 12 Euro Eintritt. Das führt dazu, dass viele Touristen zwar einen kurzen Blick in das imposante Innere werfen, das Haus dann aber wieder verlassen. Die Liebfrauenkathedrale ist die einzige siebenschiffige gotische Kirche mit Querhaus und Umgangschor mit Radialkapellen. Das Bauwerk ist 117 m lang und innen 40 m hoch und wird von 125 Pfeilern getragen. Vier Gemälde von Peter Paul Rubens kann man darin auch bewundern. Wir finden, dass sich der Eintritt durchaus lohnt und aufgrund der überschaubaren Anzahl an Besuchenden können wir Architektur und Kunst ausgiebig genießen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Grote Markt in der historischen Altstadt ist gesäumt von wunderschönen Gebäuden, einst erbaut von den Zünften und Kaufleuten.  Heute tobt hier das Leben und bei schönem Wetter kann man das Treiben in einem der vielen Restaurants und Cafés genießen oder das außergewöhnliche belgische Bier testen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Schokolade von den Meistern
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Eine Stippvisite machen wir im historischen Gebäude Paleis op de Meir bei Dominiques und Julius´ „The Chocolate Line“ - vom Gault Millau ausgezeichnet als „Best chocolatier of the year 2023“. Hier nutzen wir die Möglichkeit, das außergewöhnliche Verkaufskonzept in Augenschein zu nehmen und natürlich auch von den köstlichen Schokoladenkreationen etwas mitzunehmen. Hinter einer Glasscheibe kann man beim Herstellen der Leckereien zuschauen. In den Nachbarräumen liegen die Kreationen zum Verkauf aus. Der Knüller: Ein Lippenstift aus Schokolade. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Ein Blick von oben auf die Stadt Antwerpen
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ganz klar auf dem Programm steht für uns ein Besuch des Maas Museum aan de Stroom am Hansestadtplatz 1. In Anbetracht unseres schmalen Zeitbudgets lassen wir die Exponate außen vor und fahren schnurstracks mit der Rolltreppe nach ganz oben. Von dort aus hat man einen umwerfenden Blick über Antwerpen in alle Himmelsrichtungen. Man kann aus der Vogelperspektive in aller Ruhe das Hafengelände, den Verlauf der Schelde und die Innenstadt mit ihren Türmen betrachten. Der Panoramaview war übrigens umsonst zu haben. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Das Havenhuis lässt einen staunen
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ein letztes Highlight auf unserer Liste ist das 2016 fertiggestellte Havenhuis der Stararchitektin Zaha Hadid. Das Verwaltungsgebäude der Hafenbehörde gilt als architektonische Besonderheit und das ist es auch. Ein stromlinienförmiges Objekt schwebt über einer alten Feuerwehrkaserne. Mit der Tram 24 fährt man quasi direkt bis vor die Haustüre. Den Komplex haben wir staunend zu Fuß umrundet. Es lohnt sich, die Architektur in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Von jeder Perspektive aus wirkt das Gebäude anders. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was ist es nun, dass mir die Stadt etwas sperrig erscheinen lässt? Denn jedes Ereignis für sich, jede Attraktion, jedes Ziel, ist lohnend. Das Diamantenviertel ist ein abgeschlossenes Viertel für sich. Ebenso scheint es mit dem Modeviertel zu sein und auch mit dem Hafenviertel. Die Schelde beispielsweise ist kein Fluss, der sich lieblich durch die Stadt schlängelt. Auf mich wirkt es, als ob die Stadt aus einer Vielzahl von selbstbewussten Besonderheiten besteht, die aber jede für sich lebt. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 05 Jun 2023 19:31:52 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Hoch hinaus in Wien - überall möglich</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/hoch-hinaus-in-wien-ueberall-moeglich</link>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Stephansdom, Haus des Meeres, Jubiläumswarte
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20211001_165257.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Wien von oben betrachten, das ist aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln möglich. So, dass man die Blumenkübel auf diversen Dachterrassen betrachten kann oder so, dass man die Skyline Wiens aus der Ferne sieht, mit Glück im Hintergrund den Verlauf der Donau. Beim ersten Besuch liegt der Fokus ja meist auf den top Ten im ersten Bezirk, so war es bei mir zumindest. Da liegt eine Besteigung des Stephansdoms nahe. Der höchste seiner vier Türme ist der Südturm mit 136 Metern. Über 343 Stufen gelangt man in die Türmerstube, von der aus man einen gigantischen Ausblick über Wien haben soll. Insgesamt 13 Glocken hängen hier. Die Bekannteste davon, die Pummerin, befindet sich allerdings im 68 Meter hohen Nordturm. Der Südturm war bei meinem ersten Besuch nicht zugänglich. 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Die Entscheidung fällt beim "Steffl" also auf den Nordturm. 
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Durch einen Aufzug gelange ich nach oben. Da ich wochentags und außerhalb der Ferienzeit hier oben stehe, genieße ich die herrliche Aussicht über die Innenstadt und über architektonische Details vom "Steffl" ganz ohne großes Gedränge. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ein weiterer bekannter Aussichtpunkt ist das Haus des Meeres im sechsten Gemeindebezirk Mariahilf. Der ehemalige Flagturm ist heute einer von drei Wiener Zoos und beherbergt, wie der Name schon sagt, Meerestiere. Ganz oben befindet sich ein Restaurant. Hier kann man frühstücken, Mittag essen, Cocktails trinken und derweil die Aussicht genießen. Auf einer Terrasse kann man rund um das Restaurant flanieren und blickt frei in alle vier Himmelsrichtungen. Das Haus des Meeres ist seit Pandemieende wieder sehr beliebt und es lohnt sich, für das Restaurant zu reservieren. Gerade an Wochenenden und Feiertagen lässt es sich hier sehr gut und reichhaltig frühstücken/brunchen. Ich war dort bei schlechtem und bei gutem Wetter, die Aussicht ist jedes Mal überwältigend. Bei gutem Wetter kann man am westlichen Stadtrand in der Ferne einen weißen Strich am Rande des Wienerwalds erkennen. Das ist die Jubiläumswarte. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich will auf die Jubiläumswarte im 16. Gemeindebezirk Ottakring. 
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Auf der Aussichtsterrasse  der Jubiläumswarte in 31 Metern Höhe über Grund (480 m ü. A., das bedeutet 480 Meter über der Adria) hat man einen guten Rundumblick nach Westen über den angrenzenden Wienerwald und nach Osten über das Wiener Stadtgebiet. Die Stiege auf die Aussichtsterrasse ist 90 cm breit und verfügt über 183 Stufen. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Der Plan wird bei meinem nächsten Wienbesuch umgesetzt, man sollte sich, wenn man das Ziel von der Innenstadt aus ansteuert, auch mindestens einen halben Tag Zeit nehmen. Ich nehme die Öffis. Die letzten Kilometer bis zur Jubiläumswarte fahre ich mal wieder Bus, vorbei an der Brauerei Ottakring. 500 Meter geht es zum Schluss durch ein Waldstückchen zu Fuß, die Warte sieht aus der Ferne noch harmlos aus und wird beim Näherkommen immer riesiger. Die Stiege/Treppe windet sich spiralförmig außen um einen Betonkern. Das Geländer besteht aus Stäben. Mir wird jetzt doch etwas mulmig. Also los geht es nach oben.  An mir vorbei springt eine vielleicht fünfjährige Frohnatur nach unten, der Papa hinterher. Der Blick ist, je weiter man nach oben kommt, atemberaubend. Ich schaffe es bei meinem ersten Jubiläumswarten-Aufstieg bis in eine Höhe von etwa 28 Metern. Der Blick überwältigt mich jetzt wirklich. Wetter, genial. Aussicht nach Wien, perfekt. Aussicht Richtung Wienerwald offenbart sanfte Hügel und grün, grün, soweit das Auge reicht. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
              
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Virtual Reality soll  helfen.
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Drei Meter noch, dann wäre ich ganz oben. Aber mein innerer Schweinehund lässt mich im Stich. Ich trete den Rückzug an. Es gibt übrigens die Möglichkeit,  mit einer VR-Brille sich mit Höhen vertraut zu machen, so berichtet das Wiener Magazin DERSTSANDARD. Vielleicht teste ich das mal. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 18 May 2023 18:17:47 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Prater in der Früh - Alberner Hafen am Mittag</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/streifzuege-durch-wien</link>
      <description>Also doch noch mal Prater,  vor der Öffnungszeit und mit Blick hinter die Kulissen. Frühstück im Ponykarussell, einem bunten Café im Prater. Auch Alberner Hafen und Friedhof der Namenlosen  stehen auf dem Programm.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Gemächlichkeit im Prater - gigantische Speicher im Hafen.
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
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  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Endlich wieder Wien. Ich hatte mir vorgenommen, mit der Kamera loszuziehen. Prater und Alberner Hafen stehen für heute auf dem Programm. Der Prater öffnet in der Sommerzeit um zehn. Ich will um acht dort sein - die Wiener Gelassenheit hat mich allerdings schon am ersten Tag erwischt. Gegen neun stehe ich endlich vor dem kleineren Riesenrad. Das Wetter ist perfekt, Sonne und Wolken wechseln sich ab. 
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      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Die Kulisse hinter der Kulisse
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      &lt;/b&gt;&#xD;
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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           Ich kenne den Prater, wenn es hier kreischt, brummt und lacht. Jetzt herrscht eine fast meditative und gleichzeitig geschäftige Arbeitsruhe. An der einen Ecke streicht ein Mann eine Bude mit frischem Grün an, an der anderen Ecke hält ein Schausteller mit knallrotem Hut den Blick nach unten gesenkt und daddelt auf seinem Handy. Eine Würstelverkäuferin saust mit ihrem Fahrrad heran, schließt die Buden-Tür auf und zieht drinnen gemächlich die Rollläden hoch. Um die Ecke ein vertrautes Geräusch, eine Kettensäge - Baumkletterer bewegen sich an einer Allee behände durchs Geäst und erledigen den Baumschnitt.  Ein paar Jogger rennen an mir vorbei. Ein Hundebesitzer, männlich, mittleren Alters, gut gekleidet, rennt seinem ausgebüxten Köter hinterher. Fantastisch, genau so hatte ich mir das gedacht. Ich wollte das Gesicht hinter dem Prater sehen und wissen, wie es sich vor dem Hype eines Rummel-Tages anfühlt, hier zu flanieren. Wer also mal die Kulisse hinter der Kulisse sucht, ist am Morgen vor den offiziellen Öffnungszeiten auf dem Prater genau richtig.
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      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Nach einem leckeren Frühstück im Ponykarussell - das ist ein buntes Café voller  Pflanzen mitten im Prater - mache ich mich auf den Weg an den Alberner Hafen. Egal, von wo aus man startet, die letzten Kilometer muss man mit dem Bus zurücklegen, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. 
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            Woher soll i wissn, wanns ausstaign müssn
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ich fahre mit dem Bus von der Donau Marina ab. Da ich den Bus einmal wechseln muss, setze ich mich schon mal vorsorglich in Nähe des Busfahrers. Alles um mich herum quatscht laut  - keine Chance die Ansagen der kommenden Haltestellen zu hören. Also frage ich den Busfahrer, wann meine Haltestelle dran ist. Der Wiener gilt ja im allgemeinen als grantig, unfreundlich und raunzend. Am besten, man raunzt also zurück. Der Busfahrer schaut mich kurz vorwurfsvoll an. Dann regnet es einen Schwall auf mich nieder, der in etwa so klingt: "I foar die Streckn das erste Moal. Woher soll i wissn, wann's ausstaign müssn. I kenn die Hoaltestelln no ned aswendig. Soagn's doch ainfach aine Adressn, Dann helf i waida."  Ich übersetze das in etwa so: Ich fahre die Strecke heute das erste Mal. Woher soll ich wissen, wann welche Haltestelle kommt. Sagen Sie mir doch eine Adresse, wo Sie hinwollen, dann helfe ich Ihnen weiter. Ich: "Alberner Hafen". Er wiederholt im Prinzip den Teil eins. Ich nochmal: "Alberner Hafen".  Fast flippt der Busfahrer jetzt aus: "Wolln's zum Friedhof?" Bevor ich jetzt darüber nachdenken kann, ob er den Alberner Friedhof oder den Friedhof der Namenlosen meint, ist Gott sei Dank eine Haltestelle in Sicht. Ich signalisiere, dass ich hier aussteige. Er hält mit quietschenden Reifen und ist offenkundig froh, mich loszuhaben. 
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            Ist der Wiener wirklich grantig, wenn er raunzt?
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Auf dem Weg zur nächsten Haltestelle, wundersamer Weise bin ich tatsächlich an der korrekten Haltestelle aus dem Bus, mache ich mir Gedanken über das Gespräch. Wiener haben schon eine gewisse Grundarroganz. Stuttgarter übrigens auch. Und Berliner? Na davon lieber ein andermal. "Meinen" Wiener Busfahrer fand ich raunzig, aber nicht grantig. Er war einfach sichtlich darüber genervt, dass er etwas nicht wusste. 
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            Alberner Hafen und Friedhof der Namenlosen
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           Eine halbe Stunde stehe ich im Nirgendwo auf einer geschotterten Straßeneinbuchtung. Nur ein H Schild zeigt, dass hier eine offizielle Bushaltestelle ist. Autos und LKWs rauschen an mir vorbei, bis der Bus kommt. Etliche Haltestopps später lande ich am Alberner Hafen. Er liegt mitten  am äußersten östlichen Ende Wiens, im 11. Wiener Gemeindebezirk Simmering - umgeben von den Donauauen. Geplant und errichtet worden war der Hafen in der NS-Zeit als Teil eines Donau-Großhafens. Über die Geschichte findet man im Online Magazin des Wienmuseums interessante Infos.  Imposant anzusehen sind hier zum Beispiel vier riesengroße und ein etwas kleinerer Speicher, die laut Wienmuseum ab 1936 errichtet worden waren und allesamt auch über Luftschutzkeller verfüg(t)en. Läuft man an den Speichern vorbei, ist der Friedhof der Namenlosen nicht weit. In Anbetracht des Zentralfriedhofs oder des Marxer Friedhofs hatte ich mir ein großes Gelände vorgestellt. Aber der Friedhof (eigentlich zwei Friedhöfe, ein älterer und ein neuerer)  ist eher wie ein beschaulicher, von Bäumen umrahmter Garten mit eine Vielzahl von Eisenkreuzen, bewacht von der Auferstehungskappelle. Hier ruhen Menschen, die bis etwa 1940 von der Donau angeschwemmt wurden und nicht mehr identifiziert werden konnten. Heute werden übrigens unbekannte Tote aus der Donau auf dem Zentralfriedhof bestattet. 
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           Nach diesem ungewöhnlichen Ausflug beschließe ich, den Rest des Tag an der Alten Donau zu verbringen. Aber davon ein andermal.
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      <pubDate>Thu, 11 May 2023 12:51:16 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Wien für Anfänger</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/wien-fuer-anfaenger</link>
      <description>Kein Wien ohne Prater? Ein Tipp ist auch der Böhmische Prater. Der kleine Bruder ist circa 100 Jahre jünger.  Ebenso im zehnten Bezirk befindet sich die futuristische Biotope City. Gegensätze wie diese - in Wien keine Seltenheit.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Eine Stadt, wie aus der Zeit gefallen...
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&lt;/h3&gt;&#xD;
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  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20210930_171342.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
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&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Das erste Mal in Wien war ich so mit acht Jahren. Ich kann mich daran erinnern, dass wir Riesenrad gefahren sind. Und ich erinnere mich daran, dass ich bei der Übernachtung im Hotel eines Nachts schlafwandelnd am Portier vorbei durch den pompösen Hoteleingang Richtung Wiener Ringstraße gestiefelt bin ... Viele Jahrzehnte lang hat mich Wien dann überhaupt nicht interessiert. Andere Großstädte fand ich reizvoller. Erst als eine meiner Lieblingsbands auf ihrer Europa-Tour einen Gig in Wien hatte, habe ich die Gelegenheit für einen Wien-Urlaub beim Schopf gepackt. Eine Woche lang wurde alles besucht und besichtigt, was "man in Wien alles sehen muss". 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Keine gute Idee: zu viel auf einmal
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      &lt;/b&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Einerseits war ich überwältigt vom Glanz der Gebäude im Zentrum und andererseits war ich ein wenig enttäuscht. Was ich vermisste, war der urbane Abwechslungsreichtum, den ich aus Berlin kannte. Ein Jahr später gab ich Wien nochmals eine Chance. Den Nachwuchs zog es nach Wien, das gab den Anschub. Diesmal suchte ich als Bleibe pandemiebedingt gleich eine Airbnb Wohnung statt eines Hotels zum Übernachten. Das fühlte sich gleich viel besser an. Den Schlüssel ins Schloss einer altehrwürdigen, verzierten Holztür zu stecken, ein uraltes Stiegenhaus emporsteigen, welches das Zentrum eines in die Jahre gekommenen Mehrfamiliengebäudes im zweiten Bezirk bildet, im schwarz-weiß gefliesten Hinterhof den Müll entsorgen - das hat was. Wien wurde mir auf den zweiten Blick sympathisch. 
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      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
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        &lt;b&gt;&#xD;
          
             Böhmischer Prater versus Biotope City 
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            &#xD;
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          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          
             Ich hatte ich eine Liste im Gepäck. Ein Punkt war der Böhmische Prater. Das ist ein kleiner Vergnügungspark auf dem Laaer Berg am Rande des Laaer Waldes im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten. Man tut gut daran, den letzten Kilometer zum Böhmischen Prater zu Fuß zurückzulegen, egal ob man mit der Straßenbahn oder mit dem Bus anfährt. Der Weg führt dann durch eine Siedlung mit etlichen putzigen Einfamilienhäusern, die allesamt Gartenzwerge im Vorgarten beherbergen. Das ist alles andere als das Wien der "Vorstadtweiber". Der Böhmische Prater selbst ist ein Miniatur-Prater mit uralten Fahrgeschäften. Als ich dort war, war außer dem Riesenrad nichts in Betrieb. Aber der Park offenbarte mir genau das Wien, das ich ursprünglich gesucht hatte. Eine aus der Zeit gefallene Stadt mit Überraschungsmomenten. Nicht weit vom Böhmischen Prater kann man sich dann in die Zukunft beamen. Biotope City Wienerberg hat sich zur Aufgabe gemacht, "dichte Bebauung und wirkungsvolle Begrünung zu verbinden". Wen das Thema interessiert, der findet über die Website der IBA, die 2022 in Wien stattgefunden hat, wertvolle Informationen. Der 10. Bezirk ist nicht eben die erste Adresse, die man als Tourist ansteuert. Aber wen Vielfalt interessiert, der ist hier richtig. Auch der Reumannplatz, DER Verkehrsknotenpunkt im 10. Bezirk, ist sehenswert. Hier hat Multikulti das Sagen. Als ich von hier aus wieder zurück ins Zentrum fuhr, konnte ich vom Bus aus beobachten, wie ein Gemüsehändler den Kofferraum seines Benz öffnete...Der komplette Kofferraum war voll mit herumkullernden, knallgelben Zitronen. Auch das ist Wien.
            &#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 01 May 2023 16:31:43 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Street Photographie - Fotokurs in Stuttgart</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/street-workshop-fotokurs-in-stuttgart</link>
      <description>Eine coole Workshopidee. Mieses Wetter. Eine Kamera. Tolle Geschichten.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Mit der Kamera unterwegs auf der Straße
        &#xD;
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&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20230426_115233-4ffd7ad8.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Ein geniales und wirklich empfehlenswertes Geschenk: Ein Street Photographie Kurs in Stuttgart. Voller Freude machte ich mich auf den Weg. Zwei Tage hatte ich eingeplant, einen für den Kurs, einen für einen Pflichttermin und um das Erlernte auszuprobieren. Die Gruppe traf sich mit dem Fotografen in einem Café in der Stuttgarter Innenstadt. Das Wetter war gelinde gesagt besch... - das sollte uns aber nicht schrecken. Sieben Teilnehmende, drei Frauen, vier Männer hatten sich angemeldet.  Alle, bis auf eine junge Frau geschätzt zwischen 45 und 60 Jahre alt. Alle mit einer Systemkamera bewaffnet. Zuerst ging es darum, zu klären was Street Photographie bedeutet. 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Street Photografie erzählt Geschichten
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          "Es müssen", so der Fotograf, "egal ob im Vorder- oder im Hintergrund, immer Menschen drauf sein." Ok, und das Thema Einverständnis? Die Frage stellten alle über 50. Eine genaue Antwort gibt es nicht, das muss dann wohl jeder mit seinem Gewissen oder über eigene Recherche zum Thema Recht klären. Das zweite große Thema: Beobachtungsgabe und Mut. "Ihr müsst Szenen beobachten, Spannendes darin entdecken und den Mut haben, drauf zu halten." Gut, das bekomme ich hin, denke ich. Nach der Theorie geht es für eine Stunde auf die Straße. Jede und jeder für sich. Die Stunde ist unglaublich, ich beobachte Situationen, die mir sonst nie aufgefallen wären. Die Zeit vergeht wie im Flug, ich halte drauf, wo es geht. Der gesamtem Gruppe geht es eigentlich so - alle kommen, obwohl es inzwischen mit Nieselregen bei 8 ° C ziemlich ungemütlich ist, grinsend zum Treffpunkt zurück. Einer musste ein Foto löschen, weil der fotografierte Passant sich beschwert hat. Das ist völlig in Ordnung. Nach einer weiteren Runde alleine Fotografieren treffen wir uns zur Abschlussbesprechung in einer Currybude und geben uns gegenseitig Support. Der Workshop war durchwegs gelungen!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Und der Bauch? Hammer, Hammer!
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Am nächsten Morgen nach der Pflicht die Kür. Kamera um den Hals und ab geht es. Ich streife durch die Innenstadt. Dann beschließe ich, mit dem Bus zum Bismarckturm zu fahren. Den Tipp habe ich von der netten Begegnung an der Weinsteige. Vom Bismarckturm aus hat man einen Blick in alle Himmelsrichtungen. Das ist allein schon einen Ausflug wert. Sonntags kann man den Turm auch besteigen. Ansonsten lässt es sich hier gemütlich auf einer Parkbank chillen. Ich beschließe, in die Stadt zurückzulaufen. Dabei mache ich Halt im Chinesischen Garten. Vom Eingang aus beobachte ich eine Szene, die meinem Lehrmeister, dem Street Photographie Fotografen, gefallen hätte: Ein  Fotograf älteren Semesters in weißem Feinripp-Unterhemd (das Wetter war im Vergleich zum Vortag bei 22 ° C und Sonne genial) fotografiert zwei junge Frauen. Diese müssen abwechselnd den Faltreflektor zum Abschatten hoch heben, während die jeweils andere in Pose sitzt. Das sitzende Model fragt zögerlich "Und mein Bauch?" Der Fotograf, der seinen Bauch lediglich unter Feinripp versteckt, brüllt: "Hammer, Hammer!" 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Mich lässt die Szene etwas nachdenklich zurück. Bei meiner ersten Street Photographie-Tour sehe ich mehr, beobachte ich mehr. Eine Frau mit zwei (gefakten) Gucci-Bags und einer Aldi-Tüte am selben Arm, mindestens drei auf der Königsstraße sich in Hausecken einmummelnde Menschen, die dort offensichtlich (für die Nacht) wohnen, einen liebevoll seine Blumen zusammenstellenden Blumenhändler und eben die jungen Frauen im Chinesischen Garten. Der urbane "Spielplatz" offenbart bei genauem Hinschauen Blicke hinter die Kulissen.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 26 Apr 2023 11:50:21 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Streifzüge durch Stuttgart</title>
      <link>https://www.freund-gobs.de/handylos-durch-die-stadt-streifen</link>
      <description>Stuttgart. Ein Tag in der City. Ohne Handy. Ich bekomme gute Tipps und habe nette Gespräche.  Das fühlt sich fast so entspannt an wie im Wald ohne Netz.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Vom Land in die Stadt -ohne Handy unterwegs nach Stuttgart
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/b027ddd77ffe4dffaa9880f2594bf606/dms3rep/multi/20220512_145844.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Ich bin quasi ein Landei. Meine Heimat ist Oberschwaben. "Wo liegt das?", werde ich regelmäßig gefragt, wenn ich mich außerhalb Oberschwabens befinde. Meine Erklärung ist dann in etwa wie folgt: "Bodensee kennen Sie? Schwäbische Alb auch? Und was liegt dazwischen?" Dann kommt in aller Regel ein fragender Gesichtsausdruck - mein Moment: "Genau, dazwischen liegt ein großes weites Nichts. Das ist Oberschwaben." Ich mag Oberschwaben, es gibt hier sehr viel abwechslungsreiche Natur, bezaubernde Städtchen und man kann sich problemlos nach Süden, nach Norden, nach Osten und nach Westen fortbewegen - weil alles von hier aus gleich weit weg scheint, selbst die Autobahn. Man kann mit dem Zug fahren, ja, aber die letzten Kilometer sind oftmals sehr beschwerlich, keine direkte Anbindung, Zug fällt aus usw., usw. Manchmal fällt mir die Decke auf den Kopf und ich muss raus. So nutzte ich letztens einen wichtigen Termin in Stuttgart für die 'kleine Landauszeit'. Nach dem Termin wollte ich mich noch mit meinem Sohn treffen. Eine Autofahrt nach Stuttgart bedeutet von der tiefsten oberschwäbischen Provinz aus einen Tagesausflug. Eine einfache Fahrt dauert, je nach Verkehr, zwei Stunden plus. Da ist schon ein gewisses Pensum Planung angeraten. Wichtiges Utensil: Handy. Im Auto, um Musik zu hören ohne Werbeunterbrechungen. Vor dem Termin als Uhr und zum Familientreffen, um letzte Zeit-Updates auszuloten. 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Bordcomputer signalisiert: Handy nicht an Bord.
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           Nach dem Losfahren genieße ich erst mal die Ruhe, nach 30 Minuten wird es mir zu still und ich möchte Musik hören. Der Bordcomputer sagt: Kein Gerät verfügbar. Wie, kein Gerät verfügbar? Wo ist mein Handy, ist es noch aus? Mein Nacken spannt sich an. Wozu genau brauche ich heute ein nochmal das Handy? Ich gehe meinen Tag in Gedanken durch und hoffe immer noch, dass das Handy einfach keine Bluetooth-Verbindung zum Bordcomputer des Autos hat. Trotzdem schießt durch den Kopf, dass es schon irre ist, in Panik zu geraten, nur weil ein kleines Gerät in Größe einer Tafel Schokolade nicht dabei ist – etwas, worauf ich in den ersten 40 Jahren meines Lebens problemlos verzichten konnte. In Reutlingen durchsuche ich an einer Tankstelle das komplette Auto. Das Handy ist definitiv nicht dabei.  Also rein in die Tankstelle, an der Kasse mit einem netten Lächeln um ein Telefon bitten und die Familie informieren, dass ich ohne Handy zwar zu einer bestimmten Zeit einen bestimmten Ort ansteuern kann, aber ein "sorry, klappt doch erst eine Stunde später" heute bei mir nicht zieht. 
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                Ohne Handy ist man Exot
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               So langsam fange ich an, den handylosen Tag zu genießen. In Stuttgart klappt alles tadellos, ich nutze die Rathausuhr, um pünktlich bei meinem Termin einzutreffen. Auf der Königsstraße fällt mir auf, dass jede und jeder, egal ob 15, 50 oder 75 Jahre alt, ein Handy in einer Hand hat und entweder rein spricht oder etwas im Handy anschaut. Ich bin der Exot, der mit freien Händen durch die Stadt läuft. Mein Fazit des Tages ohne Handy fällt durchweg positiv aus. Nicht ständig informiert darüber zu sein, welche Nachrichten durch die Welt geistern, wer welchen Status online gestellt hat und welche E-Mails mich aktuell erreichen, ist unglaublich entspannend. Ich habe mich in den letzten Jahren bei einem Bummel durch Stadt selten so entspannt wie bei einem Waldspaziergang in Oberschwaben ohne Handynetz. Ich war voll konzentriert auf das, was ich gesehen und gemacht habe. Ich hatte supernette spontane Smalltalk-Gespräche. Als ich an der Weinsteige den tollen Ausblick über Stuttgart genießen wollte, hatte ich eine Begegnung  mit einem älteren Stuttgarter Pärchen, das ein gemütliches Picknick am Santiago de Chile Platz  genossen hat. Dabei erfuhr ich vieles über besondere Stuttgarter Locations, die von unserem Aussichtspunkt zu sehen waren und die ich "unbedingt besuchen" müsste. Hätte ich das Handy dabeigehabt, hätte ich die Aussicht fotografiert, die Bilder in den Familienchat gestellt und mich überhaupt hinter meinem Handy versteckt. Und mir wäre nicht aufgefallen, dass in dem Kinderwagen des Pärchens ein kleiner Hund gesessen hat. So steckte der Tag voller Überraschungen mit Dingen, die eigentlich (fast) alltäglich sind.
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      <pubDate>Fri, 14 Apr 2023 16:01:32 GMT</pubDate>
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